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Bericht Sergent Garcia Muffathalle
05.10.2006
Er wollte uns vielleicht Rätsel
aufgeben, als er die Bühne mit einer kunstvollen Gesichtsmaske
betrat. Mit dieser Maske zollte er seinen Tribut an „lucha
libre“, eine Art mexikanischen Ringkampf. „Die größten Stars
tragen diese Masken unterschiedlicher Art. Selbst in der
Öffentlichkeit legen sie sie nicht ab. Manche lassen sich
sogar damit begraben. Darüber hinaus ist es eine Art
Erinnerung, dass wir doch alle Masken tragen“, sagte Sergent
Garcia in einem Interview. „Nichts ist, wie es scheint.“ „Mascaras“
ist auch der Titel seiner neuen CD, mit der er angereist kam.
Nicht dass er wirklich verschwunden gewesen wäre, aber er
hinterließ eine Menge fragender und enttäuschter Gesichter,
als er letztes Jahr in spartanischer Soundsystembesetzung am
gleichen Ort aufgekreuzt war. So war es dieses Mal nur ein
mittelgroßes Häuflein geworden, das es noch mal mit ihm
versuchen wollte. Doch Sergent Garcia hatte nichts zu
verbergen. Schnell legte er die Maske ab und zeigte sein
wahres Gesicht. Mit neu gemischtem Programm spielte er sich
quer durch alle Stile.
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Ganz der Alte, zeigte er, wo der Ursprung des Salsamuffin
liegt. Ob Salsa, Reggae, HipHop, Cumbia, kubanisch,
afrikanisch oder auch Funk. Keiner mischt so gekonnt wie er.
Unterstützt wurde er von einer druckvollen, multikulturell
latino-besetzten Begleittruppe. Es war eine wahre Freude, dem
Treiben zuzusehen. Wer obendrein rechtzeitig gekommen war,
konnte sich von Madera Limpia einstimmen lassen. Bekannt
geworden durch den eindrucksvollen Film „Paraiso“ bewegen sich
die Kubaner langsam aber stetig nach oben. Wurden die beiden
Sänger letztes Jahr noch von lokal ansässigen Musikern
begleitet, kamen sie an diesem Abend mit Unterstützung aus
Kuba auf die Bühne. Ihre Alltagsgeschichten aus dem
kubanischen Oriente untermalten sie mit ihrer anregenden
Mischung aus Son, Changüi, HipHop, Rap und Reggaeton. Ihren
Vorreitern Orishas wächst da ernsthafte Konkurrenz heran.
Selten hat man an einem Abend eine solche Vielfalt an
Musikstilen gesehen. Übrigens, Sergent Garcia präsentierte
sich am Ende wie er gekommen war – mit der Maske.
Stephan
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