Fotos und Bericht vom Festival der Kulturen in Berlin 2003

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Karneval der Kulturen
6. - 9. Juni 2003
Bericht


Zu den Fotos

Bereits zum 8. Male präsentierte sich dieses Jahr in Berlin
der Karneval der Kulturen.
Dieses Jahr vom 6. - 8. Juni 2003. Ausdruck einer in der
deutschen Hauptstadt gelebten kulturellen Vielfalt
und Internationalität.
Der Berliner Sommerkarneval zieht Gäste aus dem
In- und Ausland an und letztes Jahr fanden sich bereits
1,3 Millionen Besucher ein.
Dieses Jahr waren es mehr als 1,5 Millionen Besucher.

Ein Team, bestehend aus Agnes, Patty, Rico und Berni,
machte sich am Freitag, den 6. Juni, auf den Weg
in das gar nicht so ferne Berlin.

 Samstag, 7. Juni

Nach einem kurzen aber kräftigen Einkaufsrausch der mitfahrenden Damen begaben wir uns zum Straßenfest am Blücherplatz.
Viele Familien mit ihren Kindern strichen durch das Festgelände. An einigen Ständen in der Nähe des „Barrio Latino“ war bereits richtig Stimmung, aufgeheizt durch Habana Club & Co.
Wir trafen Rico, der bei Freunden übernachtet hat, und genehmigten uns bereits den ersten Mojito.
Nach kurzer „Regenerationsphase“ im Hotel zurück zum Festivalgelände. Im Barrio Latino spielten den ganzen Tag über verschiedene Bands. Der Eintritt war gratis. Entsprechend war auch der Andrang. Spätestens jetzt war der Vergleich mit dem Oktoberfest in München zulässig. Denn jeder, der bereits einmal an einem Samstag oder Sonntag abends versuchte, über das Oktoberfest zu flanieren, musste sicherlich die gleichen Erfahrungen gemacht haben. Menschenmassen wohin man auch blickt.
 Leider war auch vom Konzert der kubanischen Band nicht viel zu hören und zu sehen, da einige wenige das Glück einer Bierbank für die bessere Sicht nach vorne ausnutzten und dadurch den hinteren den Ausblick verwehrten. (OK, übliches frustrierter Festivalbesucher-Gejammer…)
Hörte sich gut an, was in den ersten paar Liedern rüberkam, aber es wurde unerträglich in den Menschenmassen vor der Bühne und so beschloss die inzwischen auf 7 Personen angewachsene Truppe, erst einmal etwas zu trinken. Wegen des großen Durstes schnell zum nächsten Bierstand (die Seppels wieder), dann aber wieder zur kubanischen Fraktion, wegen der besseren Stimmung, Salsa Musik und den leckeren Drinks. Die Preise übrigens waren durchwegs human und günstig.  Mojito oder Caipi 4 €, Bier 2 €, Cola 1.50 €, Essen im Schnitt 4-6 €.

Wir beschlossen, am Abend in eine kubanische Bar zu gehen (Buena Vista Club), in der sich im Keller eine kleine Salsa-Disco befindet. Leider war dort fast nichts los und so kamen wir dazu, die eingelaufenen „Münchener Pfade“ zu verlassen (Havana, Soda, El Barrio) und mal was Neues zu testen.

Es hingen in ganz Berlin Plakate der Backfabrik, die dieses Wochenende ihr Eröffnungsfest feierten. Den Plakaten war zu entnehmen, dass Salsa, Merengue, Bachata und Socca im Vordergrund stünden, aber auch Dancehall und Black Music gespielt werden sollte.
 Wir zahlten willig die 8 € Eintritt und begaben uns in einen sterilen Hinterhof. Von dort aus, ebenerdig, erst einmal in eine „Dancehall“, in der ein DJ für sich selber Musik machte. Sollte das alles sein? Nein, es ging doch noch weiter. Da war doch noch eine Treppe, die in einen wummernden Untergrund führte. Neugierig schritten wir nach unten und fanden eine weitere halbleere Aerea, in der sich die Leute zu Black Music bewegten. Tatsächlich befand sich gleich angrenzend ein dritter Bereich. Dort tanzten auch einige zu R´n´B´ und Black Music.
Wir kamen uns jetzt „leicht veräppelt“ vor und beschlossen wieder zu gehen, um uns den Eintritt wieder auszahlen zu lassen. (Wir wollten ja zum Salsatanzen gehen).
Am Eingang (Kasse) fand sich bereits ein weiteres Pärchen ein mit demselben Anliegen aus demselben Grund. Doch der lokalisierte „Verantwortliche“ wiegelte ab. Natürlich werde Salsa und Merengue gespielt und er weigerte sich, den Eintrittspreis, oder wenigstens die Hälfte wieder auszuzahlen. Im Laufe der 20 min. Diskussion fand sich auch noch eine Gruppe von vier Latinas/os mit demselben Anliegen aus demselben Grund. Doch der „Verantwortliche“ war plötzlich nicht mehr berechtigt, das Geld auszuzahlen und weigerte sich beharrlich.
 Eine Gruppe von min. 12 Personen fühlte sich an diesem Abend sehr verarscht und mit Sicherheit waren es vorher und nachher weitere Salseros, die in diese „Falle“ tappten.
 Ich persönlich kann keinem empfehlen, diese Location ( Backfabrik ) aufzusuchen. Steriles Ambiente, viel zu wenig Leute, „störrische“ Veranstalter und vor allem Werbung für Musik, die dann nicht aufgelegt wird. 

Sonntag, 8. Juni

Am nächsten Tag fanden wir uns schon um 13:00 Uhr an der geplanten Umzugsstrecke ein. Es waren doch so einige Besucher unterwegs. Der Umzug wurde angeführt von Afoxé Loni.
Eine Gruppe von weiß und gelb gekleideten Tänzern und Trommlern, viele Brasilianer, die sich singend und tanzend langsam zum Blücherplatz voranbewegten und dabei die wartende Menge zum Spalier teilten.
 Es ging eine sehr spezielle Aura von dieser Gruppe aus, die wohl die meisten anwesenden Zuschauer spürten.
In Bahia sind Afoxé-Umzüge eng mit der Candomblé-Religion verbunden, (kann man der Seite von Afoxé Loni entnehmen: www.afoxe-loni.de). Sie sollen rituell die Straße reinigen und im Karneval die latente Gewalt besänftigen. Dieser spirituelle Hintergrund spielt für Afoxé Loni auch ohne die religiöse Anbindung eine wichtige Rolle, aus diesem Grunde stand Afoxé Loni auch an der Spitze des Umzugs.

Gruppe für Gruppe zog an uns vorbei. Mit ihren bunten Kostümen, mit geschmückten Wagen, Figuren, oder auf Stelzen.
Ein Farbenrausch, ein Bilderrausch und dann natürlich ein Melodien- und vor allem ein Rhythmusrausch. Die Berliner nahmen sehr rege und interessiert daran Teil.

Ein beliebtes Hobby mancher an die Umzugsstraße angrenzenden Bewohner war es, die vorbeiziehenden Passanten von den oberen Stockwerken kübelweise mit kaltem erfrischenden Wasser als Abkühlung zu versorgen.
Was nicht nur für freundliche Zustimmung sorgte…

Andere starteten Gegenoffensiven, indem sie ihre komplette Anlage ans Fenster stellten und selber am Fensterbrett zur überlauten Musik tanzten.

Schön war der begrünte und parkartige Mittelstreifen der vierspurigen Straße. Dort boten Bänke unter hohen schattigen Bäumen Bereiche zum Relaxen.

 Später am Abend ging es in das La Bodeguita del Medio. Eine kubanische Kneipe, die sich am gleichnamigen La Bodeguita del Medio in Habana Cuba orientiert. Gegessen haben wir gut und die Bedienung war sehr freundlich. Patty hat noch für jeden von uns einen „Ron auf’s Haus“ organisiert!

Durch unser Abendessen blieben wir von den Unwettern verschont, die zeitgleich über das Festivalgelände zogen und dieses verwüsteten. Dabei wurden leider mehrere Menschen verletzt, so dass das Festival am nächsten Tag beendet wurde.

Wir landeten am selben Abend später im Soda Club. Leider war der Bereich im Freien geschlossen (Unwetter), aber es war Dank guter Musik und einigermassen Platz zum Tanzen ein schöner Abschluss.

Montag 9.Juni

An diesem Tag wurde nur noch abgebaut.
Wir hatte vorher weder Zeitung gelesen noch Radio gehört und wunderten uns erst sehr, warum das Fest denn schon vorbei ist und alle am abbauen sind...

Nächstes Jahr sind wir sicher wieder mit dabei in Berlin und möglicherweise auch noch ein paar unserer Freunde dazu...

 

Fotos und Bericht vom Festival der Kulturen in Berlin 2003

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