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Bericht Azucar Negra im Skyline am
25.04.04
Gegenwärtig meint man es wirklich gut mit uns Liebhabern
aktueller kubanischer Musik. Dieses Mal war Azucar Negra
angesagt.

Und schon wieder war das Skyline dran. Azucar Negra, das sind
doch die „Abtrünnigen“ von Bamboleo. Im November 2001 waren
sie schon mal im Nightclub des Bayerischen Hof gewesen –
damals noch mit Haila. Von einigen wird sie schon als neue
Celia Cruz hochgelobt. Zuletzt sah ich die Gruppe letzten
Herbst im Havanna Cafe in Havanna. Da sah die Besetzung
bereits anders aus. So machte ich mich mit gemischten
Erwartungen also wieder auf, um zu sehen, was aus denen
geworden war. Das Skyline war leider nur mäßig bis vielleicht
einem Drittel besetzt – so eine Mischung aus
Sonntagabendstammpublikum und ein paar Konzertgängern. Auch
die Kubafraktion war nur spärlich vertreten. Da konnte
anscheinend auch das kubanische Buffet nicht viel bewirken.
Darüber hinaus deutete die Musik vorab aus der Konserve ganz
und gar nicht auf einen Liveauftritt mit kubanischem
Timbasalsa hin. Aber, na ja, alles andere wäre ja wirklich
eine angenehme Überraschung gewesen.
Kurz nach 23.00 traten sie dann auf die
Bühne. Der große „alte“ Leonel Limonta und siehe da, die
Sängerinnen waren neu (Biunaigui Marguetti und Ailyn Dallera).

Würden sie die Erwartungen erfüllen? Ja, sie taten es. Die
Band war gut aufgelegt, hatte ihre neue (die zweite) CD im
Gepäck und legte einen schönen ersten Set hin. Neben eigenen
Kompositionen wurde auch der im vergangenen Jahr verstorbenen
kubanischen Musiker mit einem Medley gedacht. Auch der Sound
war für dortige Verhältnisse ansprechend.
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Nach einer dreiviertel Stunde war dann Pause angesagt. Diese
entwickelte sich leider zu einer Tortur. Eine schöne
Überbrückung der beiden Sets wollte man ja gar nicht
verlangen, aber darüber hinaus wurde das gerade eben auf feine
Musik eingestellte Gehör mit wummerndem Latin Beat auf das
übelste malträtiert. Mußte das denn wirklich sein?
Glücklicherweise wurde dem nach einer guten halben Stunde mit
dem Beginn des zweiten Sets ein Ende bereitet.
Die Band war zur Freude der spärlich Anwesenden weiterhin
bestens aufgelegt. Zur gesanglichen Verstärkung trat dann noch
die in München ansässige Jaqueline Castellanos auf die Bühne.

Auch Mercedes Lopez unterstützte tänzerisch und optisch. So
sprengte die Gruppe dann auch noch den vorgesehenen Zeitplan
und wollte erst nach eineinhalb Stunden im zweiten Set die
Bühne verlassen.
Leider wurde die Präsenz des Publikums Azucar Negra an diesem
Abend nicht gerecht. Ein paar mehr hätten es schon sein
können. Nichtsdestotrotz hoffen wir, dass wir in diesem
Rhythmus weiterhin mit Auftritten kubanischer Gruppen verwöhnt
werden. Und vielleicht ist ja wieder das Skyline dran – aber
dann mit ein paar mehr Leuten bitte. Sie hätten es verdient.
von Stephan
(el misionario)
Zu den Fotos
(Alexander Fedorenko + Stephan Deisler) |