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Flamenco mit Facettenreichtum
Am 3.August besuchte ich die Premierenvorstellung des
Teatro Espanol – Bolero Flamenco.
Das spanische Ensemble, das aus 35 Tänzern, Musikern und
Sängern besteht, zeigt derzeit im Prinzregenten Theater drei
Originalchoreografien von Rafael Aguilar. Dadurch wurde ein
großes Spektrum des Flamencos gezeigt.
Über die Herkunft des Begriffs „Flamenco“ gibt es kontroverse
Meinungen, ob nun von den Flamen, von Zigeunerstämmen oder
aber aus den Begriffen „flameante“ (strahlend, leuchtend) oder
„flama“ (hell, grell, sichtbar), die typischen Elemente des
Flamenco sind das Zusammenspiel aus Gesang, Tanz, der Musik
und den Fuß- und Klatsch-Rhythmen.
EL RANGO ist ein Tanztheater Stück nach dem Drama „Bernarda
Albas Haus“ von Garcia Lorcas. Die Handlung beschreibt die
Statusbesessenheit einer Mutter zu ihren 5 Töchtern. Die
jüngste Tochter rebelliert, indem sie ihre erotischen Wünsche
in der Nacht tanzend auslebt, die Konfrontation mit der Mutter
endet tragisch.
Sehr eindrucksvoll wurden hier mit Modernem Tanz in Verbindung
mit Sprache, Bewegungskanon und der Musik des Flamenco die
tragische Geschichte erzählt.
Während die Tänzer sich nun umzogen,
präsentierten die Musiker ein Zwischenspiel. Mit zwei
Gitarren, einer Flöte und Percussion wurde nun zum ersten mal
die Lebensfreude der Truppe präsentiert.
Danach kam der wohl jedem bekannte BOLERO (Musik: Maurice
Ravel). Umgesetzt wurde er mit einer Frauengruppe in elegantem
Rot (und später einsetzenden Tänzern), die bald die
Bühnenmitte freigaben für die zentrale Figur des Stücks, ein
junger Mann mit freiem Oberkörper, der mit dem Rhythmus des
Stückes spielte mit immer wieder folgenden Bewegungen. Diese
sinnlich optische Umsetzung begeisterte das Publikum (und
mich!) mit exzellenten Tänzern und Ausdruckskraft.
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Nach der Pause folgte „SUITE FLAMENCA“. Nun zeigte die
Kompanie einen tanzexplosiven Streifzug durch die Gefilde des
Flamenco. In dezent attraktiven Kostümen saß die Gruppe
zusammen mit den Musikern, Sängern und Tänzern in einem Kreis
auf der Bühne, um die jeweiligen Solisten anzufeuern. Feuer
pur zeigte die rassige Rosa Jiménez mit ihrer Alegria, bei der
im wahrsten Sinn des Wortes die Fetzen flogen. Gefolgt wurde
sie von einer Petenera im weißen Schleppenkleid. Dann der
Höhepunkt des Stückes, Francisco Guerrero zeigte mit seiner
Farruca ein Zapateado Feuerwerk, spielte differenziert mit
Fußrhythmen und einem Spazierstock als zusätzlichem Taktgeber.
Nach dem Finale der gesamten Truppe wurden sie von dem
beifallklatschendem Publikum zu 2 Zugaben zurückgeholt.
Was mich an dem Abend besonders begeistert hat, war der
Facettenreichtum zwischen Modern Dance und Flameco, Musik und
Rhythmus, Leidenschaft und Ausdruckskraft, ohne sich des
„bunten Kastagnetten Klischees“ zu bedienen.
Das Prinzregententheater begeistert mich immer wieder durch
die Konstruktion der Sitzreihen. Jeder Platz bietet freie
Sicht auf die Bühne (im Gegensatz zu so manch anderem Theater
in München) und somit ein Augenschmaus für jeden, der gutes
Sitzfleisch auf den Holzstühlen beweist.
Brigitte Finger
(Noch bis 13. August 2006 in München Prinzregententheater)

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