|
Wien
Salsa Ball Weekend
vom 12. bis 14. Mai 2006
1. Internationaler Latino Ball
am 13. Mai 2006
Die fünfstündige Anreise mit dem Zug verlief vollkommen
stressfrei, wenn wir auch wegen der frühen Abfahrt (07.30 Uhr)
etwas unausgeschlafen, was aber keinesfalls die Vorfreude
schmälerte, die Reise antraten. Eine schön gestaltete und
übersichtliche Homepage mit einem eigenen Bereich (sowie einem
Chat) für die zahlreichen Teilnehmer und insgesamt fünf
Newsletter informierten im Vorfeld über alles Wissenswerte,
was diese Veranstaltung betraf: Wir konnten auf ein
bemerkenswertes Wochenende gespannt sein.
In Wien angekommen fanden wir uns recht schnell mit den
U-Bahn-Linien und später auch mit den Nachtbussen zurecht. Das
Accor Suitehotel, mit dem der Veranstalter einen Sonderpreis
ausgehandelt hatte und das nur 40 m von der U-Bahn-Station
„Vorgartenstraße“ entfernt lag, bot uns ein großzügiges
Zimmer, welches mit Kühlschrank, Mikrowelle und Wasserkocher
ausgestattet war. Um das leibliche Wohl mussten wir uns also,
auch dank des Spar-Supermarktes um die Ecke, keine Sorgen
machen.
Bereits am Freitag um 17 Uhr begannen die ersten Workshops, wo
auch die Abschlussparty stattfinden sollte, nämlich im
stadtbekannten Latino Club „Floridita“. Henry & Edie hielten
ihre drei Unterrichtsstunden professionell, jedoch mit nur
mäßigem Enthusiasmus ab. Wie erwartet fanden sich hier trotz
dem eine Menge Leute ein, so dass extremer Platzmangel in den
eh schon nicht besonders großen Räumen herrschte. Aber Henry
machte uns auch unter diesen Umständen Dampf unterm Hintern
und entließ, nach zwei Partnerwork- (Cuban und L.A.) und einer
Rueda de Casino Stunde, seine Schützlinge schwitzend zur
wohlverdienten Pause. Denn schon bald ging’s weiter:
Alle bereits anwesenden Teilnehmer waren zur abendlichen
Eröffnungsparty in den „Kursalon“ geladen. „Der 1865 im Stil
italienischer Renaissance erbaute Kursalon zählt zu den
exklusivsten und prachtvollsten Gebäuden Wiens. Besonders die
wunderbare Solitärlage im Wiener Stadtpark, die großartige
Terrasse, von der man direkt in diesen großen innerstädtischen
Landschaftspark gelangt, zeichnen den Kursalon aus,“ nach den
Worten des Veranstalters, denen wir uneingeschränkt
beipflichten können. Eine solche Salsa-Location hätten wir in
München auch gerne... Leider verlief der erste Abend, bis auf
die Vorstellung der Instructors, welche kleine Kostproben des
an diesem Wochenende zu Erlernenden gaben, musikalisch in
jedem Fall „fad“. Während der ganzen Veranstaltung fiel uns
auf, dass in Wien, wie auch in Linz und Innsbruck, vorwiegend
Salsa Cubana getanzt wird... Austria, ein kubanischer Ableger?
Die Workshops am Samstag und Sonntag wurden in den zwei Sälen
mit den wohlklingenden Namen „Strauss“ und „Schubert“ des
Kursalons sowie im Floridita abgehalten. Besonders neugierig
waren wir auf Lee & Shelley aus London, die fünf Stunden des
Wochenendes abhalten sollten, deren Namen wir aber noch nie
gehört hatten. Gleich in ihrem ersten Workshop verstanden sie
es in den von Manuel Mascarell zurückgelassenen Haufen
Salseros, welche wohl von „seduction on the dancefloor“ noch
ganz verwirrt waren, Ordnung zu bringen, denn plötzlich hieß
es „Line up!“ und Lee erklärte, dass wir zu Gunsten des
Lernerfolges häufig Partner wechseln würden. Die sich
harmonisch ergänzenden, gleichberechtigten Partner lieferten
uns zahlreiche, anspruchsvolle und astreine N.Y.-Style Folgen
on 2 mit vielen essentiellen Technikerklärungen. Easy peasy,
wie Lee, der zwei Fische sein eigen nennt, zu sagen pflegt.
Thank you very much! Gorgous!
|
Der groß angekündigte Latino Ball - „Er ist ein feierlicher
Höhepunkt im Rahmen des Lateinamerikanischen und Karibischen
Kulturfestivals ONDA LATINA und steht unter dem Ehrenschutz
von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer“ - am Samstagabend
erfüllte die Erwartungen der Salseros nur teilweise. Das
kubanische Ensemble „Pancho Amat y su Cabildo del Son“ ebenso
wie eine Latino Quadrille und eine Samba Show konnte nur von
einem Teil der Anwesenden genossen werden, da der Strauss Saal
restlos überfüllt war und man sich nur unter Einsatz der
Ellbogen Zutritt verschaffen konnte. Die restlichen
Ballbesucher (derer einige an der Zahl; Wiens high society
lässt grüßen!) amüsierten sich aber scheinbar prächtig und
hatten auch kein Problem mit der Enge und dem verzögerten
Beginn der „internationalen Tanz Shows“. Für ihre extra für
den Ball kreierte Show von Manuel Mascarell und Barbara Cano
trug er ein Renaissance Kostüm und sie eine kleine aufreizende
(durchsichtige) Schleppe, sowie einen Zylinder. Gil & Anke (Austria,
Mexico) hatten ebenso wie Rafael Ruiz und Betty das Motto
„Wilder Westen“ gewählt; während aber Rafael und Betty sich
eher klassisch und unauffällig kleideten, glänzten erstere in
pink und weiß. Die Show von Edie „The Salsa Freak“ und Henry
Herrera entwickelte sich aus „Der Zauberer von Oz“: Henry trug
wie immer ein besonders ausgefallenes Kostüm, er stellte die
Vogelscheuche dar, während Edie natürlich Dorothy verkörperte.
Aber nicht nur die außergewöhnlichen Kostüme, auch die präzise
Choreographie zur abwechslungsreichen Musik und zu Guter letzt
das Espinoza-Rad lösten regelrecht Begeisterungsstürme aus.
Das sympathische Pärchen aus London, Lee & Shelley, erntete
für ihren Auftritt ebenfalls eine Menge Applaus, da auch sie
zeigten, was es bedeutet, mit der und zur Musik zu tanzen. Es
hatte sich doch gelohnt, dass wir uns davor die Füße in den
Bauch gestanden hatten.
Für die Salseros wurde es, besonders in dem für sie eigens
eingerichteten Schubert Saal, erst gegen 2 Uhr richtig lustig,
als bereits viele Besucher den Ball verlassen hatten. Gegen 5
Uhr drehte man ihnen allerdings die Musik ab und forderte sie
zum heimgehen auf.
Im Laufe des Sonntags lichteten sich die Reihen der
Workshop-Teilnehmer zusehends. Wir aber nahmen bis zum
bitteren Ende teil und hatten sogar noch die Energie zur
Abschiedsparty ins Floridita zu gehen. Die Musik dort übertraf
alles am Wochenende gehörte, so dass die Teilnehmer noch jede
Menge Energie freisetzten und die Stimmung bis in den frühen
Morgen genial war. In dieser heiteren Atmosphäre wagte Carlos
dann auch ein kleines Tänzchen mit Lee, welcher sich
unglaublich gut führen ließ. Allerdings endete diese Tanzrunde
zu Los Van Van’s „Tim-Pop con Birdland“ in einem wilden
Afro-Sandwich...
Ein Kompliment an Vincent und Susi vom salsaAustria.com Club,
die die Organisation ihres ersten großen Events bravourös
meisterten. Vielen Dank für diese tolle Veranstaltung!
Servus Wien – vielleicht bis zum nächsten Jahr...
von
Carlos
und
Luna
(Bericht und Fotos)
Zu den Fotos
|
|
Salsa-Munich: Hallo Henry! Wie lautet dein voller
Geburtsname?
Henry: Einfach nur Henry Herrera. Das ist kein
Künstlername und ich habe keine weiteren Namen.
Salsa-Munich: Wo und wann bist du geboren?
Henry: In Habana Vieja in Cuba am 13. Juni 1970.
Salsa-Munich: Dann bist du jetzt 36. Und immer noch so
fit!
Henry: Vielen Dank! Ja…, die Salsa eben…
Salsa-Munich: Besuchst du eigentlich deine Familie in
Cuba?
Henry: Es ist etwas schwierig, weil mein Zeitplan sehr
voll ist, aber ich versuche alle zwei Jahre rüber zu fliegen.
Salsa-Munich: Wie und wann bist du zur Salsa gekommen?
Henry: Meine Eltern waren beide Tänzer in Cuba und
natürlich wollte ich von klein auf auch tanzen. Mit 7 Jahren
habe ich dann angefangen.
Salsa-Munich: Verdienst du dein Geld ausschließlich mit
Salsa?
Henry: Ja, eigentlich schon. Ich hatte Gastaufritte in
Serien wie Miami Vice als Tänzer, aber auch in Videoclips von
Manolin, el Médico de la Salsa und Sonora Caruselles war ich
dabei und in den Musicals Bobby Brown, High Five, Sense Appeal
und Norri Monation.
Salsa-Munich: Wie viele Tanzschuhe hast du?
|
Henry: Ach du *******! Das weiß ich jetzt nicht genau,
aber du kannst mir glauben, eine Menge!
Salsa-Munich: Und welche ist deine Lieblingsmarke?
Henry: Die Capezio-Schuhe find’ ich richtig gut.
Salsa-Munich: Du bist ja einer der Haupt-Instructor auf
den weltweiten Cuban Salsa-Congressen, deine Domaine ist Rueda
de Casino. Nun sieht man dich aber auch bei eher
L.A.-Style-lastigen Congressen nicht nur den Cubanischen Zweig
vertreten, sondern ebenfalls L.A.-Style Unterricht mit Edie,
the Salsa Freak, abhalten. Hast du mal erlebt, dass die
anderen Lehrer dich etwas herablassend behandelt haben oder
dass es eben eine Antipathie zwischen den verschiedenen Stilen
gibt?
Henry: Nein, überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil! Edie,
the Salsa Freak und Alex da Silva haben mich damals zum Los
Angeles Salsa Festival eingeladen. Sie haben mir geholfen, so
dass ich mich in der USA-weiten Salsaszene etablieren konnte.
Sie gaben mir die Chance, dort zu landen, wo ich jetzt bin.
Salsa-Munich: Vielen Dank.
|