Hola Gente!
Bisher (fast) unentdeckt vom Salsa-Mainstream startete am
Freitag, 21.09.2007 eine "Perle" von Festival, das im
Nachhinein betrachtet eigentlich nur aus Topics, Highlights
und Superlativen bestand und ich jetzt nach -zig bisherigen
Kongressbesuchen sagen kann, dass für mich dieses Festival ein
absolutes Novum darstellt, das so schnell bestimmt nicht mehr
zu toppen ist: die "Crystal-Salsa-Party" in Wieliczka/Polen,
ca. 10 km ausserhalb Krakaus. Guggst Du auch:
http://crystal.ulalasalsa.plDie Topics der Veranstaltung:
1. Sämtliche Kongresstickets gabs 4free (sprich kostenlos) 2.
Der Veranstaltungsort war 125m TIEF gelegen (in einer seit
1360 bestehenden Salzmine) 3. 0% Korbquote während des
gesamten Festivals 4. Leichter Frauenüberschuss
Doch alles schön der Reihe nach.
Aufmerksam geworden durch diverse Plakate, die im Anfang Juli
dieses Jahres auf dem "Carnaval de Salsa" in Breslau
ausgehängt waren, bin ich auf dieses Event erstmalig neugierig
geworden. Allerdings machte ich mir zunächst kaum Gedanken
darüber, da mir dort gesagt wurde, dass schon sämtliche
Tickets ausgegeben wurden und dieses Event schon komplett
"ausverkauft" wäre (so man bei kostenlosen Tickets überhaupt
von "ausverkauft" sprechen kann). :-) Ich war extrem erstaunt,
wie es organisatorisch gelingen kann einen kompletten Kongress
für lau anzubieten, zudem auch noch viele des "who is who" der
Szene aufgelistet waren, wie z.B. Luiz Vasquez & Melissa
Fernandez, Mambo Mike, Tamambo, Neeraj Mascara, Amy, Jazzy
usw.. Insofern war es auch nicht verwunderlich, dass für
besagtes Event keine Karten mehr zu bekommen waren. Stutzig
wurde ich dann aber, als auf dem Hamburger Salsafestival
wiederum Flyer dieses Events verteilt wurden. Auf Nachfrage
wurde mir dann erklärt, dass der Ausverkauf nur für die
inländischen (polnischen) Tickets gülte. 20% der insgesamt zu
vergeben Tickets wären für ausländische Gäste reserviert und
da würden noch kleine Kontingente zur Verfügung stehen. Meine
Order für ein Ticket erfolgte prompt, ebenso wie ich die
Bestätigung vom Ulalasalsa-Team bekam, incl. des Angebots für
diverse, direkt vor Ort gelegene günstige
Übernachtungsmöglichkeiten.
So gerüstet, war dann auch noch die Buchung für einen Flug mit
Lufthansa nach Krakau für 149,- Oironen schnell erledigt.
Waldemar und Ingo die mitkamen, orderten alles in gleicher
Weise, ohne Probleme.
Los gings am besagten Freitag schon um 4:00, da unser Flieger
bereits um 6:35 von München abhob.
Am Krakauer Flughafen sorgte ein kostenloser Shuttlebus für
die Weiterfahrt zur nahegelegenen "S-Bahn", die einen im
30-minütigen Turnus direkt zu Krakaus Hauptbahnhof bringt. Das
ganze kostet dann umgerechnet so ca. 1,50 Oiro, incl. eines
handgeschriebenen Tickets -JA, dort gibt es noch so richtige
Schaffner! Nostalgie kommt bei uns auf.
Bereits um 8:30 waren wir dann im Zentrum Krakaus angelangt.
Sightseeing war angesagt und wir bestaunten die extrem gut
hergerichtete Altstadt, die durch eine Parkanlage mit
Stadtmauer umgeben, eindeutig zu identifizieren war. Die erste
Latte Macciato und ein dunkles Bierchen (eigentlich waren es
ja zwei) ;-) schmeckten danach umso besser. Ein schönes
Restaurant mit riesen Portionen beendete unseren ersten Part.
Da wir alle vor der Eröffnungsparty noch eine Mütze Schlaf
nehmen wollten, beschlossen wir, rechtzeitig unser Hotel "Salin"
in Wieliczka, einem 10km entfernten Vorort Krakaus,
aufzusuchen.
Da uns der Zug dorthin so knapp vor der Nase wegfuhr,
beschlossen wir, nach Nachfrage mit dem Bus zu fahren.
Die reinste Abenteuerfahrt, wie sich sogleich herausstellte!
:-O Besagter Bus war ein Minibus, ein "Transporter" ausgebaut
mit 20 Sitzplätzen. "Lustig" mit Aha-Effekt wird's dann aber,
wenn im besagten knapp 40 Leute (incl. Gepäck versteht sich)
transportiert werden, so nach dem Motto des japanischen
U-Bahnsystems, gibts genug Druck von draussen, lassen sich
drinnen die Leute gut zusammenstauchen! :-) Interessant wurde
es dann an jeder kommenden Haltestelle, besonders wenn ein
Gast von hinten aussteigen wollte, da das Gefährt nur vorne
eine Türe hatte! :-) Ich denke, dass für die Beschreibung
dieses Ausstiegvorgangs, "Tortour" durchaus zutreffend ist.
;-)
Da man sich ja anfangs noch nicht so auskannte trennte uns
dann noch ein ca. 20-minütiger Fussmarsch zum Hotel zu unserem
wohlverdientem, knapp 3 stündigem Schlaf.
Gut erholt und frisch geduscht ging's dann abends im
bereitgestellten Shuttlebus direkt in "medias res", zur
Eröffnungsparty in den Krakauer Club "Kameleon".
Die Fullpässe wurden schnell organisiert und ab gings hinein
in den riesigen Diskobereich, der deutsche Standards nicht im
gringsten zu scheuen braucht.
Die ersten tanzwütigen waren schon auf der Tanzfläche und
bedingt durch den stets vorhandenen leichten Frauenüberschuss,
war eine tanzwillige Salsera schnell gefunden. Da dies dann
doch nicht so schnell ging wie erwartet war nur dem Umstand zu
verdanken, die Qual der Wahl zu haben und seine Stielaugen
wieder unter Kontrolle zu bringen! :o) Soooo viele extrem
gutaussehende und guttanzende Salseras auf einem Fleck zu
Gesicht zu bekommen, ergibt sich nicht alle Tage, wobei
zweiteres Attribut (guttanzend) erst auf den zweiten Blick
festgestellt werden konnte! :o) WOW!!
Das Tanzniveau durchweg SEHR bis EXTREM HOCH.
Es wurde sowohl LA/NY als auch Cubana getanzt -Respekt!
Wie wir in Gesprächen erfahren haben gilt es in Polen als
unhöflich und respektlos Körbe zu verteilen, insofern bekommt
man(n) da auch (fast) keine.
(Also ich habe das ganze Wochenende über keinen bekommen!)
:-)) Hierzulande wird das zwar auch so empfunden, nur
interssiert es hier niemanden.
Andere Länder, andere Sitten und diese ist ganz bestimmt nicht
die schlechteste! :o)
Highlights des Abends waren natürlich die Shows, durchweg nur
von polnischen Gruppen inszeniert und vorgetragen und die
Geburtstagsparade von Jazzy, die Melissa und Luiz kurzfristig
organisierten. Es gab viel zu lachen und zu schmunzeln
besonders die immerwährende Selbstdarstellung unseres Jazzys
-aber so kennt man Ihn eben.
Müde, ausgepowert aber zufrieden brachte uns um 3:30 der
Shuttlebus wieder direkt in unser Hotel "Salin".
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Der Samstag Morgen begann prächtig mit einem Frühstücksbuffet,
das keine Wünsche offen lies. Anschliessend trennten sich
unsere Wege, da die Workshops in unterschiedlichen Lokations
ausgerichtet wurden. Die "Advancler" durften schon mal
ganztägig in das Salzbergwerk zu den Workshops "abtauchen",
die "Pre-Intermediats" und "Intermediats" mussten sich
oberirdisch begnügen, sie waren erst sonntags an der Reihe die
Workshops unten geniessen zu können.
Nach ca. 10 minütigem Fussweg vom Hotel aus erreichte ich auch
schon den Eingangsberich zum Schacht. Ich musste knapp 10
Minuten warten, bis auch ich an der Reihe war, 125m in die
Salzsole hinunterzuschiessen. Das ganze Einstiegssystem
bestand aus drei Aufzügen, die einen in ca. 30 Sekunden
magenmerklich spürend, rasend in die Tiefe brachten, wobei ein
Aufzug auschliesslich für das Salsavolk reserviert war, die
beiden anderen waren auch weiterhin für das "gemeine
Touri-Fussvolk" da. ;-) Jeweils immer zu neunt ging es ein
einer extrem engen Kabine gen unten. Was mich unten dann
erwartete war schlicht "DER HAMMER"!! Durch ein ausgeklügeltes
Gangsytem, mal mehr, mal weniger breit und hell, gelang ich
schliesslich über eine breite noble Holztreppe in den
Veranstaltungsraum. WOW, was für eine Größe! :-O Das hätte ich
so nicht gedacht, einen langen riesigen Saal mit
Kronleuchtern, Bühne, Sitzgelegenheiten und einer Musikanlage
vom feinsten. Beste Voraussetzungen also, die Workshops
zumindest optisch und platzmässig gut verfolgen zu können.
Stirnseitig war unser Tanzbereich durch eine Kordel vom
Durchgangstouriverkehr getrennt, die durch den Saal und einen
kurzen Gang in ein schnuffiges Restaurant mit moderaten
Preisen gelangten. Interessiert und mit Videokameras im
Anschlag vervolgten viele staunend unsere Trainingseinheiten.
Hie und da sah man sogar schmunzelnderweise ein paar Leute
fröhlich im Takt mitschwingen, da war bestimmt eine(r) dabei
die vom Salsavirus infiziert wurde! :-) Organisatorisch
bedingt, konnte man leider nicht während der Workshops
wechseln. Insofern beäugte ich während der ON2-Workshops und
des Ladystylings die ganze Anlage. Leider war auch die
Museumsbesichtigung immer schon ausgebucht, so dass ich diesen
Part leider nicht "mitnehmen" konnte, aber auch so sah ich
schon genug.
Um 15:00 beschloss ich vorzeitig nach oben zu gehen, um noch
eine Portion Schlaf zu nehmen, um an der abendlichen Party
ausreichend fit zu sein -ich bin eben nicht mehr der Jüngste!
;-) Mit dem Salsa-Festivals-Bändel am Handgelenk hatte unten
so jeder quasi VIP-Status und ich wurde an den Massen von
Touris vorbei, direkt und persönlich an dem für uns
reservierten Aufzug begleitet. Zu sechst schossen wir wieder
nach oben und ich genoss bei einem Schoko-Eis den lauen
sonnigen Spätnachmittag, da unten, zumindest in den Gängen nur
knapp 14°C vorherrschten (im "Saal" waren es aber immer so um
die 18-20°C).
Im Hotel dann schlief ich auch sofort ein, nur um dann um
19:15 jäh von meinem Wecker geweckt zu werden. ;-) Da Waldemar
und Ingo ja ganztägig "oben" waren, konnten Sie sich schon mal
Wieliczka ansehen und hatten ein nettes Restaurant ausfindig
gemacht, das wir nun aufsuchen wollten. Dumm nur, wenn man
vorher nicht reserviert hatte! Der Laden war zum bersten mit
einer "Rentnergang" voll, wie auch das zweite Restaurant. :-O
Hungrig zogen wir also gen Stadtmitte. Keine 100m weiter sahen
wir da eine kleine Pizzeria. Vom Design her war das Teil wohl
nur als "take-away" gedacht, trotzdem gab's drei kleine
Tische, einer davon noch unbesetzt. Die Speisekarte war
einfach, es gab ausschliesslich nur Pizza, dafür in jedweder
Kombination. Also Bestellung kurz aufgegeben (der Pizzabäcker
hinter dem Tresen war gleichzeitig Kellner), die Getränke
entgegengenommen und 10 Minuten später bereits hielten wir
unsere Pizza im wahrsten Sinne des Wortes "in Händen", da die
Pizzateller viel zu klein für die Monsterteile gewesen sind
und der Rand der Pizza weit über den Tellerrand hinausragte
-"Wagenrad" anstatt Pizza wäre hier weitaus angebrachter
gewesen -und das ganze für knapp 4,- Oironen! :-) Pappsatt
hatten wir so wenigstens die Grundlage für einen ausgiebigen
Partyabend. :-) Um größere Staus an den Aufzügen zu vermeiden,
hatte jedes Level sein eigenes Zeitfenster für die Abfahrt. Um
20:50 waren wir an der Reihe und unten angelangt konnte ich
die staunenden Gesichter meiner Freunde beobachten, die das
Bergwerk ja noch nicht kannten. Schon beim Ausstieg aus dem
Fahrstuhl schlug uns die 3-2 Clave in die Gehörgänge und so
wuchs auch unsere Vorfreude auf die schon beginnende Party.
Als wir den Saal erreichten, waren schon ein paar tanzwütige
auf der Tanzfläche. Jeder Quadratmeter des Raumes konnte
genutzt werden, da durchgehend bester Parkettboden vorhanden
war, der sofort auch von uns in Beschlag genommen wurde! :-)
Nach ausgiebigen salsen mit den anwesenden Schönheiten war ich
doch sehr froh, dass ich um 0:30 etwas Pause bekam, da nun die
Shows angesagt waren. Diesmal kan die ganze internationale
Salsaelite mit auf die Bühne. Mambomike, Jazzy, Luiz&Melissa,
die "Latin Lovers" usw., gaben Ihr bestes, wobei mir
persönlich die Show von Neeraj + Partnerin diesmal am besten
gefallen hat.
Danach gings wieder weiter mit der Sucht fröhnen und um ca.
5:00 Uhr hies es dann auch für mich "Schicht im Schacht" (im
wahrsten Sinne des Wortes!) ;-) Total kaputt sank ich gg. 5:30
ins Bett.
Mein Wecker klingelte Sonntag morgen dann schon um 8:30, da
ich mich für die Heimreise rüsten musste. Eine Dusche brachte
mich vollends in den Wachzustand, anschliessend wieder ein
gewohnt üppiges Frühstück und letztlich ein Taxi brachte mich
dann zum Bahnhof von Wieliczka um dort den Anschlusszug nach
Krakau, sukzessive zum Flughafen zu bekommen. Die Heimreise
gestaltete sich als absolut problemlos und so konnte ich die
ganze Zeit sorglos das ganze Wochenende Revue passieren
lassen.
Fazit:
Definitiv mein bisherig ungewöhnlichstes und schönstes
Salsafestival das ich bisher erlebt habe. Bis auf unsere kl.
"Buseskapade" und die fehlende Möglichkeit des wechselns der
einzelnen Workshops war das ein Top-Event der Superlative.
Wie ich heute erfahren habe gibt's am 3-5.10.2008 eine
Fortsetzung! 3x dürft ihr raten, wo ich da wieder sein werde!
;-)
Hasta luego
Johannes
Zu den Fotos
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