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Leidenschaft und pure Energie
war das Konzert von Africando, eine der schillernsten und
erfolgreichsten Weltmusikgruppen, zu Gast im Nightclub des
Bayerischen Hof. Zweifelsohne eine der musikalischen
Höhepunkte in diesem Jahr was das Thema Salsa betrifft.

Der Nachtclub war ordentlich gefüllt aber nicht so voll, dass
sich das Publikum hätte wie Sardinen in der Dose fühlen
müssen. Gegen 21:20 Uhr war es dann soweit. Africando betraten
die Bühne. Und was dann folgte sollte seinesgleichen
suchen...
Es ist wohl den meisten bekannt, dass Salsa und speziell die kubanischen
Rhythmen ihre Wurzeln in Africa haben.
Es jedoch durchaus zutreffend, das die Ströme auch in die
Gegenrichtung flossen und noch fließen.
Diese Art der Musik kehrte regelrecht zu
ihren Wurzeln zurück. Sie wurde von den Senegalesen,
Angolanern und Kongolesen begeistert aufgenommen. Daraus
entwickelten sich dann Genres wie Soukouss oder die
(afrikanische) Rumba.
Africando ist durch die unterschiedlichsten
Einflüsse zu einem Schmelztiegel geworden dessen Musik direkt
durch das Ohr ins Tanzbein fährt. In einen solchen
Schmelztiegel hat dann auch Africando den Night Club des
Bayerischen Hof verwandelt und hat das Publikum mit seinem
unverwechselbaren Charme aus Afrikanischen Klängen und den
Rhythmen aus Lateinamerika in seinen Bann gezogen.
Das Publikum ging von den ersten Takten an mit
der Gruppe und feierte eine ausgelassene „Fiesta de la musica
y baile“ mit Africando. Auch wenn es für´s Tanzen nicht
wirklich viel Platz gab, fanden doch einige an der Seite und
in den Durchgängen ausreichend Platz.

Überrascht und begeistert von der Tatsache dass einzelne im
Publikum ganze Lieder mitsingen konnten, wurde die Stimmung
bei den Musikern auf der Bühne noch ein Stück euphorischer. Besonders
bemerkenswert war das mitsingen vor allem deshalb, weil es
sich nicht um einen Text in Spanisch oder Englisch, sonder um
eine für mich nicht auszumachende Sprache handelte.
In der Pause wollten wir eigentlich nur kurz vor die Tür um
uns etwas abzukühlen. Bei dieser Gelegenheit trafen wir dann
auf einzelne Musiker, die ohne Scheu auf uns zukamen und uns
begrüßt haben. Meine Begleitung, die Africando kannte und auch
einige CDs von ihnen hat, nutzte dann auch die Chance und hat
sich ihr Lieblingslied gewünscht. Leider wurde sie enttäuscht.
Der Grund war schlicht und ergreifend der, dass Africando mit
wechselnden Musikern spielte und die hier anwesenden Musiker
aus Cuba, Frankreich, Guadeloupe, Spanien und Vietnam dieses
Stück nicht probten und daher auch nicht spielen konnten.
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Der zweite
Teil des Konzerts begann wie der erste geendet hatte. Feurig!
Standen wir beim ersten Teil noch auf den Treppenstufen zum
kleinen Auditorium, so hatten wir nun ein Platz im selbigen
direkt vor der Bühne ergattert und uns auch ein wenig Platz
verschafft um unsere Körper von der Musik und dem Feuer
treiben zu lassen. Das Publikum und Africando feierten eine
ausgelassene Party, die leider viel zu früh (ca. 23:45 Uhr)
mit einer hart erkämpften Zugabe endete.

Wie wir im spontanen Interview mit Ronnie Barro nach dem
Konzert erfahren haben, ist die Gründung von Africando unter
anderem auf einen nächtlichen Anruf des afrikanischen
Produzenten Ibrahim Sylla bei Ronnie Barro im Frühjahr 1992
zurückzuführen. (Ronny Barro ist übrigens der mit seiner
Halbschwester von Produzenten Ibrahim Sylla verheiratet) Ronny
Barro war zum damaligen Zeitpunkt bereits eine bekannte
Salsagröße in New York und ist heute einer der Leadsänger und
Köpfe von Africando. Ronnie erzählte uns auch, dass wir im
Januar mit einem neuen Album rechnen dürfen. Jedoch hat das
ganze auch einen Wehrmutstropfen. Es wird wohl das letzte
Album sein, da sich Africando in der jetzigen Form auflösen
wird und sich die einzelnen Mitglieder ihren eigenen Projekten
widmen wollen.
Wenn man sich jedoch die Geschichte von Africando durchliest,
wird man feststellen, das Africando immer eine Gruppe war, die
in unterschiedlichster Besetzung formiert hat und dem stetigen
Wandel der Mitglieder und Musiker unterzogen war. Somit bleibt
denn auch die Hoffnung, dass wir Africando eines Tages wieder
begegnen werden und weiter ihre exzellente Musik genießen
dürfen.
Mehr Informationen und Hintergründe zu Africando findet Ihr
unter anderem hier:
www.exil.de
Rico Fabig
(alias El Compadrejo)
Zu den Fotos |