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Bericht Amadou et Mariam in der Muffathalle am 28. Oktober
2005
Lange ist es noch nicht her, da waren sie schon mal hier –
aber sozusagen im Nebenraum. Vor ein paar wenigen
Interessierten präsentierten sich Amadou et Mariam seinerzeit
im Cafe des Komplexes der Muffathalle. Voll war es nicht,
dafür umso schöner. Jetzt reichte es fast, die Halle
auszuverkaufen. Viel ist bereits geschrieben worden vom
blinden Musikerpaar aus Mali. Solche Geschichten lassen sich
leicht verklären und sind damit besser verkaufbar. Dabei haben
die beiden das gar nicht nötig. Mit ihrem ganz eigenen Stil,
musikalisch aus Mali zu erzählen, scharten sie schon Ende der
Neunziger Jahre mit ihrer ersten CD einen beachtlichen Kreis
von Fans um sich. Seinerzeit blieben die noch weitgehend auf
Frankreich und die Weltmusikcharts beschränkt.
So wurde auch Manu Chao, auf sie aufmerksam. Er schaffte es
ja, seinen eigenen Latinmix auch einer breiteren Masse
zugänglich zu machen.
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Durch seine Produktion des letzten
Albums von Amadou et Mariam „Dimanche a Bamako“ kam vor
einigen Monaten der Durchbruch – sozusagen der Aufstieg vom
Cafe in die Halle. In letzterer durfte zunächst der
Lokalmatador Balla and Friends mit seinem Afroreggae gefällig
aufwärmen. Dann wussten Amadou et Mariam mit ihrer Kombination
aus Malirhythmen und Crossovereinflüssen zu gefallen und zu
überzeugen. Ihre gut aufgelegte Begleittruppe hatte einen
gehörigen Anteil daran. Ein bisschen schade war es, dass die
weitgehend aufs Orale beschränkte Kommunikation zwischen dem
Paar und dem Publikum etwas reduziert ablief. So frankophon
war letzteres halt doch nicht. So sprang der letzte Funke
vielleicht nicht ganz über. Nun, bis zum nächsten Mal bleibt
Zeit, daran zu arbeiten. So sehr den beiden der weitere Erfolg
zu gönnen ist, hoffen wir trotzdem, wieder zum vertrauten
Gebäudekomplex pilgern zu können
Stephan
(alias
el
misionario)
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