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Bericht Isaac Delgado in der Muffathalle
am 19.03.04
Die ersten lauen Frühlingsstrahlen
trauten sich hervor. Sollte da etwa ein Zusammenhang sein?
Isaac Delgado schaute wieder mal vorbei. Er ist ja der sanfte,
weiche, gar nicht so typische Salsero. Sein Spektrum ist weit.
Auch vor schönen Balladen macht er nicht halt. So ist er
eigentlich schon seit einigen Jahren ohne Zweifel erhaben über
die Musikszene der kubanischen Insel.
Um kurz vor neun betrat der Schreiber
erwartungsvoll eine noch erschreckend schwach gefüllte
Muffathalle. Das hatte er nun wirklich nicht verdient und so
füllte sich die Halle so bis gegen zehn glatt noch auf ein
knappes Drittel. Wo war der Rest? Aber welche Klänge schallten
denn durch das Rund? Kaum zu glauben, es war gleich eine Kette
von Stücken kubanischer Interpreten aus der Konserve. Das
gibt’s also tatsächlich. Nun konnte eigentlich nichts mehr
daneben gehen.
Gegen zehn vor zehn begann dann ein fast
ungewohnt nahtloser Übergang. Schließlich waren die Ohren
nicht voll von Bachatas und Merengues. Zuerst kam die Band und
gleich darauf der Meister persönlich – mit einfacher Jeans und
weißem T-Shirt, aber sofort präsent. Der Sound war anständig
für diese Halle. Feine Instrumentierung machte sich breit – 13
Mann stark.
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Das Publikum, das gekommen war, wiegte sich – mehr
innerlich – in stillem Genuß. Getanzt wurde auch vereinzelt.
Die Musiker waren aus der obersten Etage, was der kubanische
Tiegel so hergab. Besonders die Bläser stachen hervor. Und
siehe, da war auch ein Gitarrist. Wer hat den schon in seiner
Riege. Auch ein Zeichen, dass Isaac und seine Musik nicht
vergleichbar sind. Die Balladen hatte er übrigens zu Hause
gelassen. Es sollte kubanisch „geswingt“ werden. Diese Klänge
ließen wenig Raum für „cintura“. Davon hatten wir aber vor
kurzem ja reichlich. „La vida es un carnaval“ fiel dann im
letzten Drittel gar nicht mehr richtig auf. Jede andere Gruppe
hätte ihren größten Hit wahrscheinlich als Zugabe gespielt.
Nach etwa zwei Stunden war die Leichtigkeit dann schon wieder
vorbei. Es war gut, nicht grandios, aber schön. Die Anwesenden
brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Mit diesem Gefühl
würden sie auch, die letzten Schneeattacken hindurch und dem
wirklichen Frühlingsanfang entgegen, mit Leichtigkeit
ausharren können.
Stephan
(alias El
Misionario)
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