Salsafestival Switzerland 2006 im Kongresshaus Zürich, 24. –
26.2.2006
Als echte zugezogene Zürcherin war mir bereits im letzten Jahr
nach dem Zürcher Salsakongress klar, dass ich im nächsten Jahr
auf jeden Fall wieder kommen werde. Nicht nur, weil Zürich
mehr und mehr zu meiner zweiten Heimat geworden ist, sondern
auch weil der Kongress einfach gigantisch ist. Deswegen freute
ich mich bereits das ganze Jahr auf meinen „Heim-Kongress“.
Donnerstag, die Pre-Party wärmt auf
Endlich war es dann soweit. Am Donnerstag, 23.2. sollte es
endlich losgehen. Die Pre-Kongress-Party fand dieses Jahr im
Club Silbando in Zürich statt. Neben Albert Torres, eigentlich
DER Kongressorganisator der Szene waren noch einige andere
Stars und natürlich fast die gesamte Zürcher Salsaszene
vertreten.
Höhepunkte des Abends waren sicherlich die Afro-kubanische
Show von Salson und die Ode an die legendären Beatles von
Carmen Lorente and Dancers
Nach den beiden Shows leerte sich der Saal leider (oder zum
Glück?) recht schnell, da es am Donnerstag auch immer noch
Zürichs beste Salsaparty im Palais x-tra gibt. Für alle, die
letztes Jahr schon bei Kongress waren, dort war letztes Jahr
die Pre-Party. Ein großes Lob an dieser Stelle an das Team von
Simply Salsa und die DJs des Abends.
Freitag, let’s make party
Heute Abend würde uns neben einigen Shows bereits das
Highlight des Kongresses erwarten. Das Konzert von „El Gran
Combo de Puerto Rico“. Auch ich habe durchaus schon von ihnen
gehört und war natürlich mächtig gespannt auf den Auftritt.
22:30 Uhr, Endlich ist es soweit, der Showblock startet! Neben
den Zürcher Tänzern der Salsa Freestyle Co. sowie Stella und
Paco, gaben sich auch die internationalen Gäste, wie das
S.E.C.S. Team, Luis & Melissa, Son Fusion und Susanna Montero
mit Tamambo die Ehre.
Dieser Abend stand fast ausschließlich unter dem Motto „Black
and White“ und Premieren-Choreographien. Manuell Mascarell und
Charlotte aus Berlin überzeugten ebenso mir ihrer
ausdrucksstarken Show wie Mike und R.elle, die selbst über den
Tod hinaus noch miteinander tanzen. Der Mega-Dance-Hit des
Abends war jedoch die neue Choreographie der Dancing-Diamonds
aus Zürich. Die beiden Ladies überzeugten durch
spritzig-feurige HipHop-Elemente gemischt mit Flamenco-Händen
und unwiderstehlichen Kostümen. Elena verriet im Anschluss,
dass das Design der Kostüme von ihr persönlich stammt. Zu
sehen sind beide übrigens bei der Salsacard-Gala in Berlin.
Und endlich, endlich war es dann soweit. Angeheizt von den
guten und einfallsreichen Shows, begann nach einer
halbstündigen Pause das von allen heiß ersehnte Konzert von
„El Gran Combo de Puerto Rico“. Unglaublicher Sound, geniale
Stimmung unter den Zuschauern und unermüdliche Musiker machten
den Abend zu einem vollen Erfolg. Und egal wen man fragte, ob
Hobby-Tänzer, Profi-Tänzer oder Merchandisor, alle waren von
den Altmeistern des Salsa schlicht weg begeistert.
Im Anschluss ging es weiter zur Afterparty, die in diesem Jahr
im Kongresshaus im Club LeBal stattfand. Allerdings war ich im
für heute zu müde um noch daran teilzunehmen. Zu auspowernd
war das Tanzen, egal wen man aufforderte, zu dieser Musik
wollte einfach jeder tanzen. Qué viva El Gran Combo de Puerto
Rico!!!!!
Samstag, auf die Plätze fertig Show!!!!
Hatte ich erwähnt, wie viel Liter Red Bull an einem
Kongresswochenende in einen Salsera-Körper passen? Wir wollen
es nicht nachrechnen, es sind jedoch sicher derer viele ;)
Voller Energie stürzte ich mich dann abends ins
Kongressgetümmel. Allerdings war ich ein wenig enttäuscht,
dass der gesamte Tanzbereich vor der Bühne mit
kostenpflichtigen Sitzplätzen bestuhlt.
On Stage begrüßten uns niemand anderes als Albert Torres und
Elena von den Dancing Diamonds um uns auf Englisch und
Schwyzer-Düütsch durch den Abend zu führen.
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Der erste Showblock war geprägt von nationalen Shows. Neben
„tanzenden Diamanten“ hat die Schweiz aber noch jede Menge
mehr zu bieten. Ein Highlight jagte das andere,
HipHop-Elemente bei Fuego y Passion wurden von
Jazz-Contemporain-Dance mit Olivia&Laura abgelöst, gefolgt von
weiteren neuen Choreographien von SalsaPower und Raul Alarcon.
International ging es hoch her in diesem ersten Showblock.
Thalia von Aguanilé schwebte wieder einmal faszinierende zwei
Meter über dem Boden (so hoch balanciert sie am ausgestreckten
Arm ihres Partners Ray). Körperbeherrschung pur und dem
Publikum stockte bei so viel Anmut und Grazie geradezu der
Atem. Um Körperbeherrschung ging es auch bei einer weiteren
Premiere auf dem Zürcher Tanzparkett. ZoukLambada war geboten.
Vor soviel Geschmeidigkeit und Eleganz hatte selbst Albert
Torres Respekt, der sich beim Versuch, es nachzumachen beinahe
einen Wirbel verrenkt hätte. Den Abschluss des ersten
Show-Blocks lieferten Tropical Gem, die mit der gesamten
10-köpfigen Truppe angereist waren. Nach einer kurzen
Tanzpause für das Publikum ging es auch schon weiter mit dem
zweiten Showblock.
Neben Carmen Lorente und Tito& Tamara waren auch
Lokalmatadorin Anita und Jazzy mit ihrer neuen Show zu sehen.
Dementsprechend laut wurde es im Publikum. Und plötzlich
fühlten wir uns alle wie an einem ganz normalen Sonntag vor
dem Fernseher. Die schwedische Gruppe Sacuye hatte sich etwas
ganz besonderes einfallen lassen. „Baywatch is in the house“
Bereits jetzt tobte die Menge, und Tänzerinnen in knapp
geschnittenen Bandeanzügen haben natürlich auch ihre Reize.
Und wieder wurde es laut im Saal, als Albert und Elena das
nachfolgende Paar ankündigten. Neeraj und Ania zeigten mit
ihrer „Gabo E“ Show ein weiteres Mal, wie perfekt man die
Musik mit dem Tanz zu einer einzigen Harmonie zwischen den
Tänzern verbinden kann.
Wir hatten nun fast alles gesehen, was konnte nun noch kommen?
Tropical Gem zeigten, dass auch sie als vorletzte Showgroup
das Publikum noch einmal mitreißen konnten. Und dann war es
endlich soweit. Zwei Tanzpaare aus Milano tanzen Swing. Aber
nicht irgendwie. In England auf dem UK-Salsakongress erhielten
sie standing ovations, beim BritSalsaFest brachten sie die
Menge zum kochen und in Zürich? Wie gesagt, es war
mittlerweile knapp ein Uhr morgens und die Menge grölte. So
viel Witz, Präzision und Freude am Tanzen hat man selten in
einer Choreographie gesehen. Das Publikum pushte die Tänzer zu
Höchstleistungen. We proudly present you „The Swing Guys“ from
Italy, Milano!!!!!
Ein großes Salsafestival wäre kein großes Salsafestival, wenn
nicht auch Tänzer geehrt würden. Hier sind ganz klar wieder
die Schweizer mit der Nase vorn. Hervorzuheben ist die Ehrung
von Juan Carlos Espinoza und Yvonne für Ihre langjährigen
Verdienste rund um die schweizer Salsaszene. Danke Euch
beiden!
Zwei Uhr morgens, die Menge tanzt. Endlich….Trotz der wirklich
phänomenalen Unterhaltung durch die grandiosen Shows des
Abends merke man nun doch, dass es den Tänzern einfach in den
Füßen juckte. So war die Party dann doch erst gegen 7 Uhr mit
Ende der Afterparty auch wirklich zu Ende. Ich sah mein Bett
so gegen 8 Uhr morgens und freute mich auf ein wenig Schlaf
nach den vielen Eindrücken des vergangenen Tages.
Sonntag, Time to say good bye oder 15 Tänzer in einem Bett
Sonntag, Tag des Abschiednehmens. Die Workshops gehen zu ende
und man machte sich ein letztes Mal zurecht, für die
Abschiedsparty, die wie im vergangenen Jahr auch im Zürcher
Szeneklub „Kaufleuten“ stattfand.
Voll war’s, genial war’s und wir haben Skelette zu den 1.
SFS-Meistern gekrönt. In diesem Jahr werden bei allen größeren
Events Wettbewerbe ausgetragen. Für die Gewinner winkt die
Teilnahme am 2. Annual World Salsa Championship in Las Vegas
sowie die direkte Qualifikation für die Endrunde des Official
European Salsa Open Championship am UK-Salsakongress 2006.
Gewonnen haben LOS HERMANOS aus Torino, Italy mit einer
wahnsinnig komischen, Spezialeffekte und schwarzlicht
nutzenden Show. Man stelle sich bitte ein Skelett vor, dem
gerade seine Beine davon laufen. Standing Ovations für die
Gewinner. Platz zwei belegten die Lokalmatadoren Fuego y
Passion gefolgt von den Serail Dancers aus Bari, Italy.
Backstage ging es dann feiernd drunter und drüber und die
Stars wussten sich zu amüsieren. Auch an diesem Abend sorgten
neben dem Official-Congress-DJ EL Malo, DJ Copita und DJ Papi
Electric für ausreichend tanzbare Raumbeschallung. Die letzen
müden Salseros verabschiedeten sich gegen halb fünf Uhr
morgens Richtung Schlafstätte, nicht ohne vorher noch neue
Adressen auszutauschen und sich für den nächsten Kongress zu
verabreden.
von Steffi
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