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Reisebericht zum Salsafestival „Baila
en Cuba 2006“
Salsakongress Hamburg, Salsakongress Zürich, Salsakongress
München – das ist uns allen ein Begriff. Jetzt gab es aber zum
ersten Mal einen Salsakongress in der Wiege der Salsa: in
Havanna auf Kuba! Und wir waren dabei! Nach dem fast
10stündigen Flug betraten wir am 26. November 2006 das Hotel
Habana Libre, das schon in den sechziger Jahren mit seinen 25
Stockwerken und dem Blick vom Nightclub „Turquino“ über die
ganze Stadt und auf das Meer beeindruckte. Wir stellten nur
schnell unsere Koffer in die riesigen Zimmer und fuhren mit
dem Aufzug hoch. Da drehten sich schon die Diskokugeln und das
Dach wurde gerade aufgefahren, so dass wir den Sternenhimmel
ganz Kubas über uns zu sehen glaubten. Eine Liveband spielte
Salsa und begrüßte die Teilnehmer des Festivals, das morgen,
am Montag, offiziell beginnen sollte. Doch begonnen hatte das
Festival eigentlich schon diesen Nachmittag, denn da gab es
eine Stadtrundfahrt durch Havanna mit seinen
Kolonialstilhäusern, den alten amerikanischen Autos, der
berühmten Uferpromenade Malecón und den lebensfrohen Kubanern.
Am Abend fanden dann Tanzshows statt, bei denen die
kubanischen Tänzer jeden mit offenem Mund staunen ließen. Mit
Begeisterung erzählte mir Thomas, Tanzschüler aus dem Circulo,
wie fantastisch die Shows gewesen seien: „Da gab es eine
Gruppe, die Rueda de Casino aufgeführt hat, so etwas habe ich
noch nie gesehen! Das war so dynamisch und perfekt, das war
toll!“. Und Vladimir von der Tanzschule Salsakubana aus
Augsburg meinte voller Erstaunen: „Wow, sind die gut“. Ein
Extra war der Auftritt der Erfinder der Rueda de Casino. Ohne
die inzwischen fast 70jährigen wären wir um ein Stück „Salsakultur“
ärmer. Nachdem sich die Teilnehmer des Festivals im Nightclub
ein wenig kennen gelernt hatten und die ersten Salsaschritte
auf Kuba getanzt hatten, gingen wir schlafen.
Am Montag, 27. November, starteten die Workshops nach dem
Wahnsinns-Frühstücksbuffet. Mit dem Aufstehen hatten wir kein
Problem, denn in München steht man früher auf – der
Zeitunterschied zu Havanna beträgt sechs Stunden. Wir wurden
in vier Tanzlevels eingeteilt, wobei unser Kursraum, der des „Nivel
Avanzado“ wieder der Clubraum im 25. Stock war und wir den
ganzen Tag über einen wunderbaren Blick über die ganze Stadt
genießen konnten. Los ging es ab dann fünf Tage lang immer mit
Rumba Cubana. Live-Percussionisten und Sänger begleiteten den
Unterricht und am letzten Tag konnten wir wirklich alle die
afrokubanischen Bewegungen des Guaguancó im Spiel mit unseren
Tanzpartnern tanzen. |
Fast jeder Teilnehmer hatte schon von Deutschland aus
einen kubanischen Tanzpartner bzw. eine kubanische
Tanzpartnerin gebucht, die bei schwierigen Tanzschritten
weiterhelfen konnte. Ein Übersetzer versuchte, die Erklärungen
des Tanzlehrers und der beiden Tanzlehrerinnen auf Deutsch und
Englisch weiterzugeben. Danach ging es immer weiter mit Son.
Auf Kuba wird – im Gegensatz zu Deutschland – sehr viel Son
gespielt und auch getanzt. Son zu tanzen ist wunderschön, es
fühlt sich getragen und weich an und mir hat das Son-Tanzen zu
dem Stück „Echale Salsita“ fast am besten gefallen.
Die Mittagspause war Swimmingpool- Zeit. Da trafen wir uns
alle, sonnten uns ein wenig unter karibischer Sonne mitten im
Dezember, aßen eine Kleinigkeit und tauschten Neuigkeit aus.
Da jeder Kubaner auch irgendwie Musiker ist, gibt es auch die
Musikinstrumente zu kaufen, die für Salsa wesentlich sind.
Lila, Tanzschülerin der Tanzschule Salsa y Corazon hat dies
gleich ausgenutzt: „Heute gehe ich eine Clave kaufen, die gibt
es für 2 Pesos Convertibles hier gleich um die Ecke in einem
Musikgeschäft.“
Nach der Mittagspause standen vor dem Rueda- und Salsakurs
noch Schritte, Bewegungsabläufe und Drehungen ohne Partner auf
dem Programm. Wir lernten Mamboschritte und -bewegungen,
Bamboleo und noch viele andere Schrittkombinationen mehr, die
jeden Tag um weitere Details und Geschwindigkeit erweitert
wurden, bis wir zum Schluss eine ganze Choreographie auf einen
Song von Los Van Van einstudiert hatten. Denn am letzten Abend
trat die Gruppe Los Van Van auf – neben Charanga Habanera der
Höhepunkt des ganzen Festivals und der Livekonzerte. Denn mit
den Workshops allein war das Festival noch nicht komplett:
Jede Nacht gab es eine Salsaparty und es spielten jedes Mal
mindestens zwei der angesagtesten Bands Kubas: Yumurí y sus
Hermanos, Manolito Simonet y su Trabuco, NG La Banda, Haila,
Pablo FG, Anacaona, Azúcar Negra, Elito Revé y su Charangón,
Puppy y los que Son Son und Pachito Alonso y sus Kini Kini.
Das Konzert von Los Van Van war ausverkauft, die Halle tobte,
die Hüften rotierten, der Rum floss in Strömen, die Augen
flirteten, Heiratsanträge wurden gemacht und alle sangen bis
zum Schluss. Da am nächsten Morgen um 6 Uhr früh die Parade zu
Fidel Castros 80sten Geburtstag angesagt war, hatten die
Organisatoren des Festivals sogar eine Ausnahmegenehmigung
einholen müssen. Eigentlich durfte ab 21 Uhr keine Musik mehr
gespielt werden. Für uns ging es aber noch weiter bis um 2 Uhr
Früh! Insgesamt nahmen ungefähr 300 Teilnehmer an dem Festival
Baila en Cuba 2006 teil. Argentinien, Italien, Polen,
Österreich, Deutschland und natürlich Kuba – diese und mehr
Nationen waren dabei. Und es wird eine zweite Auflage geben:
„Baila en Cuba 2007“ findet vom 25. bis 30. November 2007 in
Havanna auf Kuba statt.
Reisebericht verfasst von
Sonia Glatz, Tanzschule
Salsa y
Baile
VIELEN DANK!!! |