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Durchwachsen war das Jahr 2005 an
Konzertereignissen aus Kuba. Bleiben beim Stichwort Bands
interessantere Jahre in Erinnerung, wurden wir bei Shows –
sicher ungewollt – mit einer Trilogie bedacht: Nach „Lady
Salsa“ und „Viva Cuba“ gab sich zuletzt „The Bar at Buena
Vista“ die Ehre. Blieben uns von ersteren hauptsächlich
Tanzeinlagen und bunte Kostüme in Erinnerung, gab es nun was
Beschaulicheres passend zu den Feiertagen um die
Neujahrswende. Nun teilen sich ja wohlgemerkt die Gemüter beim
Stichwort „Buena Vista“. Die
mittlerweile fast zehn Jahre alte CD erreicht immer noch
Spitzenpositionen in Weltmusikcharts und hat seinen Platz im
Standardrepertoire vieler CD Ständer deutscher Wohnzimmer.
Doch haben sich die einen längst abgewandt und sind bei
Reggaeton oder zumindest Timba gelandet. Andere halten es mehr
mit der Tradition und den Wurzeln. Schließlich sind sie doch
zu bewundern, die Herren Musiker im betagten Alter, wie sie
sich nur so lange halten. Aber auch sie sind nicht von ewig.
Wer es deshalb mehr mit der Beständigkeit hält oder noch auf
den kubanischen Nostalgiezug aufspringen wollte, hatte nun
wieder mal Gelegenheit dazu. Im angemessenen Rahmen des
Prinzregententheaters bastelte man ein Barambiente und setzte
als Zugnummer den 87jährigen Reynaldo Creagh hinein.
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Garniert wurde das Ganze mit einigen Geschichtchen aus der
kubanischen Musikvergangenheit. Heraus kam ein beschauliches
Patchwork. Sicherlich, eine geraume
Anzahl guter Musiker hatte sich wieder versammelt. Erwähnt
seien der Pianist Jorge Boulet und der Trompeter Julio Padrón.
Die ganze Truppe wusste den Son wirklich zu vermitteln.
Herausragend waren auch die Tanzeinlagen von Eric Turro
Martinez. Er zeigte, wie vielfältig man allen aktuellen
Strömungen zum Trotz den vermeintlich antiquierten Son auf der
Bühne packend interpretieren kann. Ihn konnte man wohl zu den
Höhepunkten zählen. Ansonsten fehlte es doch an Spannung und
Dramaturgie. War es etwa so gewollt? Die Szenen plätscherten
so vor sich hin. Das Publikum war trotzdem dankbar. Es hatte
noch einmal einen Schuss Buena Vista miterlebt, mit der alten,
verklärten, leider oft auch klischeehaften Sicht auf Kuba. Aus
diesem Blickwinkel heraus lässt sich die Zuckerinsel einfach
bequemer betrachten. Wer weiß, wie lange uns dies überhaupt
noch gestattet ist. Vermeintlich langsamer, aber auch in Kuba
schreitet die Zeit voran. Was uns wohl die nächste Saison
bringen wird?
Stephan
(alias
el
misionario)
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