Salsa Congress Munich.
3. - 5.
November 2006
Nach dem gemütlichen „Gesellenabend“ in der Hirschau bei der
Pre-Congress Party am 02.11.06 nutzen wir den seinem Namen
alle Ehre machenden Workshop-freien FREItag, um uns endlich
mal richtig auszuruhen, denn schon am Abend ging es nahtlos
mit den Feten weiter: Dazu bretzelten wir uns erneut auf für
die eigentliche Opening Party in der Tonhalle. Bei ziemlich
vollem Haus gab es dann pünktlich um 23.15 Uhr (!) die
allerersten Shows des Salsa Congresses mit den eher
unbekannten, einheimischen Künstlern. Einzige Ausnahme: Manuel
Mascarell mit Partnerin als professioneller Abschluss des
Showblocks. Neben bereits Erwähntem sind meiner Meinung nach
auch zwei weitere Auftritte besonders hervorzuheben:
Zunächst einmal „Mimo’s Dancers“ bestehend aus vier Schülern
der „Mimo Salsa Academy“ mit einer schönen,
abwechslungsreichen L.A.-Cuban-Show. Es freut mich, behaupten
zu können, dass der Lead-Tänzer dieser Truppe ein guter Freund
von mir ist, mit welchem ich zusammen Salsa lernte und lange
Zeit unterwegs war. Dass er ein solch guter Tänzer werden
würde war schon von Anfang an zu sehen. Ich wünsche ihm und
seiner tollen Partnerin und dem Rest der Truppe auf jeden Fall
viel Glück und Erfolg in der Zukunft! Sabor Cubano, Grigory!
Des Weiteren lockerten die „MBS Dancers“, geleitet von Ian,
mit ihrer kraftvollen Hip-Hop-Salsa-Show den Abend deutlich
auf, da die allesamt jungen Tänzer mit den Streetdance -
Komponenten den Focus weg vom Paartanz richteten.
Zu guter Letzt wurden dann alle Lehrer nacheinander auf die
Bühne gebeten (bestellt oder gerufen wäre hier aber wohl der
passendere Ausdruck...) und mit einem tosenden Beifall voller
Vorfreude auf die nächsten zwei Tage empfangen. DJ Malo war
jetzt am Zug und wusste seinen Job, wie auch letztes Jahr,
sehr gut zu machen. Zu einem Groß-Event gehört eben zunächst
eine schön lange Warm-Werd-Party bis in alle Herrgottsfrüh,
sodass man auch ganz bestimmt nicht fit zu den ersten
Workshops erscheint...
... Aber zu den zweiten! Unter dem Advanced-Level in der
Tonhalle ging’s für uns los mit Super Mario & Susana Montero (Partnerwork)
mit einer anspruchsvollen Figuren-Kombi a la
Großer-Mann-Manier: Spielen mit den Pausen! Seine
übersichtliche Einteilung der einzelnen Figurenelemente machte
die Stunde bei ihm sehr angenehm und sein Slapstick-Humor
erinnerte uns Schüler immer daran, dass wir eigentlich aus
Spaß tanzen!
So nun weiter zu... was? 12:15 Uhr und schon Mittagspause?
Wenn’s der Veranstalter so will... hatten um die Uhrzeit auch
schon wirklich Hunger! Ein ausgiebiges Essen in der
benachbarten Nachtkantine war aber durchaus ratsam, denn nach
dem lunch break kam wohl der Höhepunkt des Tages. Frisch aus
L.A.: Francisco Vazquez mit seiner neuen Tanzpartnerin Cindy (Partnerwork)!
Die vielleicht einfachste advanced Figur des ganzen
Workshopplans, jedoch mit so viel style und breaks, dass es
zum Dahinschmelzen war. Dem ältesten und erfahrensten der
Vazquez-Brüder schaut man einfach so gerne zu und saugt die
moves förmlich in sich hinein, man kann gar nicht genug
bekommen!
Im Gegensatz dazu boten uns anschließend Rudy & Barbara (Partnerwork
on 2) eine happige Figurenabfolge im N.Y.-Stil, welche
schätzungsweise nur ein Drittel der Teilnehmer (mich
ausgeschlossen) hinbekamen. Dies lag wohl an der zwar
engagierten, aber leider doch sehr schnellen Unterrichtsweise
Rudy’s und der vielen ähnlichen Komponenten in der Kombi
selbst.
Bis jetzt waren die Kurse alle relativ zielorientiert und
ernst abgelaufen, außer bei Super Mario, und so sollte es auch
weitergehen: Foodwork & Styling mit der kleinen Ruby Karen
(welche als Tänzerin top, jedoch didaktisch nicht so gut
geeignet ist) für die Mädels und dem großen, schlanken David
Nieto für die Jungs. Bei der anspruchsvollen, tollen
Openshine-Abfolge verging die Zeit wie im Fluge, aber auch die
Konzentration schwand dahin wie eine Kugel Eis in der prallen
Sonne.
|
Doch selbige wurde uns wieder in die Herzen gebracht durch den
Retter in der Not und versorgte uns mit Unmengen an Vitamin D:
Farid von Salsa Conga (Partnerwork). Mit seiner lustigen,
quirligen Art und einem ungeheuren Showtalent steckte er alle
noch Anwesenden an, zauberte ein Lächeln, bei manchen gar ein
echtes Lachen, auf die gebeutelten Gesichter und entließ uns
dann doch frohen Mutes zu der wohlverdienten Abendpause.
Nun das übliche Programm: Schnell essen, schnell ein wenig
schlafen, noch schneller fertig machen (man hat ja
verschlafen) und abdüsen zur Gala Party, erneut in der
Tonhalle. Ein gesteckt volles Haus mit einer grandiosen
Stimmung wartete bereits auf unsere Ankunft! Um ca. 23:00 Uhr
kam die Vorstellung der Mitwirkenden, Sponsoren, Partner,
etc., worauf dann zwei kurz hintereinander gelegte Showblocks
folgten, welche bei der Hauptparty natürlich besetzt waren mit
den berühmten, internationalen Künstlern wie Jazzy aus Oslo
(eine ungewöhnliche one-man openshine-choreo), das
harmonische, dennoch unglaublich verrückte Paar Louis Vazquez
& Melissa aus L.A. (ungeheuer lustig und extrem
abwechslungsreich, mit allem, was zu einer richtigen Show
dazugehört! 1A!), Ruby Karen & David Nieto, ebenfalls aus L.A.,
(tja, das Übliche: Ein Mann macht unglaubliche Lifts & Drops
mit der kleinen Tänzerin), Farid & Adil von Salsa Conga aus
Frankreich (geniale Zwei-Mann Salsa-Hip-Hop Formation mit
Akrobatikelementen) und schließlich Francisco Vazquez & Cindy
aus L.A. als Highlight des Abends (soviel Lockerheit,
Coolness, aber auch Körperbeherrschung und Eleganz auf einmal
ist echt kaum zu ertragen!).
Vor der für Congresse verpflichtenden, „lustigen“
Instructors-auf-der-Bühne-Formations-Vortanz-Runde schnappte
sich Francisco das Mikro und entschuldigte sich bei den
Besuchern für seine und Louis Abwesenheit im letzten Jahr.
”When you get in the USA they don’t ever want you to get out
again.” Dann war das Publikum dran. Unser Münchner DJ David
„El Diablo“, der seinen Job sehr gut gemacht hatte, wurde
abgelöst von DJ Malo und die Devise des restlichen Tanzabends
lautete: Alle mit allen, jeder mit jedem (selbstverständlich
tanztechnisch! Nicht das, was ihr wieder denkt!). Bis ca. drei
Uhr hielten wir durch, dann empfing uns das schöne, gemütliche
Bettchen großzügigerweise und gab uns aber auch nicht vor 14
Uhr des Folgetages frei...
Zur vierten Stunde trödelten wir gerade noch zum Ende des
Unterrichts von Super Mario ein. Eine schön komplizierte Figur
wurde schnell noch auf Chip gespeichert und wartet seit dem
auf Aufmerksamkeit und Überarbeitung. Francisco & Cindy (sie
kam leicht verspätet, aber fit) gönnten uns darauf eine erneut
wundervolle Abfolge mit shines und style - ganz großes Tennis!
Zum Schluss kam Jazzy voller Elan und Energie, meinte, dass
wir entweder Partnerwork oder Salsa-Hip-Hop machen könnten, da
es schon genug Spin- und weitere Technikstunden gegeben habe.
Weil aber kein weibliches Opfer für Partnerwork zu finden war
(Susana Montero weigerte sich trotz heftigem Zurufen - sie
hatte bestialischen Hunger), machten wir uns an eine coole, „jazz“ige
Choreographie. Schöner Abschluss eines tollen Workshopplans!
Das Finale fand, wie auch schon die kleine Eröffnung des Salsa
Congresses, in der gemütlichen Hirschau statt. Einige
nationale wie auch internationale Künstler gaben sich noch mal
dem nimmersatten Publikum hin und lieferten kleine Shows ab.
Der Höhepunkt des Abends waren allerdings Louis Vazquez und
Farid, welche vollkommen ausgelassen wie kleine Kinder
rumtollten (Männer bleiben innerlich eh immer Jungs) und
ungeheuer viel Spaß und gute Laune verbreiteten. Erschöpft,
aber erfüllt machten wir uns um ca. 2:30 Uhr nach Hause.
Was bleibt noch zu sagen? Eines: Danke, Mimo & Imad! Ihr habt
auch 2006, wie 04 und 05, wieder Mal ein tolles Event auf die
Beine gestellt und dem Namen „Salsa Congress“ in München alle
Ehre gemacht. Wir freuen uns auf ein ebenso turbulentes und
gut durchorganisiertes Wochenende im nächsten Jahr und drücken
Euch weiterhin die Daumen.
Salsalu2,
Carlos
Zu den
Fotos
|