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Bericht “Live from Buena Vista - The Havana Lounge” im
Brunnenhof am
1. Juli 2007
Zwei der populären Klassikabende in frischer Luft und unter
freiem Himmel waren an diesem Wochenende wieder mal angesagt.
Wer sich dabei ganz auf die Veranstaltungen am Odeonsplatz
konzentriert hatte, vergaß leicht, dass am Sonntag, gleich in
der Nachbarschaft, auch der Brunnenhof mit Programm
aufwartete. Dort, bei den steinernen Löwen, wo die
Ludwigsstraße anfängt, führte das Rezept mit einem der
Jungstars, dem Starpianist Lang Lang, Klassik einem breiten
Publikum zu präsentieren, zu einem ausverkauften „Haus“. Hier,
bei den bronzenen Löwen, versuchte man einen anderen Klassiker
namens Buena Vista, mit Zugnummern älteren Semesters, zu
vermarkten. Eine Art Rangordnung zwischen den beiden ließ sich
schon zu anfangs erkennen: Um den Anmarsch der Musikfreunde zu
entzerren, verlegte der Brunnenhofveranstalter den Beginn um
eine Viertelstunde nach vorne. Das ausverkaufte Areal an der
Feldherrnhalle schien übrigens kaum jemand, der dort ohne
Karten leer ausgegangen war, die paar Meter weiter südlich
Richtung Residenzstraße bewegen zu können. Da blieb es nur
mäßig gefüllt. Nun sind die Kassenmagneten der Buena Vista
Bewegung in der Zwischenzeit ja leider schon fast alle
verstorben. Umso mehr konnte man gespannt sein, welche Summe
an Jahren sich auf der Bühne zusammenfinden würde. Pünktlich
um viertel vor acht, eher „unkubanisch“, erschienen in Julio
Alberto Fernandez und Teresa Garcia Caturla zwei der „alten“
Garde mit einem Begleitensemble, das jüngeren Generationen
zugerechnet werden konnte.
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Die aufaddierte Lebenserfahrung blieb somit
überschaubar. Mit guter Stimme und guter Laune spielte die
Truppe ein Routineprogramm, Mit der dritten Sängerin; Maria
Viktoria Rodriguez, wechselte man sich in der Bühnenpräsenz
ab, sodass für ausreichende Ruhepausen gesorgt war. Nur zu
Beginn und am Ende konnte man alle drei Gesangssolisten
gemeinsam erleben. Standesgemäß begann der Reigen bei „Chan
Chan“ und hörte bei „Guantanamera“ auf, ganz wie das Publikum
sich das wohl erwartet hatte. Stellenweise, soweit sie etwas
Raum hatten, konnte man die Qualität einzelner Musiker
herausblitzen hören. Nicht überraschend für die Lokalität,
hatte die Bestuhlung wieder eine stark magnetische Wirkung auf
die Sitzenden. Da halfen auch alle Animationsmühen der zweimal
während des Konzertes durch die Stuhlreihen tänzelnden Señora
Caturla nur kurz für Abhilfe. Letztlich blieb es wieder
erstaunlich, wie diese Musik, die doch in Kuba keiner mehr
hört, es schafft, Klischees weiter zu nähren. Wenigstens gibt
sie Musikern die geschätzte Gelegenheit, außerhalb ihres
Landes zu touren, und hiesigen Besuchern den Spaß, aber auch
die Illusion, vermeintlich authentisches Kuba zu erleben.
Übrigens, einer hat dann aber doch noch die Rangfolge an
diesem Abend umgekehrt: Der Wettergott. Heftige Schauer
setzten noch ein. Während jedoch die „Brunnenhofler“ trocken
den Ort des Geschehens verlassen konnten, wurde die Gemeinde
an der Theatinerkirche doch ziemlich durchwaschen. Manchmal
zahlt es sich aus, nachzugeben und früher dran zu sein.
Stephan
(alias
el
misionario)
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