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Ein Reisebericht zur Salsa-Szene in Prag, von Luna und
Carlos.
Für die Städtereise nach Prag schlossen wir uns einer
organisierten Bustour an. Dies schonte sowohl das eigene Auto,
als auch den Geldbeutel und wir kamen in den Genuss eines hoch
gepriesenen, günstigen Hotels, das unsere Erwartungen leider
nicht ganz erfüllte (der Frühstückstraum hatte das Flair einer
Kantine und es schmeckte leider auch so…), aber es lag günstig
zur U-Bahn, die uns in 7 Minuten in die Altstadt von Prag
brachte.
Am ersten Tag kauften wir eine Führung in die Altstadt hinzu,
welche uns am Ende des Rundgangs in die Nähe des „Muzeum“
brachte, so dass wir vorab schon mal die Lage der für diesen
Abend angepeilten Salsatheka checken konnten.
Das Jam-Cafe (dienstags, Narodni 25, 110 00 Praha 1, ab 21
Uhr) machte tagsüber einen angenehmen Eindruck und wir
beschlossen, auch mangels Alternativen, später wieder zu
kommen. Als wir gegen 21 Uhr dort eintrafen (kein Eintritt!),
lief gerade noch der Einführungskurs mit Honsa (zu Deutsch:
Hans ;D ). Der Abend entpuppte sich mehr als Übungsabend
seiner Tanzschule, denn der Tanzstil der anwesenden
TänzerInnen ließ sich unschwer als Honsa’s erkennen. Die
Stimmung war aber dennoch gut und ausgelassen, nur die Musik
eher mäßig, da der DJ wohl sehr auf unbekannten Miami
soft-sound stand. Wir bekamen allerdings fast durchgehend
Salsa zu hören, bis auf zwei Bachata’s (die aber erst gegen
Mitternacht). Als dann das gewünschte erste Timba-Lied von Los
Van Van (Tim-Pop con birland) kam ließen wir uns nicht lange
bitten und legten zu viert eine von Honsa angesagte Rueda
auf's Parkett, welche uns an manche Grenzen brachte, sowohl
was das Tempo anging, als auch die getanzten Figuren (…noch
nie gehört, noch nie getanzt…). Auch ein Tänzchen mit dem
Meister selbst war für Renate eine Herausforderung - sowohl
Cuban- als auch L.A-Style gehört zu seinem Repertoire - und
scheinbar führen alle Tschechen eher etwas spät, was unser
Münchner Mädel ziemlich verunsicherte. Auf der anderen Seite
hatten die von Honsa ziemlich gut unterrichteten chicas einen
sehr fortgeschrittenen, ausgeprägten und mit zahlreichen
Spielerein versehenen L.A.-Style drauf. Im Verlaufe der Nacht
wurde es trotz Ventilatoren mächtig heiß im Jam-Cafe, doch
durch die moderaten Getränkepreise konnten wir dem Körper das
verlorene Wasser (der Caipi kostet durchschnittlich 100 Kronen
= 3,50 € !) wieder in ausreichender Menge zuführen.
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Der Reiseveranstalter ließ uns am zweiten
Tag in den Genuss einer Führung durch den „Hradschin“ kommen
und so waren wir bis zum späten Nachmittag mit Sightseeing
beschäftigt. Zu unserem Erstaunen hörten wir in fast jedem
dritten Laden Latinomusik aus den Boxen (sowohl Salsa, als
auch Merengue und Bachata), Lateinamerika-Boom in
Tschechien??? Bevor wir zum "Tanzenden Haus" kamen, schlürften
wir schnell noch jeweils einen Latte Macchiato (45 Kronen =
1,60 € !) im VLTAVA Cafe Restaurant, und was lief für Musik?
Natürlich Celia Cruz mit "La vide es un carneval"...,
irgendwie aber auch passend zu den vielen Bildern
professioneller Tänzer, die schön ausgestellt an der Wand
hingen. Das Mánes (freitags, Masarykovo nábeží 250, 110 00
Praha 1) machten wir auch noch von außen aus: Ein
quadratischer einstöckiger Betonbau ganz in der Nähe von der
modernen "Tanz-Architektur".
Nachdem wir uns am Abend mit einer superleckeren Tomatensuppe
und Pizza bzw. Lasagne gestärkt hatten, brachen wir zum
Tropison (täglich, Namesti Republik 8, 110 00 Praha 1, ab 21
Uhr) auf. Obwohl uns der Platz bereits vom Vortag bekannt war,
konnten wir das Lokal einfach nicht finden. Wir irrten umher
und fragten eine Menge Leute, die zwar sehr nett waren, uns
aber nicht helfen konnten. Entmutigt wollten wir schon fast
aufgeben, da beschlossen wir, das Einkauszentrum KOTVA doch
noch mal zu umrunden…. und siehe da, ein bisher übersehenes
Schild wies uns den Weg: Ein kleiner Aufzug beförderte uns in
den fünften Stock in eine überraschend große Lokation, die
noch ziemlich leer war. Leider wurde sie auch im Laufe des
Abends nicht wirklich voller… Hier war zu bemerken, dass eher
a la cubana getanzt wurde, womöglich auch ein Übungsabend der
Tanschule vom cubanischen(?) DJ? Hingegen war die Musik
irgendwie monoton, denn man konnte kaum erkennen, wann ein
Lied zu Ende war und das nächste begann, und so guckten wir
lange Zeit den Tänzern zu. Als dann einmal die Scheibe
aussetzte, griff unser Mr. Schlaftablette wohl zur
nächstbesten CD: Los Van Van. Nach drei Liedern aus dem
Live-Album "En el malecón de La Habana" war aber auch schon
Schluss mit dem Genuss und so brachen wir vor Mitternacht auf.
Fraglich, wie ein Club mit vielleicht 30 Gästen überleben
kann, die keinen Eintritt bezahlen. Aber am Wochenende ist
wohl mehr los, denn die Öffnungszeiten beeindruckten uns schon
(von 21 Uhr bis 6 bzw. 7 Uhr). Übrigens: Ein kleiner Abstecher
zur Theke im hinteren Teil des Lokals lohnt sich wirklich! Der
junge Barkeeper hatte es voll drauf, und selbst das
Zum-O-Saft-Greifen (für mein Special-Mix) wurde zum Erlebnis!
Unsere Rückfahrt brachte uns noch nach Karlsbad, aber zwischen
11.30 Uhr und 13.15 Uhr hatte leider keine Salsatheka
geöffnet... (gibt es überhaupt dort eine?) :D
Insgesamt muss man schon sagen, dass Prag eine tolle Stadt
ist! Sie wird uns in Erinnerung bleiben wegen:
- der vielen schönen (alten) Gebäude
- der (echt gefährlichen) Turbo-Rolltreppen und
- der Salsa-Lokale ohne Eintritt...
Ein Ausflug lohnt sich!
Luna und Carlos
(Bericht und Fotos)
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