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Bericht Eva Ayllón im Ampere
Muffathalle München am 15.11.05
Wer geglaubt hat, Peru liegt in Südamerika, muss seine
Geographiekenntnisse aufpolieren. Das galt zumindest für
diesen Abend. Die wohl annähernd gesamte peruanische Gemeinde
aus dem Großraum der Landeshauptstadt war in den Club Ampere
des Muffatwerkes geströmt und nahm diesen im Handstreich
kurzerhand in Beschlag. Eine geraume Anzahl Trauriger musste
sogar vor der Tür bleiben. Das Konzert war ausverkauft und der
Raum somit restlos voll. Ein Heimspiel und damit fast ein
Leichtes hatte die peruanische Künstlerin Eva Ayllón. Nach
über 30 Jahren Bühnenpräsenz hat sie es in ihrer Heimat zum
Status einer Legende gebracht. Außerhalb wussten bisher nur
Insider ihre Qualitäten zu schätzen. Trotz, oder vielleicht
sogar gerade wegen des ihr überaus wohl gesonnenen Publikums
angespornt, zeigte sie mit Leichtigkeit, wie quicklebendig und
munter sie noch immer ist. Ihre gut aufgelegte Begleitband
unterstützte sie dabei gehörig. Dies mag hoffentlich dazu
beitragen, dass sie nun auch über ihre Landesgrenzen hinaus
die ihr angemessene Anerkennung findet.
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Mit ihrer ganzen Routine gelang es
ihr, auch auf der Bühne unterschiedliche, ureigene peruanische
Stile, wie landó, festejo und vals zu mischen. Darüber hinaus
trugen auch Bolero, Tondero, Salsa, afrikanische Einflüsse und
eine Prise Flamenco zu einem ansteckenden, rhythmischen Gebräu
bei. Schnell vergaß man, dass sie schon lange dabei ist, wenn
sie zum Hüftschwung ansetzte. Selten auch sah man eine so
eingehende Kommunikation mit dem Publikum. Dass fast der ganze
Saal die Texte konnte und den gesanglichen Teil fast alleine
hätte bestreiten können, erübrigt sich fast einer Erwähnung.
Da mag sich mancher aus der kleinen Ecke der Einheimischen für
diesen Abend bessere Spanischkenntnisse gewünscht haben. So
war das Spektakel dann trotz Zugaben viel zu schnell vorbei.
Als Trost blieb wenigstens die neue CD „Leyenda Peruana“, die
man anschließend, von ihr signiert, mit nach Hause nehmen
konnte. Vielleicht hat ja, dort angekommen, der eine oder
andere seinen alten Schulatlas wieder hervorgeholt und die
Seiten von Lateinamerika aufgeschlagen.
Stephan
(alias
el
misionario)
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