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Salsakongress Sofia 2006
Zum zweiten Mal fand am vergangenen
Wochenende das „Fanta BGSalsafestival“ in Sofia
statt. Mehr
als 4000 Salseros folgten dem Aufruf von Hauptorganisator
Stefan Elenkov und seinem Team und kamen an diesem strahlend
schönen Wochenende in die bulgarische Hauptstadt. Als
Workshoplocation und Kongresshotel fungierte das Hotel
„Princess Sofia“, in dem ein Großteil der Teilnehmer auch
übernachtete. Die Parties dagegen fanden allesamt im
Military Club knappe 10 Minuten per Shuttelbus entfernt
statt. Das eingerichtete Shuttlebus-System zwischen Hotel und
Partylocations funktionierte bis auf kleinere
Zeitverschiebungen sehr gut. Aber der Reihe nach.
Nachdem ich
bereits am Frankfurter Flughafen zwei bekannten Salseros in
die Arme gelaufen war, die ebenfalls beide mit mir nach Sofia
fliegen würden, konnte das Wochenende richtig losgehen. Bei
strahlend schönem Sonnenschein verließen wir Frankfurt
planmäßig und erreichten bei ebenso schönem Sonnenschein +1
Stunde Zeitverschiebung die bulgarische Hauptstadt. Ankunft
Sofia-Airport, Freitagnachmittag. Erster positiver
Eindruck: mit der richtigen (offiziellen!) Taxi-Gesellschaft
bezahlt man für die knapp 15km lange Strecke zum Hotel nur 5€.
Nach Registrierung und Check-In im Hotel wurde erst einmal das
Programmheftchen in die Hand genommen, um zu sehen, was uns
dieses Wochenende alles erwarten würde. Nationale und
internationale Shows, eine große Auswahl an interessanten
Workshops, die bulgarischen Salsameisterschaften sowie die
Vorausscheidungen standen ebenso auf dem Programm wie Party
bis 7 Uhr morgens.
Die
Freitag-Abend-Shows fanden alle im Bulgarian Army Theater
statt. Das sehr schöne Theater (allerdings war es heillos
überfüllt) zauberte ein unbeschreibliches Feeling in den Saal.
Alle Zuschauer hatten einen guten Blick auf die sehr gut
ausgewählten Shows. Neben nationalen Tänzern wie Los Pambos
und Salsa Caliente waren bereits heute schon große Namen wie
Alex Lima, Leo Rose, Salsa Dance Squad und Tropical Gem
vertreten. Den Höhepunkt machte aber sicherlich die
Performance der Swing Guys aus Italien mit ihrer
einfallsreichen und komischen Comedy-Show ganz im Zeichen von
Stars and Stripes. Das Publikum war von Anfang bis Ende
begeistert. Standing Ovations und ein nicht endender Applaus
empfing alle Artists nach allen Shows zurück auf die Bühne wo
alle gemeinsam nochmals für das tobende Publikum tanzten.
Direkt im
Anschluss ging es weiter zur Welcome-Party zum Military
Club der nur schräg gegenüber des Theaters lag und in
seinen verschiedenen Räumlichkeiten alle Parties des
Wochenendes beherbergen würde. Die Welcome-Party war geprägt
von chronischem Platzmangel und schlechter Luft in den Räumen,
obwohl ein etwas versteckter riesiger Raum im Eingangsbereich
fast leer war. Der vorhandene Balkon diente als gerngesehene
Abkühlmöglichkeit und auch als stilleres Plätzchen um die ein
oder andere Bekanntschaft zu schließen. Und da die
Getränkepreise bei einem durchaus akzeptablen
Durchschnittspreis von 1€ lagen, konnte auch die Hitze
durchaus ausgehalten werden. Als um 3 Uhr morgens das letzte
Lied gespielt wurde, teilte sich die Masse. Die einen nahmen
den Shuttlebus zurück zum Hotel, die Tanzwütigen gingen in die
Bar at the end of universe um bis 7 Uhr morgens
weiterzufeiern.
Für alle im
Hotel „Princess Sofia“ untergebrachten Nachtschwärmer wurde
der Samstag bereits um kurz vor 10 Uhr schon zum Tag,
wenn man noch etwas vom Frühstücksbüffet bekommen wollte. Dies
hatte den Vorteil, dass die um 11 Uhr beginnenden Workshops
bereits sehnsüchtig erwartet wurden. Auf Grund kleinerer
technischer Probleme startete das ganze jedoch erst gegen
11:30 Uhr, was der Laune der Teilnehmer aber keinen Abbruch
tat und die einzige Ungereimtheit des ganzen Wochenendes
bleiben sollte. Ein bunt gemischtes Workshopprogramm von Rueda
über Rumba, Bachata, ChaChaCha hin zu den Klassikern LA/NY und
den verschiedenen Styling-Klassen für Männlein und Weiblein
erwartete uns. Besonders interessant war der Zouk-Kurs, den es
nur sehr selten auf einem Kongress zu finden gibt.
In der
Mittagspause fand die erste Ausscheidungsrunder der BG
Fanta Salsa Competition statt. Neben sehr vielen
bulgarischen Amateur- und Profitänzern hatten sich auch ein
paar ausländische Paare aus Deutschland, Italien und der
Türkei an den Contest gewagt. Jedoch stellte man sehr schnell
fest, dass zumindest das Herz des Publikums national schlug.
Nichtsdestotrotz schafften es die beiden deutschen Paare bis
ins Finale am Sonntagabend!
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Der Samstag
verging wie im Flug und schon machte man sich bereit für die
große Galanight im Military Club. Diesmal wurde der
Raum gewechselt, das gesamte Abendprogramm fand in einem
großen und herrschaftlich anmutenden Saal mit Kronleuchtern
und Stuck-bearbeiteter Decke statt. Einzig die Bühne, mit
knapp 2 m Höhe war etwas gewöhnungsbedürftig sowohl für Tänzer
als auch für die Zuschauer, aber so konnte auch der in der
letzten Reihe stehende Salsero noch gut sehen. Die Shows boten
ein sehr abwechslungsreiches Programm, alle Stars gaben sich
die Ehre, nur Luis&Melissa von Mas Salsa Brava mussten auf
Grund einer Verletzung ihren Showauftritt absagen. Auch heute
war das Showfinale wieder in italienischer Hand, doch diesmal
in umgekehrter Reihenfolge: erst die Swing Guys, dann Tropical
Gem. Und wieder war das Publikum begeistert! Wie bereits am
Vorabend kamen die hartgesottenen Tänzer erst wieder gegen 7
Uhr direkt zum Frühstück nach Haus, was niemanden davon
abhielt, vier Stunden später wieder an den 11 Uhr Workshops
teilzunehmen. Hier noch ein Lob an den Veranstalter, dass in
allen Workshopräumen kostenlos Wasserspender zur Verfügung
standen!
In der
Mittagspause fand die zweite Qualifikationsrunde für die am
Abend statt findende BG Fanta Salsa Competition mit
Qualifikation zur World Salsa Championship Las Vegas 2006
statt. Und auch heute war die Ausscheidung in bulgarischer
Hand. Die Jury mit insgesamt 9 Mitgliedern, darunter Susanna
Montero, Luis Vazquez, Maria von Los Pambos, Paul Young von
SalsaUK und noch viele mehr, hatten keine leichte
Entscheidung, die 10 Finalisten bekannt zu geben, die am
Sonntagabend noch einmal gegeneinander antreten würden.
Und an diesem
Abend geschah, was die Salsawelt bis dato noch nicht gesehen
hatte. Bereits im Vorfeld war klar, dass die Gewinner entweder
Kiki&Eli von Los Pambos oder Alfredo&Maria von Alfredo Style/Vamos-Salsa
sein würden. Beide Paare stammen aus Sofia, gehören den beiden
größten Tanzschulen der Stadt an und hatten jeweils die Hälfte
des Publikums auf ihrer Seite. Dementsprechend laut wurde es,
als beide Paare gemeinsam auf der Bühne den Social-Dance-Teil
des Wettbewerbs tanzten. Als Anmerkung hierzu: Die Reihenfolge
wer mit wem auf der Bühne steht, wurde per Los entschieden!
Also schon der erste Zufall, dass die Lokalmatadore gemeinsam
antraten. Noch größer aber die Überraschung, dass die 9
Jury-Mitglieder in den 6 zu bewertenden Kategorien beiden
Paaren unabhängig voneinander die gleiche Punktzahl gaben! Das
hatte die Salsawelt noch nicht gesehen. Zwei Gewinner und es
ging sicher alles mit rechten Dingen zu, musste doch fast zwei
Stunden auf das Ergebnis gewartet werden. Umso größer die
Freude auf der Bühne bei den Teilnehmern und auch im Publikum!
Alle lagen sich in den Armen und feierten den Erfolg, nun zwei
Paare zur Weltmeisterschaft nach Las Vegas schicken zu können!
Bei soviel positiver Stimmung wurde auch die Abschiedsparty zu
einem megamäßigen Erfolg. Jeder tanzte mit jedem, es gab so
gut wie keine Körbe, Freudentränen soweit das Auge reichte und
als plötzlich bulgarische Nationaltänze aus den Boxen klangen,
gab es für die Sofianer und bulgarischen Tänzer kein Halten
mehr. Und die Nicht-Bulgaren? Die wurden einfach mitgerissen
in dieses Meer an positiver Energie und purer Lebensfreude.
Dass auch diese Party nicht vor 7 Uhr morgens endete, brauche
ich hier nicht zu erwähnen.
Und schon ging
es zurück nach Frankfurt und kein geringerer als Albert
Torres, Organisator eines der weltgrößten Salsaevents in LA
mit erwarteten 25000 Teilnehmern leistete uns bei diesem Flug
Gesellschaft. Schon ein faszinierendes Gefühl mit jemandem zu
diskutieren, der Salsagrößen wie Tito Puente, Celai Cruz und
Ray Baretto seine persönlichen Freunde nennen konnte und einen
Großteil der heutigen Stars noch in den Anfängerschuhen kennen
gelernt hatte. Thank you to Albert for this wonderful time
Ein kurzes
Resumé zum Schluss: Dieser Kongress war einer der
sympatischten, bestorganisierten und schönsten Kongresse, die
ich je erlebt habe. Ich bin sehr froh, dass ich dabei sein
konnte, gratuliere den Veranstaltern nochmals zu diesem
phänomenalen Erfolg und freue mich bereits aufs nächste Jahr!
von Steffi
Zu den
Fotos
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