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Mittwoch 03. September 2003
A8 Richtung Stuttgart irgend wo zwischen Augsburg und Ulm.
Unfall und Stau! Das fehlte mir gerade noch kaum unterwegs
steht man schon wieder. Somit wurde mein Zeitplan gleich erst
einmal wieder über den Haufen geworfen. Irgendwann ging es
dann doch vorwärts und ich kam irgendwann gegen 22:30 Uhr in
Fellbach, einem Vorort von Stuttgart an. Nachdem mich Sandra,
meine Mitstreiterin, nach meiner Ankunft noch kurzer Hand mit
SMACKS verköstigt hat, fielen wir beide total müde ins Bett.
Sandra vom Dienst in der Klinik und ich vom Tag und von der
Autofahrt.
Donnerstag 04. September 2003
06:45 Uhr, der Wecker klingelt unbarmherzig. Gut das es noch
eine zweiten Wecker gab, der 15 Minuten später klingelte. Also
noch einmal umdrehen und für kurze Zeit an der viel zu kurzen
Nacht festhalten und dann langsam wach werden.
Nach einem kurzen Frühstück und den letzten Besorgungen ging
es dann gegen 09:15 Uhr Richtung Chemnitz. Irgendwann auf der
A9 fühlten sich meine Lieder irgendwie von der Schwerkraft
angezogen und für mich ging die Fahrt dann doch ganz schnell.
Naja mir kam es zumindest so vor. Habe ich doch einen ganzen
Teil der Strecke geschlafen. Arme Sandra! Sie musste fahren
und ich habe einfach gepennt und war irgendwo unter Palmen.
OK, OK... dafür bin ich dann wenigstens noch die letzten 100
km gefahren und sie konnte auch mal eine kurze Stippvisite im
Land der Träume machen.
So etwa gegen 14:45 sind wir dann wohl behalten und bei
strahlendem Sonnenschein in Chemnitz angekommen.

Nun hieß es
erst einmal die Formalien erledigen. Ausweis organisieren,
Überblick verschaffen und dann gleich ab zum ersten Workshop. Salsa Cuban Style für Anfänger mit Lorenzo und Nicole.

Einige
einfache Schrittkombinationen die uns, na sagen wir mal, nicht
gerade überfordert haben. Aber für den Einstieg ganz gut. Als
nächstes (16:30-18:00 Uhr) folgte dann Salsa NY-Style
(Anfänger/Mittelstufe) mit Gerd und Kerstin. Als „Anfänger“
hätte ich den Kurs wahrscheinlich nicht „überlebt“, da es hier
doch schon deutlicher zur Sache ging und „anspruchsvollere“
Schrittkombination gezeigt wurden die auch für Sandra und mich
nicht ganz ohne waren.
Danach ging es ab in die Unterkunft, eine kleine Pension ca.
1km vom Veranstaltungsort, dem „Haus des Gastes“, entfernt.
Kurze Verschnaufpause und etwas Frisch machen und dann ab in
die City. Die Innenstadt von Chemnitz ist, so kam es mir vor,
eine Kombination aus alter und neuer Architektur.
Geschmackssache eben. Aber es gibt zweifelsohne schöne Ecken
in der Innenstadt.

Nach dem wir unsere Besichtigungstour
abgeschlossen hatten, haben wir uns auf die Suche nach etwas
Essbarem begeben. Was, wie sich herausstellte, mit einer
eingefleischten Vegetarierin gar nicht so ohne ist. Aber wir
sind dann doch relativ schnell fündig geworden. Das „DON“, ein
Restaurant, Bar, Lounge mitten in der Innenstadt. Hier
herrschte eine sehr gemütliche Atmosphäre und wir haben sogar
auch einen sehr guten Platz bekommen.

Das Essen war
ausgezeichnet und der Kellner sehr nett und freundlich! Also
ein Ort, den man gerne weiterempfiehlt. Sollte jemand von Euch
mal nach Chemnitz kommen, auf jeden Fall hingehen und
genießen...
Nachdem wir gestärkt waren, sind wir zurück in die Pension.
Sandra hat dann die erste Auszeit genommen und ich bin alleine
auf die erste Party.
Und was soll ich Euch sagen... ...oh weh! Ich habe mit
Schrecken festgestellt das auf der Party überwiegend Salsa im
Cubano Style getanzt wurde. Na wie gut, dass ich am Nachmittag
den Anfängerkurs gemacht habe. Aber es hat sich dann doch noch
eine nette Dame aus Ulm gefunden, die mit mir dann auch ein
paar Lieder NY Style getanzt hat. Um ca. 01:00 Uhr hatte auch
ich für den ersten Tag genug und bin schlafen gegangen.
Freitag, 05. September 2003
Wieder klingelt der Wecker schonungslos, Dieses mal um 08:30
und reißt uns aus dem Schlaf. Oh je, ich muss als erster ins
Bad. Na gut... So nach dem Motto: „Die Person im Spiegel kenne
ich zwar nicht, aber waschen und kämmen tue ich sie trotzdem“
habe ich mich so früh am Morgen durchs Bad gequält.
Anschließend gab es dann ein ordentliches Frühstück.
10:30 Uhr, der erste Kurs für heute. Rueda de Casino für
Anfänger mit Volker und Judith war angesagt. Für uns beide das
erste mal, dass wir etwas mit Rueda zu tun hatten. Gesehen OK,
das hatten wir Rueda hier und dort schon, aber getanzt?
Fehlanzeige. Der Unterricht war für alle Beteiligten eine
ziemlich lustige Angelegenheit. Die Gruppe hatte auf jeden
Fall ihren Spaß auch wenn der eine, z. B. ich, oder die andere
so ihre Probleme hatten. Nicht unbedingt wegen der Schritte.
Aber wenn am als kleine Person von 1,64 m (ich) eine Frau, die
ein gutes Stück größer ist und doch erheblich stabiler gebaut
war, hochheben soll, können schon mal ein paar Komplikationen
auftreten. Aber wie gesagt wir haben es alle mit Humor
genommen und es gab keine Schwerverletzen :) .
In der Mittagspause haben wir dann ein Interview mit Judith
und Volker geführt.

Bei dieser Gelegenheit sollten wir noch
eine kleine Kostprobe einer Cubanisch-Polnischer Showeinlage
bekommen. Judith und Anja haben uns um unsere Meinung gebeten,
nachdem sie uns Ihre Show für den Abend gezeigt haben, die sie
erst gar nicht tanzen wollten. Das wäre jedoch sehr schade
gewesen...
Um 13:00 Uhr stand Afro Dance auf dem Programm. Der Instructor
Kwashie, ein gebürtiger Ganese, den die Liebe nach Deutschland
geführt hat, hatte mit dem bunt gemischten Kursteilnehmern
ziemlich viel Spaß.

Auf jeden Fall war auch dieser Kurs
eine sehr lustige Angelegenheit. Nicht zuletzt deshalb, weil
wir mit den gesprochenen Silben zu den Schritten konfrontiert
wurde. Eine Erfahrung ganz anderer Art, die sich hier nur
schwer beschreiben lässt. Das muss man definitiv selbst erlebt
haben...
Nachdem wir am Morgen „Rueda Blut“ geleckt hatten, entschieden
wir uns für den zweiten Rueda Anfänger Workshop an diesem Tag
bei Denni (Dr. Dagoberto Pinillo).

Dies stellte sich für uns jedoch als
Fehlentscheidung heraus. Der Workshop war in keinster Weise
mit dem vom Morgen zu vergleichen. Sowohl die Gruppe als auch
Dennis hatten so miteinander Ihre „Schwierigkeiten“.

Aber wir ließen uns nicht entmutigen und
gaben uns an diesem Tag das „volle Programm“. Somit war der 4.
und letzte Workshop für diesen Tag an der Reihe. Salsa New
York Style (Intermediate) bei Leo „Silk“ Garcia aus New York.
Begonnen haben wir mit ein paar Basics und ein paar Shines zum
„locker“ werden. Leo´s Slogen „always nice and esay“ blieb
sofort bei jedem im Ohr hängen. Anschließend ging es mit
diversen Abwandlungen des Cross Body Lead weiter. Diese
stellten für die meisten keine großartige „Überforderung“ dar,
haben aber sehr viel Spaß gemacht und konnten „always nice and
esay“ getanzt werden.

Am Abend war dann wieder Partytime
angesagt. Diesmal die große Opening Party in allen Sälen mit
Vorstellung der Lehrer,

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Shows und Live Musik von „Salsa feeling“.
Eine Band mit Musikern aus drei verschiedenen Nationen (Peru,
Puerto Rico und Deutschland).

Auch hier bewahrheitete sich die Regel
„gehe nie Pünktlich auf eine Party“. Als ziemlich pünktlich um
kurz nach 21:00 Uhr eintrafen war noch gähnende Leere. Der
kleine Saal und seine Tanzfläche füllten sich dann doch
relativ schnell. Mit einer guten Stunde Verspätung begann dann
im großen Saal das Rahmenprogramm. Es war ein Abend mit vielen
guten Act´s und toller Musik.
Samstag, 06. September 03
Nach viel zu kurzer Nacht stand heute als erstes Tanz- und
Führungstechnik (NY Style) bei Birgit Schneider-Flores aus
Heidelberg auf dem Programm.
 Birgit hat eine kleine
Kombination mit uns aufgebaut und zuvor Stück für Stück in
seinen Einzelteile zerlegt und hier die Tanz und
Führungstechnik erklärt. Ein Workshop der uns sehr viel
gebracht hat, da er sehr informativ war und sehr ins Detail
ging.
In der Mittagspause haben wir es uns in der Sonne auf einer
kleinen Mauer vor dem Haus des Gastes gut gehen lassen,
 nachdem wir zuvor von Volker und Judith eingeladen wurden, sie
mit ein paar Freunden am Abend in ein kleines Kubanisches
Restaurant zu begleiten.
Nach der Mittagspause haben wir uns getrennt und sind in
verschiedene Workshops gegangen. Sandra zu Kwashie
 in´s
Afrikanischen Trommeln und ich zu Ian Salvador Lopés zum
Street Dance für Anfänger.
 Unser Saal war „propen“ voll und
überwiegend mit Frauen gefüllt. Ian ist den Unterricht
ziemlich relaxt angegangen. Nachdem er zuvor ca. 45 Minuten WarmUp und Stretching mit uns gemacht hat, widmete er sich
seiner Schrittfolge. Hier stellte sich jedoch heraus, das so
einige der Kursteilnehmer – mich inklusive – ihre
Schwierigkeiten mit der unabhängigen Koordination von Armen
und Beinen hatten. Auch hier gab es wieder einiges zu Lachen.
Aber niemand wurde ausgelacht...
 Nach der kurzen Trennung fanden Sandra und ich dann für den
nächsten Workshop (Salsa NY-Style) bei Rafael Muñoz,
 den
meisten Münchner Salseros wohl bekannt, zusammen. Hier stellte
sich jedoch ziemlich schnell heraus, dass mein
Aufnahmekapazität für diesen Tag ziemlich erschöpft war und
mich das Mittelstufenniveau zu diesem Zeitpunkt überforderte.
Also verließen wir kurzerhand den Workshop um uns „frisch“ zu
machen und gönnten uns eine kleine Auszeit bis zu unserem
letzen Workshop für diesen Tag „Tango Argentino für Anfänger“.
Leider habe ich hier feststellen müssen, das Tango Argentino
wohl nicht so ganz mein Tanz ist. Aber was soll´s! Ich habe
mich trotzdem bemüht durch zu halten und es zumindest zu
versuchen.
Dann kam das Abendessen im „Bistro Cuba“.
 Aus den Ursprünglich
angekündigten 10 bis 12 Personen sind dann mal eben 24
geworden. Damit haben wir das Bistro dann komplett in Beschlag
genommen. Wie gut, dass bei unserer Ankunft, nicht all zu
viele Gäste da waren. Mit so einer großen Gruppe hatte die
Küche leider nicht gerechnet und war somit auch leicht
überfordert. Aber wir haben uns, während wir auf unser Essen
gewartet haben, die gute Laune nicht verderben lassen
 und uns
schon einmal für die Party am Abend in Stimmung gebracht.
Wie gesagt, ab Abend war wieder Partytime angesagt. Und so...
Here we go!
Am Samstag war es noch voller und noch "heißer".
Und das in
mehrerlei Hinsicht. Hatte man doch extra vorsorglich eine
Lüftungsanlage angemietet, da man die Fenster wegen der
"Lärmbelästigung" nicht öffnen durfte. Aber um Murphys Gesetz
zu zitieren, "Was schief gehen kann, geht auch schief. So kam
es dann, dass eine Sicherung durchbrannte und die
Lüftungsanlage ihren Geist aufgab. Und was lag da näher, als
die Fenster doch ein wenig zu öffnen, damit wenigstens etwas
Frischluft in den Saal konnte. Als ich dann nach einiger Zeit
das Foto und Videoequipment ins Auto brachte, habe ich bereits
den ersten Nachbarn mit einem Phonemässgerät in der Hand
entdeckt. Pfui sage ich da nur! Einfach den Leuten den Spass
nicht gönnen. Denn um ganz ehrlich zu sein, trotz geöffneter
Fenster war es wirklich nicht laut. Aber so ist das im Leben.
Neider gibt es immer und überall...
An diesem Abend heizte Orquesta Naranja im Großen Saal ein.
 Eine Band mit sehr großem Repertoire aus Salsa, Rumba
Guaguanco, Cha Cha Cha, Son Montuno, Latin Jazz, etc.
Während im gossen Saal sich die Musik überwiegend mit Salsa
einpendelte, wurde im kleinen Saal überwiegend Bachata und
Merengue gespielt. In der Bar lief dann noch Reggae, Ska, etc.
Auch dieser Abend wurde wieder spät und die folgende Nacht
kurz...
Sonntag, 07. September 03
So langsam zeigten sich Sandra und mir die ersten
Erschöpfungserscheinungen. Doch wärend Sandra sich tapfer noch
durch den ganzen Tag kämpfte war für mich um ca. 14:30 Finito.
Angefangen hat Sandra am Sonntag mit Lady Style Salsa Cubana
um 10:30 bis ca. 12:00 Uhr. In dieser Zeit habe ich mich
meiner Aufgabe als Fotograf gewidmet
 und bin durch alle Kurse
und Säle, um wieder etliche Fotos zu schießen. Den zweiten
Kurs, Salsa NY-Style bei Birgit, haben wir dann noch einmal
zusammen gemacht. Danach hieß es für mich Abschied nehmen und
Saldras Corsa´le nach Stuttgart zu fahren und dann gleich
weiter nach München.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich den
Latin-Cham 2003 verlassen. Ein Festival, das die Bezeichnung
"Latin" zu Recht trägt. Diese Vielfalt die hier geboten wurde,
ist mir bisher weder begegnet noch habe ich bis dato davon
gehört. Auch die ganze Atmosphäre, die ich als sehr freundlich
und familiär empfunden habe hat zu einem gelungenem Aufenthalt
beigetragen.
Während sich Sandra noch den Freuden der Afrikanischen
Trommelei mit Kwaschie und Rueda mit Judith und Volker hingab,
quälte ich mich bereits über Deutschland Autobahnen.
Als ich dann am Abend gegen 21:30 Uhr im München ankam, war
ich endgültig erschöpft und trotzdem relaxed. Schön, wenn man
dann auch noch erwartet und sozusagen "gepflegt" wird.
Abschließend bleibt mir nur ein großes Lob an die Veranstalter
und alle fleißigen Helfer! Gut gemacht und macht weiter so!!!
Ich hoffe, dass ich einiger Münchner Salseras und Salseros
ermutigen kann, sich uns nächstes Jahr anzuschließen. Denn
wenn nichts dazwischen kommt, werde ich nächstes Jahr wieder
kommen.
Un beso
Euer El Compadrejo
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