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75 Jahre 
Estudiantina Tradition
(Son aus Santiago de Cuba)

Eine Son-Band aus Santiago de Kuba feiert ihren 75. Geburtstag.
Die Musiker sind leider nicht so bekannt wie der Buena Vista Sozial Club, stehen diesen in Qualität und Feuer aber in nichts nach.

 

deutsch

espanol

Von Michel Suárez, Valencia für Salsa-Munich
(Übersetzung: Agnes Hielscher)

75 Jahre Estudiantina Invasora 
Eine Band, die einzigartig ist auf der Welt, die verschiedenste Musikrichtungen spielen kann, von Contradanza über Danzón bis Guaracha, feiert ihren mit Ruhm gekrönten Geburtstag.

Wenn man sich mittags aus einem der Fenster des Casa de la Trova in Santiago de Cuba lehnt, trifft man garantiert eine einzigartige Band an, deren Musiktradition tief verwurzelt ist und in den ersten Jahren der Republik entstand.

Wenn man die Ohren spitzt, hört man - schon bevor man zur bekannten Ecke San Felix y Heredia kommt - die ersten Akkorde. Es hört sich total anders an als bei anderen bekannten Bands, sie spielen einen Rhythmus, der einen nicht stillstehen läßt. Es handelt sich um die Band Estudiantina Invasora, das eigentümliche Ensemble aus Santiago, das vor kurzem ihr 75 jähriges Bestehen feierte.

Das Fest fand erst in ihrer Heimatstadt und dann im Rahmen des Encuentro Nacional de Septetos, das vor kurzem in Havanna gefeiert wurde, statt. Alle verstummen, wenn die Musik einsetzt, und der Gründer Roberto Nápoles, 90 Jahre alt, erinnert sich noch an die Anfänge, so als wäre es damals: "Die Gründer von Estudiantina Invasora waren 2 Zwillingsbrüder: Manuel und Luis Valera. Ersterer war verliebt in eine meiner Schwestern und kam immer zu uns nach Hause. Er drängte mich, 1972 die Band zu gründen, und ich selbst war bis 1930 dabei."

Nápoles war ein "ewig Reisender" in der kubanischen Musik. Nach 3 Jahren bei Estudiantina verließ er die Band und spielte mit dem unvergeßlichen Mariano Mercerón, später mit Chepín Chovén, und dann mit Pérez Prado; jedoch sollte er eines Tages zu seinen Ursprüngen zurückkehren.

Der jetzige Bandleader von Estudiantina Invasora, der bekannte Trompeter Inaudis Paisán, war zwar nicht unter den Gründern, aber sein erforschender Spürsinn hat sie anläßlich des einen oder anderen Events in Zusammenhang mit der kubanischen Musik "ausgekundschaftet". Gerne erzählt er, daß die ursprüngliche Struktur aus zwei Gitarren, zwei Tres, Timbal, Guiro, Kontrabaß und Trompete bestand, wirklich sehr "bunt"; und momentan ist es auch nicht viel anders: seit einiger Zeit haben sie nur noch ein Tres.

Sons, Boleros, Guajiras, Merengues, Afro, Guaguancó, Contradanzas und Danzones, all das gehört zum Repertoire von Estudiantina Invasora, die am 24. Februar 1927 gegründet wurde, und mit deren langer Geschichte man Persönlichkeiten aus der Musikszene des Orientes in Kuba verbindet. Heute ist es sicherlich schwierig, eine Band zu finden, die eine solche Palette an verschiedenen Musikrichtungen spielen kann, was zweifellos ihre klangliche Besonderheit und ihr Können noch unterstreicht.

Nach Aussagen von Paisán traten die "Estudiantinas" in Santiago beim Eintreffen der Franzosen im Stadtviertel El Tívoli Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts erstmals in Erscheinung.

"Sie spielten Theater, besuchten Musikschulen und lernten Schneidern und Nähen; aber sobald die Musikstudenten etwas spielen konnten, gingen sie ins Stadtzentrum, zu den Festlichkeiten, die damals stattfanden, vom Serrano-Park bis zur Finca de San Tadeus. Sie machten Musik, um sich zu amüsieren oder auch ein bißchen Geld zu verdienen: deswegen nannte man sie die "Estudiantinas".

Estudiantinas nannte man auch die Gruppen von Studenten, die verkleidet zu Maskenbällen gingen. Man kennt immer noch Namen von "Estudiantinas" wie Miró, La Arrolladora, Hermanos Lechuza und Hermanos Puente.

Paisán bestätigt, daß die Estudiantinas einzig und allein in Santiago de Cuba und Guantánamo vermehrt auftauchten, weil dort der Ursprung des Son am nächsten war. "Ihre Art, Musik zu machen, ist sehr speziell, ihr Klang andersartig, und sie spielen einfach alles. Anfangs spielten sie keine Danzones, bis sie in der östlichen Gegend immer erfolgreicher wurden, und mittlerweile ist der Danzón etwas, was uns auszeichnet."

Die 30er Jahre waren schwierig für diese Art von Bands, da sich mit ziemlicher Wucht der Jazz durchsetzte, und noch dazu fingen traditionelle Bands an, Sänger dazu zu nehmen, und gewannen so immer mehr an Terrain. Somit verschwanden die traditionellen Bands fast ganz von der Bildfläche, außer unserem "Hauptdarsteller".

1991 übernimmt Paisán die Leitung der Band, Nápoles zieht sich zurück (und genießt die Stille seines "Ruhestandes"), und durch die Aufnahme anderer junger Musiker bekommt Estudiantina Invasora ein neues Gesicht. Ob in der Schweiz, in Holland, Deutschland oder Spanien, und natürlich in Santiago, überall sind die Leute von dieser Musik mehr als hingerissen. Seit den 90er Jahren und bis heute haben sie zahlreiche Alben für verschiedene europäische und kubanische Plattenfirmen aufgenommen, darunter "!70 anos y seguimos como ayer!" (!70 Jahre, und wir machen weiter wie früher!) (Magic Musik 1997) und "Tírame la pelota" (Wirf mir den Ball zu) (EGREM 2001).

Jetzt erleben die Ältesten eine Art Wiedergeburt, während die Neulinge alles tun, um die Tradition kennenzulernen in genau demselben Hause, dem Casa del trompo. Sie lachen herzhaft, wenn Paisán von seinen Erfahrungen aus der ganzen Welt erzählt, und er versetzt sie in Staunen mit den tiefgründigen Geheimnissen der kubanischen Musik: "In Marokko" - so erzählt er - "war unsere Tournee ziemlich aufregend, die Musiker saßen auf Kamelen auf einem Markt, einer mit einer Schlange um seinen Hals und sein Horn geschlungen. Ich hätte nie gedacht, daß man an einem Ort wie diesem so viel wußte über die kubanische Musik."

Und Estudiantina Invasora hat Ehrgefühl gegenüber der kubanischen Musik, losgelöst vom Zeitgeschehen, von Modeerscheinungen und beeinflussenden Strömungen.

Als die Zeiten für die Band schwierig waren, mit dem Aufkommen der Jazz Bands, Pop- und Rockgruppen, blieb Estudiantina sich treu, so als wolle sie einzigartiger Zeuge eines historischen Moments der "kubanischen Schöpfung" bleiben. Heute spricht niemand mehr von der "Musik der Alten". Es bleibt einem gar nichts anderes übrig, als den Hut zu ziehen.

 
de Michel Suárez, Valencia

Los 75 años de la Estudiantina Invasora Una orquesta única de su tipo en el mundo, capaz de interpretar cualquier género, desde la contradanza, el danzón o la guaracha, celebra su cumpleaños vestida de gloria

Asomarse a las ventanas de la Casa de la Trova en Santiago de Cuba, a mediodía, es garantía de un encuentro casi seguro con una agrupación única en su tipo, portadora de una raigal tradición musical nacida en los primeros años de la República.

Aguzamos el oído, aún antes de llegar a la populosa esquina de San Félix y Heredia, y ya reconocemos los primeros acordes. Suena totalmente diferente a cualquier otro formato conocido, mantiene una cadencia acompasada que nos invita a la levitación. Es la Estudiantina Invasora, el peculiar ensemble santiaguero que acaba de celebrar sus primeros 75 años.

La fiesta ha tenido lugar, primero en su natal ciudad, y luego en el Encuentro Nacional de Septetos, celebrado recientemente en La Habana. Todos enmudecen al romper el sonido, y su fundador Roberto Nápoles, de 90 años de edad, recuerda su aparición como si fuese el primer día: "Los que formaron la Estudiantina Invasora eran dos hermanos mellizos: Manuel y Luis Valera. El primero, estaba enamorado de una hermana mía y siempre iba a mi casa. Me embulló para integrar el grupo en 1927, y estuve allí hasta el año 1930".

Nápoles ha sido un eterno caminante en la música cubana. Después de tres años con la Estudiantina se fue a tocar con el inolvidable Mariano Mercerón, más tarde con Chepín Chovén, y hasta con Pérez Prado; aunque un día volvería a sus orígenes.

El actual director de la Estudiantina Invasora, el conocido trompetista Inaudis Paisán, no estuvo entre los creadores, pero su sagacidad investigativa le ha hecho indagar en estos y otros acontecimientos relacionados con la música popular cubana. Dice, complaciente, que la estructura original estaba integrada por dos guitarras, dos tres, timbal, güiro, contrabajo y trompeta, verdaderamente variopinta; y en estos momentos, la diferencia es mínima: hace algún tiempo se han quedado con un solo tres.

Sones, boleros, guajiras, merengues, afro, guaguancó, contradanzas y danzones, forman parte del repertorio de la Estudiantina Invasora, surgida el 24 de febrero de 1927, y a cuya larga historia están unidas figuras de la música del Oriente de Cuba. Difícilmente podría encontrarse hoy una agrupación capaz de interpretar tal variedad de géneros, lo cual indudablemente, acentúa su peculiaridad desde el punto de vista sonoro y formal.

Al decir de Paisán, las Estudiantinas surgieron en Santiago, a raíz de la llegada de los franceses al barrio de El Tivolí, durante finales del siglo XVIII y principios del XIX.

"Ellos hicieron teatros, escuelas de música, corte y costura; pero en aquella oportunidad, cuando los estudiantes de música pudieron tocar algo, bajaron al centro de la ciudad, a las festividades de entonces, desde el parque Serrano hasta la finca de San Tadeus. Los estudiantes bajaban con su música para divertirse o coger algún dinero: a eso se le llamó Estudiantinas"

También se reconoce que se llamó estudiantinas a los grupos de estudiantes que vistiendo algunos atuendos, iban a un baile de máscaras. Todavía se recuerdan nombres de Estudiantinas como las de los Miró, La Arrolladora, la de los Hermanos Lechuza y los Hermanos Puente.

Paisán confirma que las estudiantinas únicamente proliferaron en Santiago de Cuba y Guantánamo, porque fue donde más cerca estuvo el origen del son. "Tienen un carácter muy especial, un sonido diferente, y tocan cualquier cosa. Al principio, no tocaban danzones, hasta que van cogiendo auge en la zona oriental, y ahora el danzón es algo distintivo de nosotros".

Los años 30 fueron negativos para este tipo de formato por la fuerza con que se imponía el jazz, además de que las orquestas típicas comenzaron a incluir cantantes, y ganaron el escenario. Casi desaparecieron, salvo la protagonista de esta historia.

En 1991, Paisán asume la dirección del grupo, Nápoles retorna (ya disfrutaba de la tranquilidad de su jubilación), y junto a otros músicos jóvenes, imprimen nuevos aires a la Estudiantina Invasora. Lo mismo en Suiza, Holanda, Alemania o España, y por supuesto, en Santiago, ha dejado escucharse con más que agrado. Desde los años 90 hasta la fecha han grabado varios álbumes para diferentes discográficas europeas y cubanas, entre ellos ¡70 años y seguimos como ayer! (Magic Music, 1997) y Tírame la pelota (EGREM, 2001).

Ahora los más viejos viven intensamente una segunda oportunidad, mientras que los bisoños hacen todo por aprehender la tradición en la mismísima casa del trompo. Ríen a gusto al contar sus experiencias por el mundo, tras asombrar a la gente con los profundos misterios de la música cubana: "En Marruecos -narra Paisán-, la gira fue un escándalo, los músicos montados en camellos en el mercado, uno con una serpiente enredada en el cuello y la cornetica. Yo no pensé que en un lugar como ese se supiera tanto de la música cubana".

Y la Estudiantina Invasora la honra, más allá de épocas, modas y presiones. Cuando los tiempos apuntaban al conjunto, las jazz bands o los grupos de pop rock, ahí estaba firme la Estudiantina, para quedar como testigo excepcional de un momento histórico de la creación nacional. Ahora ya nadie le dice que eso es "música de viejos". No hay más remedio que quitarse el sombrero.

 

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