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Bericht von der Eröffnungsfeier der
Latin Lounge 25 am
13.02.2004 in der Leopoldstr. 25 in München.
Ausgerechnet am Freitag, den 13.02.2004, hatte mein Boss uns
den Auftrag gegeben, eine neue Location im Herzen des Münchner
Nordens zu inspizieren! - Ich bin keinesfalls ein Mann von
Furcht, und für solch einen Aberglaube hat ein langjähriger
und beinharter Beamte, wie ich es bin, erst recht nichts
übrig, ... wenn man's aber richtig bedenkt, ist ein wenig
Angst zur richtigen Zeit, am richtigen Ort sicherlich nicht
verkehrt...
Wie dem auch sei, wir saßen bereits im Auto und waren auf der
Leopoldstraße unterwegs zur sogenannten Latin Lounge 25.
Meine Partnerin, Inspektorin Hielscher, setzte mich vor dem
Club ab und ich überließ ihr alleine die Parkplatzsuche. (Wozu
hatte die Emanzipation der Frau sonst Einzug erhalten!?)
Während ich auf sie wartete, betrachtete ich den Eingang etwas
genauer -- ja, richtig! Dies war vor gar nicht so langer Zeit
der Cuba Libre Schuppen gewesen! Meine Kollegin und ich
hatten damals eine kleine Untersuchung geleitet..., was hier
wohl an Machtspielen ausgetragen worden war, dass Scheich
Hakan diesen Ort sein Eigen nennen konnte...?
Auf jeden Fall schien die Eröffnungsparty einige Leute
angelockt zu haben, denn vor dem Eingang bildete sich eine
kleine Schlange.
Meine Partnerin kam leicht angekühlt von ihrem meilenweiten
Parkplatz zurück und wir stellten uns geduldig an, um zusammen
in der kalten, jungen Nacht zu bibbern und zu schlottern.
Als uns schließlich die Wärme des Clubs wohlig umschloss,
stellten wir fest, dass keineswegs riesige Menschenmassen den
fließenden Verkehr behinderten, sondern an der Garderobe jeder
einzelne Gast eine Magnetkarte in die Hand gedrückt bekam und
darüber informiert wurde, wie er sie benutzen sollte:
"Wenn Sie was trinken wollen, gehen Sie einfach zur Bar,
bestellen was und geben Ihre Magnetkarte ab! So müssen Sie
nicht mit lästigem Kleingeld hantieren," ich schaute die
hübsche Frau mit dem aufgesetzten Lächeln verdutzt an. "Und
wenn Sie dann rausgehen, müssen Sie nur Ihre Karte wieder bei
mir abgeben und alles, was Sie konsumiert haben wird zusammen
abgerechnet..." Für mich war diese Zahlungsmethode völlig neu,
daher versuchte ich meinen perplexen Gesichtsausdruck so gut
wie nur möglich zu verdecken und zwinkerte der "Empfangsdame"
zu. "Alles klar. Vielen Dank!" Sie schaute mir verlegen
nach..., na geht doch!
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Unten war die Stimmung ziemlich angeheizt, viele
Nicht-Salseras und -Salseros teilten sich auf der relativ
engen Tanzfläche den Platz mit etwas Erfahreneren, und DJ
Beto legte zumeist gute, recht abgestimmte Salsamusik auf,
teilweise sogar alte Cuba-Hits!
In diesem angenehmen Ambiente machten wir unsere gewöhnlichen
(Tanz-)Runden, inspizierten ein bißchen hier und ein bißchen
dort, trafen auf Kollegen und Bekannte, wie beispielsweise
Informantin Brigitte, Tarnname Rosella, und hätten
durchaus länger an diesem Ort verweilen können, wäre die
Musikrichtung die gleiche geblieben. Ab circa 12 Uhr jedoch
vernahmen wir altbekannten Latin-Pop und entschieden uns,
frühzeitig das Feld zu räumen.
Allerdings war ja noch die eine Sache mit den Magnetkarten...
Ich schaute die Frau an der Garderobe diesmal von Anfang an
selbstbewusst an, lächelte ihr zu und hätte fast den Club mit
geretteter Ehre verlassen, hätte die zweite "Empfangsdame",
welche ich vollkommen übersehen hatte, mich nicht darauf
hingewiesen, dass ich meinen Mantel nach Aushändigen der
Garderobennummer noch nicht entgegengenommen hatte...
Auf dem Weg zum Auto frierte ich schrecklich. Inspektorin
Hielscher wandte sich mir zu: "Sagen Sie mal, Lazarte, hatten
Sie auf der Herfahrt nicht noch einen Schaal bei sich?"
von Carlos
alias Grandmaster C

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