Bericht Manolito y su Trabuco im Bayerischen Hof am
26.02.06
Wer sich mit Karneval und lateinamerikanischer Livemusik
assoziieren kann und etwas auf sich hält, der geht am
Faschingssonntag in den Festsaal des Bayerischen Hofs. Das hat
mittlerweile eine langjährige Tradition. Allen gelegentlichen
Widrigkeiten zum Trotz, bietet uns die dortige
Veranstaltungscrew immer wieder eine musikalische
Überraschung. Ob echter oder unechter Latino, maskiert oder
zivil, Festsaalanhänger oder Musikfreak, alles drängt sich auf
oder um den Tanzboden, an den Tresen oder sucht sich irgendwo
seine Nischen oben auf den Galerien oder an reservierten
Tischen. Das war auch dieses Mal so. So angenehm und
erfreulich diese Mischung auch immer wieder ist, so war an
diesem Abend die Krux, die damit einhergeht, besonders
auffällig zu beobachten. Zählt doch Manolito Simonet zu den
innovativsten und am meisten respektierten Musikern der großen
Karibikinsel. Das erfordert vom Zuhörer eigentlich
überdurchschnittliche Aufmerksamkeit, um auf die Rhythmen mit
dem angemessenen Verständnis reagieren zu können. Nun hat das
Faschingsvolk, wer mag es ihm verübeln, meist anderes im Sinn.
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So hatte es das kleine Häuflein in den vorderen Reihen
schwer, die von der Bühne kommenden Avancen zu erwidern.
Obwohl die Band doch die erwartet erfreuliche Vorstellung
lieferte. Nachdem sich auch noch die lokale Kubanerfraktion
rar machte in dieser Nacht, war auch von dieser Seite keine
Hilfe zu erwarten. Eine rechte Verbindung wollte sich nicht
einstellen. Dann war da noch der Sound im Saal. Wieder einmal
stellte sich die Frage: Ist dieser Raum von Haus aus nicht
leicht zu beschallen oder will man einfach nicht? Das
vielleicht bei anderen Arten von Musikdarbietungen bewährte
Konzept, gegen Ende den Regler immer weiter nach oben zu
schieben, ist auf alle Fälle keine Lösung. Das verärgert nur
die Besucher. Nichtsdestotrotz vergnügte sich das Volk jeder
auf seine Weise. Manolitos Mannen spielten ein wenig nebenher.
Zusammen wäre es halt viel schöner gewesen. Vielleicht lässt
sich ja das nächste Mal der kubanische Karneval mit in den
Flieger packen.
Stephan
(alias
el
misionario)
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