Bericht Olodum in der Muffathalle am 03.09.05
Sie gelten fast schon als die Inkarnation des Sambareggaes.
Die Gruppe Olodum lieferte an diesem Abend eine gewaltige
Ladung Bahia ab. Und nicht wenige wollten sie über sich
ergehen lassen. Die Muffathalle war fast ausverkauft. Womit
die Annahme widerlegt wäre, die Besucherzahl bei
lateinamerikanischen Gruppen hinge stark von der jeweiligen
Wettersituation und Außentemperatur ab. Es war ja fast schon
ein Heimspiel für die Trommler aus Brasilien. Seit 15 Jahren
touren sie nun schon in Europa und statten uns mit gewisser
Regelmäßigkeit einen Besuch ab. So war das Publikum in der
Mehrheit brasilianisch, jeglicher Couleur. Wenn Brasilien
nicht ihr Heimatland war, so brachten die Gekommenen doch ihre
starke Verbundenheit mit der Hochburg der Caipis zum Ausdruck.
Vielleicht kamen auch deshalb so viele, um mit einer gewissen
Wahrscheinlichkeit tropische Temperaturen erleben zu dürfen.
Dieses Ziel wurde schon nach kurzer Zeit erreicht. Neun
Perkussionisten sorgten dafür, dass die Menge kaum
verschnaufen konnte, während sie ihren Körper allerlei
Bewegung abverlangte. So hatten es sich Musiker und Besucher
redlich verdient, dass nach etwa einer Stunde eine Pause
angesagt war. |
Bei genauer Betrachtung hätte man sich allerdings einen
abwechslungsreicheren ersten Teil gewünscht. Wer die Aufnahmen
der Gruppe all die Jahre hindurch kennt, wusste, dass da mehr
zu holen war. Nach der Pause kamen dann langsam doch noch die
etwas „melodiöseren“ Teile hervor. Da durfte auch eine Version
von John Lennon’s „Imagine“ dran glauben. So eine zweite
Hälfte hätte man sich an diesem Abend vielleicht schon etwas
früher gewünscht. Als gegen Ende die drei Sänger endlich
zusammen auf die Bühne kamen, kam Freude an der Variation auf,
hatten sie sich doch vorher in größeren Blöcken als
Frontmänner abgewechselt. So blieb schließlich ein
schweißtreibender Abend, der hinter den Erwartungen doch etwas
zurück blieb. Dafür konnte man gleichzeitig eine Portion
Fitnesstraining abdecken, wenn man wollte. Nun, als Garant
tropischer Temperaturen sehen wir die Gruppe gerne wieder.
Vielleicht lässt sich dann auch die zweite Halbzeit etwas
weiter nach vorne schieben.
Stephan
(alias
el
misionario)
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