Bericht „Viva Cuba!“ im Deutschen Theater
02.11. bis 13.11.05

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Bericht „Viva Cuba!“ im Deutschen Theater
02.11. bis 13.11.05

von el misionario

Bericht „Viva Cuba!“ im
 Deutschen Theater
02.11. bis 13.11.05



Premieren von Aufführungen aller Art sind eine zweischneidige Angelegenheit für Veranstalter. Gelingen oder Nichtgelingen entscheiden oft den Erfolg und Verlauf der gesamten Produktion. Einen entscheidenden Anteil daran haben die Medien mit dem, was sie anschließend ins Volk hinaustragen. Um da möglichst wenig anbrennen zu lassen, werden die Vertreter dieses Berufsstandes zur Premiere geladen. Oft werden sie zudem mit Utensilien versorgt, damit sie ihren Job schnell und leicht erledigen können. Umso überraschender ist es, wenn sich erst drei Tage nach der Erstaufführung und noch dazu in der Nachmittagsvorstellung nur ein Plätzchen finden lässt. Wie kann eine frohe Botschaft da noch rechtzeitig verkündet werden? Darüber hinaus kann man selbst erfahrene Vertreter der Zunft noch besonders erheitern, indem man ihnen mit einer Bearbeitungsgebühr an der Kasse aufwartet. Ist zudem der Nachmittag noch grau, könnte der Rest schon vollends gelaufen sein, bevor er überhaupt richtig angefangen hat. Nichtsdestotrotz schaffte es das mit großen Vorschußlorbeeren bedachte Musical „Viva Cuba!“ mit einer gelungenen Vorstellung auch diese Hürden zu überwinden. Die entscheidende Rolle spielte sicher das Familienunternehmen Alonso.

 

 

 

Vom legendären Pacho gegründet, festigte Pachito das Werk des Vaters, eines der renommiertesten Orchester Kubas zu betreiben. Zusammen mit den Söhnen Christian und Rey, sowie der Tochter Yolena zeichnen sie hier in unterschiedlichen Rollen für Produktion, künstlerische und musikalische Leitung, sowie als Sänger verantwortlich. Da konnte nicht mehr viel schief gehen. Nahe liegend wurde die Geschichte Kubas dabei aufgearbeitet. Erfreulicherweise verzichtete man hier, die ganze Breite abdecken zu wollen. Ein paar Schwerpunkte reichten vollends, wohl wissend, dass auch die ganze musikalische Vielfalt in der Kürze kaum vermittelbar gewesen wäre. Dafür konnte man mit einem kleinen Ausflug in die Welt des Funk zeigen, dass sich das kubanische Spektrum nicht in der eigenen Tradition erschöpft. Das Bühnenbild wusste in der Angemessenheit der Mittel zu gefallen. Gewohnt professionell, wie von kubanischen Ensembles auf diesem Niveau zu erwarten, waren die Tanzdarbietungen. Diese steigerten sich zum Ende hin in ein wahrhaft buntes Spektakel. So konnte man von einer gelungenen Show sprechen, deren Besuch sich auch an einem Nachmittag lohnt.
 

 

Stephan
(alias el misionario)
 

 

 

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