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Salsafestival Switzerland
23. – 25.02.2007
Die offizielle
Pre-Congress-Warm-Up-Party im „Palais X-tra“ am Donnerstag
konnte ich leider nicht miterleben, da mich die eiserne Hand
der Pflichten in München hielt. Jedoch vernahm ich, dass der
erwähnte Club, besonders zur Kongresszeit, einer der „Must-Gos“
in Zürich ist. Mit von der Partie waren wie im letzten Jahr
unter den VIPs der Mega-Organisator
Albert
Torres
und die immer lächelnde und alle Tänzer auffordernde
Edie the
Salsafreak. Als
Show überzeugte die Darbietung von
Salsa
Spirit Dance Company,
die Schüler von Lokalmatador
Ivano
(Salsastudio), welcher als einer der starken Vertreter des NY
on2 in Zürich gilt und so auch seine Schützlinge eine sehr
schöne on2-Choreografie tanzen ließ, was mit großem Beifall
auch von den bereits angereisten Stars honoriert wurde.
Wie ich mir
sagen ließ, kamen auf der Party auch meine eher
Salsa-Cubana-Begeisterten Freunde voll auf ihre Kosten, was
das breite Spektrum, welches diese Veranstaltung schon zu
Beginn abdeckte, positiv widerspiegelt.
Ich selber schwang mich dann
endlich am Freitagnachmittag am Münchner Bahnhof in meinen
EC-Zug Richtung neutrales Territorium. Endstation: Zürcher
Hauptbahnhof - für die anderen, Startschuss zum
MEGA-Wochenende für mich! Ein kurzes Sightseeing von der Tram
aus, schnell im Hotel umgezogen und gleich wieder weiter.
Sowohl die Opening Party als auch die weiteren Ereignisse des
Festivals fanden alle erstmalig einheitlich unter dem
mächtigen Dach des Kongresshauses Zürich statt: Ein
riesengroßer Komplex mit zahlreichen Räumen und Sälen, breiten
Treppen und tollem Parkettboden - ideal für eines der größten
Salsa-Events Europas! Die Show-Sets waren für 22:00 Uhr
angesetzt, welche sich aber etwas verspäteten, was Director
Thomas
Stadler
selber verärgerte. Nichtsdestotrotz hatten die Besucher
während der Verzögerung ihren Spaß durch das „Sich-Schon-Mal-Warm-Machen“
auf, vor, und neben der Tanzfläche (Sala Celia Cruz), denn es
fand sich einfach überall ein geeignetes Plätzchen zum Tanzen!
Ich habe noch nie so viele Salser@s auf einen Haufen gesehen!
Presenter Albert Torres erklärte dann bei der Eröffnungsrede
des Festivals, dass die Organisation sich an den weltweiten
Trends orientiere und das gesamte Salsafestival Switzerland
2007 zu einer „No-smoking-area“ erklärt hätte! Stimmt! Überall
diese Schilder und nirgendwo der lästige Rauch! Genial! Die
hartnäckigen Raucher wurden gebeten, auf dem Raucherbalkon „Smoker’s
Paradise“ über dem Foyer ihrer Sucht nachzugehen. Aus Neugier
machte ich später einen kleinen Abstecher dorthin. Viel los
war da nicht – vergleichsweise (zu dem Bienenhaufen unten) -,
was mich in meiner Meinung bekräftigte: Echte, ehrgeizige
Salser@a nutzen ihre Lungenkapazität eben für eine andere, der
Gesundheit wesentlich zugetaner, Sucht… nämlich der Tanzerei!
Beeindruckend war dann beim
Show-Set schon das Opening der „Zürich
Salseras“,
was als bayerisches Pendant so a la „Münchner Salseras“
zurzeit leider eher nicht realisierbar wäre. Alle
Top-Tanzlehrerinnen der Alpen-Stadt, in dem Fall acht,
lieferten eine echt tolle, durch ihre knappen Kostümchen noch
dazu mega-heiße Choreographie ab! Die dann folgende
Yamulee
Dance Company
stach im wahrsten Sinne des Wortes durch die ziemlich großen
männlichen Tänzer hervor, aber auch durch die dezente, mit
vielen kleinen Highlights gespickte Performance. Auch hier
erkannte man(n) die Tendenz zum Minimalismus bezüglich der
Bekleidung bei den weiblichen Künstlern innerhalb des
Showbusiness: Nur ein Hauch von BH und Hotpants mit einem
Fetzen am rechten Arm muss reichen! Que rico! Als nächstes war
besonders Jugend und Schnelligkeit geboten:
JR & Emily,
zarte 21 und 17 Jahre alt, drehten wohl sicherlich ein paar
Löcher in den Bühnenboden, denn die Spins, vor allem von dem
Mädel, konnte man nur mit Slow-Motion-Funktion in der Kamera
zählen, unglaublich! Die berühmte Gruppe
Tropical
Gem (hier mit
vier Paaren angereist) war nun an der Reihe und heizte dem
Publikum mit einer wilden 8-Personen-Afro-Musikal-Formation im
Sosa-Style richtig ein. Die zwei Paare von
Hacha y
Machete
lieferten da ein wenig Kontrastprogramm mit einer eleganten,
body movement und N.Y.-style Choreo. Auch Cuba war sehr stark
und professionell vertreten durch
Maykel
Fonts und
Partnerin. Mit viel Kraft bei ihm und viel Weichheit bei ihr
stellten sie die generellen Gegensätze und Widersprüche dar,
welche auch auf der Insel der ewigen Revolution anzutreffen
sind. Als Abschluss ließ Thomas Stadler den Tornado
Johnny
Vazquez mit
seiner Mariachi-Casanova-Performance und seinen zwei sexy
Partnerinnen über die Bühne fegen. Die Freitagsshows waren
insgesamt nicht zu lang, aber eben vom Feinsten! Das darauf
folgende Konzert mit „Europas bester Salsa-Live-Band“
Mercadonegro
hatte es in der Tat in sich! Fetziger Live-Sound steckte auch
den noch so muffeligsten, notorischen „Bei-Einer-Live-Band-Am-Tanzrand-Stehenden“
an und machte einen zum echten Ausdauersportler. Dann gab’s
solide, gut durchmischte Musik aus der Konserve bis ca. 2.00
Uhr.
Die
anschließende Afterparty mit open end im Club „Le Bal“ im
Erdgeschoss des Kongresshauses ließ ich für mich klugerweise
ausfallen, um wenigstens einen Bruchteil von meinem enormen
Schlafbedürfnis zu erhalten…
Am Samstag
ging es pünktlich ab 11:00 Uhr los. Im Vorfeld hatte ich mir
auf der Festival-Internet-Seite den Plan angeschaut und war
echt begeistert gewesen von den fünf mal sechs (!) parallel
laufenden Workshops. Die Organisation hatte zudem genau darauf
geachtet, dass durchweg zumindest eine Stunde eines bestimmten
Salsa-Stils vertreten war, damit ein sich spezialisierter
Teilnehmer von Morgens bis Abends seines Unterrichts, eben in
seinem jeweiligen Stil, sicher sein konnte!
Ich entschied mich als allererstes
für meine zweitliebste Musikrichtung: Hip Hop.
Lieb J
(Salsaché) verband seine speziellen Moves und Breaks mit Salsa
zu einer sehr coolen Mischung! Die Choreo wurde ziemlich gut
und ausführlich erklärt.
Danach wagte ich mich (meine
persönliche Premiere!) an
Johnny
Vazquez
ran. Wer ihn einmal in einer Show erlebt hat, möchte seinen
rasanten, zackigen Stil auf jeden Fall auch er-, oder
zumindest näher kennen lernen. Mit seiner lustigen und
anspornenden Art gab er uns eine echt hotte Pattern, welche
durchaus noch im Rahmen des Möglichen lag – wenn man fit und
gut drauf ist…
Zur Mittagspause um 13:15 Uhr gab
es dann für 30 Minuten die so genannte „Stargate Show“: Neu
aufsteigende Künstler konnten darin ihr Können präsentieren;
die Zuschauer bestimmten per Applaus, welcher der Acts am
Abend auf der großen Gala-Party erneut auftreten durfte. Das
Rennen machten verdientermaßen die
Swing Kids
(die Schüler der großartigen Swinguys), welche eine bunte,
lustige Show, ganz im Einklang mit ihren Lehrern,
präsentierten.
Nach einer verdienten Stärkung
ging es für mich weiter mit dem Leader von
Tropical
Gem,
Señor Sosa und seinem eigens kreierten Stil. Die schnelle,
abwechslungsreiche Abfolge und die genialen Breaks machten die
gelernte Figur zu einem echten Augenschmaus. Thanx!
Nun war mit
Rene Gueits
von den Salsalovers aus Miami eine Rueda eingeplant, um ein
wenig zu entspannen. Von wegen! Seinem Motto „I always teach
very fast!“ gerecht zu werden, setzte er mit einer extrem
langen Figur an, welche nur Paarweise, später rotierend
einstudiert werden sollte. Als ihm dann die Zeit knapp wurde,
brach er ab und ließ uns die letzten fünf Minuten endlich
Rueda tanzen, mit einfachen Basic-Kommandos und ohne jene
komplizierte Figur…
Als letzte Stunde brauchten wir
was echt Aufbauendes! Da kamen die
Swinguys
genau richtig: Partnerwork on 1, Funny Swing Salsa!!! Juhuuu!!!
Schon die Gesichter der Vierköpfigen Truppe - immer gut
gelaunt und mit einem kleinen Grinsen auf den Lippen –
strahlen so viel Freude und Charme aus, dass man sich richtig
wohl fühlt bei denen. Die in der Tat lustige bounce-ige (eben
der Swing-Anteil) Salsa-Figur machte den doch langsam müde
werdenden Teilnehmern aber enorm viel Spaß und mobilisierte
die letzten Kräfte. Der Unterricht der Swinguys ist eben
einfach genial gestaltet: Jede Einheit der Figur wird
technisch genau erklärt und gezeigt, um dann mit einer kleinen
Sketch-Einlage aufgelockert zu werden. Dadurch merkt man sich
die einzelnen Komponenten und auch den Ablauf unheimlich
schnell und leicht und hat viel Spaß beim wiederholen. Was
Humor alles bewirken kann…
Ermattet aber
froh schleppten wir uns ins Hotel, nahmen unterwegs noch was
Leckeres zu uns und versuchten ein wenig die Äuglein zu
schließen, bevor…
…
die große Gala Party mit lauten Trompeten-Fanfaren uns
Unwissenden ihre Tore öffnete. Gleich um 22.00 Uhr wurde
pünktlich der erste der beiden Showblöcke von den zwei MCs,
der reizenden
Anita
Petrovic
und dem No. 1 Promoter
Albert
Torres,
begonnen. Los ging’s mit der bereits gesehenen Show der
Stargate-Gewinner, den
Swingkids.
Auch
JR & Emily
stellten erneut ihre Schnelligkeit und Exaktheit unter Beweis.
Nun folgte eine abwechslungsreiche Darbietung von
Alberto
Valdes y su Clave Negra,
wie man sie von dieser in Italien stationierten cubanischen
Vier-Mann-Gruppe kennt: Viel Afro und Openshines, ein paar
Rueda-Elemente und ein fulminanter Percussion-Teil.
Aguanilé
und
Jazzy & Amy
lieferten hingegen ihre gewohnten, nur leicht modifizierten,
professionellen Shows ab. |
Anschließend servierte
Yamulee Dance Company
eine weitere, anspruchsvolle, elegante Show. (Die knappen
Kleidchen sind bei denen wohl Programm! :D ) Zum Ende des
ersten Showblocks zündete
Tropical
Gem auch zum
zweiten Mal eine Musical-Bombe, diesmal im Sinne des US
Volkssports No. 1: American Football. Mit greller
Schutzkleidung, Zahlen auf Brust und Rücken und
„Kriegsbemalung“ gingen die 8 TänzerInnen Salsa-mäßig in zwei
Mannschaften aufeinander los. Da war wirklich egal, welches
Team nun gewann, der Zuschauer hatte ein wildes Treiben auf
der Bühne – echt stark! In der Pause durfte sich das selber
etwas hibbelig gewordene Publikum ein wenig auflockern und die
von der Bühne erhaltene Energie wieder loswerden- aber nur, um
im zweiten Showblock erneut mit einer mächtigen Ladung Power
überhäuft zu werden:
Marco B. y
Flamboyan Dancers
lieferten eine coole Red-Tuxedo-Performance ab und bewiesen,
dass auch Salseras in Hosenanzügen echt scharf aussehen können
und mindestens genauso gut die Männer-Openshines beherrschen.
Auch der Münchner Cubaner
Israel
Gutierrez war
mit von der Partie und ließ sich von den Zürichern für seine
Robot-Show feiern. Dem Zuschauer wurde dann eine exakte,
fließende und weiche Choreo von
Neeraj &
Ania – ganz im
Maskara-Stil - geboten. Als nächstes erfüllten
Tito &
Tamara mit ihrer
unheimlich starken Bühnenpräsenz den ganzen Festsaal. Das
sympathische puertoricanische Ehepaar ist schon seit langem
tänzerisch auf der höchsten Profi-Ebene unterwegs und lässt
das gespannte Publikum in einer andauernden Ehrfurcht vor der
Grazie und Anmut ihrer Darbietung erstarren. Aus einer ganz
anderen Ecke heraus überzeugten ebenfalls
Salsaché
mit ihrer lässigen Zwei-Mann-Hip Hop-Salsa-Choreographie. Auch
Hacha y Machete
und
Maykel Fonts
und Partnerin hatten an diesem Abend jeweils eine weitere,
höchst energiegeladene Show zu bieten, welche nur vom
Wirbelwind
Johnny Vazquez
höchstpersönlich getoppt werden konnte: Als Schiedsrichter in
schwarz-weiß entfachte er zwischen seinen beiden Mädels einen
hitzigen Ring-„Kampf“, den schließlich er selber gewann, da
das Publikum wild applaudierte. Man hätte zufrieden sein
können mit dem Gesehenen, denn das Salsa-Herz schlug wieder
höher und die Füße meldeten sich auch langsam zurück. Doch was
wäre heutzutage ein großes Salsa-Event, wenn wohl die
erfolgreichste Truppe der Szene nicht eingeladen worden wäre,
nicht ein paar Workshops abgehalten hätte und nicht
aufgetreten wäre? Die Rede ist natürlich von den
Swinguys!
Ihre Shows von 2005 und 2006 hatten Begeisterungsstürme
ausgelöst und dazu geführt, dass sie auf keinem Kongress oder
Festival fehlen durften. Nun hatten sie eine weitere neue
Performance im Gepäck und ausnahmslos alle im Saal warteten
auf die Premiere des garantierten Spektakels: Als allererstes
flippten die Zuschauer bei dem Menschlichen Motorrad aus,
gefolgt von den extrem Akrobatischen Elementen und dem
Zurückspulen von Handständen. Jedoch bei den unglaublich
synchronen und perfekt getimten kleinen Sketchen waren sie
einfach nicht mehr zu halten! Ich erwischte mich selber dabei,
wie mir der Mund offen stand…, zum Schluss der Show konnte ich
einfach nicht mehr und schrie mir die Lunge aus dem Hals –
denn ich wollte MEHR!!! Mega! Nein, Giga! Salsa-Swing is in!
Aber auch das Beste Programm hat mal ein Ende und so
versammelten sich alle Künstler auf der Bühne, um noch ein
schönes Gruppenbild abzugeben. Dann waren die „normalen“
Salser@s an der Reihe…
Was mir noch
am Vortag voll vorgekommen war, stellte sich wie eine nette,
vom Verhältnis Platz/Person großzügige Salsa-Party dar, denn
nun erblickte ich, was ein wirkliches Bienennest bedeutet!
Auch noch so jedes kleine Fleckchen Platz im ersten Stock
wurde wertvoll genutzt und zur Tanzfläche umgewandelt – kein
Problem bei dem allerorts genialen Boden! Allerdings ließ ich
auch am zweiten Tag die Afterparty (natürlich mit open end!)
sausen, denn ich wollte doch wenigsten etwas vom Sonntag
erleben…
Leicht schläfrig schlurfte ich
mich am nächsten Mittag zu den Workshops. Diesmal hätte es
sogar sechs mal sechs (!) parallel laufende Stunden gegeben…
Damit das Aufwachen bei mir mit richtig viel Power von Statten
gehen sollte, holte ich mir gleich die zweite Lektion aus dem
Hause
Vazquez:
Johnnys tolle, aber auch komplizierte Abfolge erforderte
einiges an Konzentration, allerdings half sein strukturierter
Unterricht sehr dem Erinnerungsvermögen. Nach einem kurzen
Abstecher bei den
Swinguys,
welche ihre „Introduction to Swing, All levels“ abhielten
(super Anfangs-Choreo, anschließend Swing-Grundschritt-Teil
mit coolen Figuren aus der Show! Schon mal mitgemacht, aber
immer wieder schön und immer wieder leicht verändert!) schlich
ich mich mitten in die Stunde von
Alberto
Valdes. Auf dem
Plan stand Partnerwork on 1, Casino Cubano, Advanced Level,
also nahm ich an, dass eine komplizierte Wickelfigur gerade
durchgekaut wurde. Dabei hatte ich nicht bedacht, dass bei
einem echten Casino-Unterricht alle Figuren auch in die Rueda
eingebaut werden! Nach ein paar Mal auf der Seite die Figuren
durch abgucken üben, konnte es dann für mich losgehen mit
einer schnellen, anspruchsvollen, manchmal chaotische, dadurch
aber sehr spaßigen Damen-kennenlern-Parade-Runde, sozusagen
Mega-Speed-Dating im cubanischen Sinne… Somit ein toller
Abschluss der Workshop-Session!
Nach der verdienten Stärkung und
dem gewöhnlichen Procedere des Sich-frisch-und-fertig-machens
rieb ich mir die Hände für den Finalen Spurt des Festivals:
Die Good-bye-Party! Erneut um 22.00 Uhr gab es zunächst ein
Show-Set des so genannten „Swiss
Salsa Summit“,
sprich die Besten Schweizer Künstler boten ihre Performances
dar. Zusätzlich bewiesen
Tito &
Tamara ihre
unglaubliche Professionalität ein weiteres Mal und brachten
das Publikum erneut zum Beben durch ihre Eleganz und
Intensität. Als finale Performance präsentierte
Johnny
Vazquez noch
sein Album durch die echt gute Single-Auskopplung „Baila
Rumbero“, welche, wie er erklärte, eine Hommage an seinen
ältesten Bruder Francisco Vazquez sei. Er habe ihn in die
Salsa eingeführt und ihm den Weg geebnet für eine erfolgreiche
Laufbahn darin. Durch jenes Hintergrundwissen fuhr es einem
während der Gesangseinlage bei einigen Textpassagen richtig
durch Mark und Knochen. Danach waren die DJs El Malo und Dave
an den Turntables dran. Nun konnte man sich ganz und gar dem
widmen, wozu wir uns alle dort eingefunden hatten: Mueve tu
esceleto! (Beweg’ deine Knochen!) Gewöhnlich trifft man bei
der Abschlussparty nur noch auf die ganz harten
Ausdauertänzer, doch vor meinen Augen bot sich fast das
gleiche Bild wie die zwei Tage zuvor: Nicht viel weniger
Salser@s tummelten sich hier und dort und machten erneut an
diesem Abend das Event zu einem der Superlative.
Somit war
klar, dass ich die letzte Afterparty im „Le Bal“ nicht noch
mal versäumen durfte! Wenn schon, denn schon!
Mitten in der
Fiestanacht erwiesen einige Instructors zusammen mit Albert
Torres eine äußerst nette Geste: Mit Schweiz-Fähnchen bestückt
setzten sie sich auf die Haupttreppe und winkten und schrieen
laut auf, wenn jemand des Weges kam. Nach einigen dutzend
Malen dieser euphorischen Begrüßung hatten sie zu Genüge die
anderen Gäste eingeschüchtert (keiner traute sich mehr vorbei
zu gehen) und riefen einheitlich im Chor nach ihrem Mann,
welcher sie alle zusammen gebracht hatte und sich durch seinen
sympathischen Charakter beliebt bei ihnen gemacht hatte: „Tho-mas!
Tho-mas! Tho-mas!“ Ein Augenblick, der sich mir tief in mein
Gedächtnis eingebrannt hat, und bei dem wohl jeder einfach nur
gerne Thomas Stadler hätte sein wollen... Aber schon war der
echte Mr. Director da und hielt ein Plakat mit seinem höchst
erfolgreichen Event in die Kamera - ein wenig Werbung machen
ist ja immer drin. Das Vorangegangene zeigte klar und
deutlich, wie sehr das gesamte Event von Menschen für Menschen
gemacht war, vor allen Dingen, weil Thomas selbst öfters
erwähnte, wie froh er um sein Dream-Team, bestehend aus Katja
Mebert (Rechte Hand, Ticketing, Verkauf, Administration),
Jessy Summa (Sponsoring, Marketing, gesamte Organisation),
Stefano Amato alias DJ Malo (Produktion, inklusive Shows und
Workshops) und Steven Hafner (Website, Promotion), aber auch
die zahlreichen Freiwilligen, sei und er sich „keine
geeigneteren Leute zur Realisierung eines solchen Events
vorstellen“ könne. Ja, bei solch einem Event, wo eigentlich
alles passte, kann es wohl wirklich keine besseren Mitarbeiter
geben.
Zum Abschluss
und vielleicht sogar persönlichen Höhepunkt des Festivals
kamen wir (Alina, Clausi und ich) in den Genuss einer alten
Tradition, wie Thomas einer Kamera und uns verriet: Der
Veranstalter höchstpersönlich hat die letzten Festivalgäste
mit dem Shuttle-Salsafestival-Bus (welcher zwischen der
Jugendherberge und dem Kongresshaus gratis zur Verfügung
stand!) nach Hause, bzw. zum Hotel zu fahren! Wow! Dabei
lernten wir diesen vor Kraft, Energie und Tatendrang nur so
strotzenden Thomas Stadler noch ein wenig genauer kennen,
welcher meiner Meinung nach auf den ersten Blick eigentlich
viel zu jung wirkt für den Director des Salsafestival
Switzerland. Seine sportlich, elegante Erscheinung verrät
bereits seine über 13-jährige Erfahrung als Salsa-Tanzlehrer
und seine außerordentliche Sprachbegabung (tadelloses
Französisch, Spanisch und Englisch; neutral geprägtes
Hochdeutsch ;) ) zeigt, dass er sich auf verschiedenste Art
und Weise zu verständigen weiß, nicht nur was das Linguale
betrifft. Ein außerordentlicher Mann hinter einem
außerordentlichen Event! Vielen Dank für die Zusammenarbeit
und das nette Gespräch! Der Erfolg gibt Euch Recht und
sicherlich auch viel Kraft, um das Abenteuer „Salsafestival
Switzerland“ aufs Neue Jahr für Jahr in Angriff zu nehmen!
Salsalu2,
Carlos
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