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Bericht Sonora Universal
im Brunnenhof der Residenz
am 11. August 2005
Er war nicht wie so oft ausverkauft, als sich bei ganz und gar
nicht kubanischen Temperaturen dennoch ein stattliches
Häuflein im altehrwürdigen Brunnenhof der Residenz einfand, um
der dort schon fast traditionellen, alljährlichen Kubaparty
beizuwohnen. Nun ist die Lokalität dafür bekannt, dass dort
von Klassik über Tango und Pop eine ganze Palette von
Stilrichtungen angeboten wird und sie deshalb in der Regel
nicht den tanzwütigen Salsero anlockt. Vielmehr findet sich
dort ein Publikum, das auf bequemen Plastikstühlen,
unbehelligt von Dritten, in Ruhe dem Treiben auf der Bühne
folgen möchte. Hier wollte man dieses Mal wohl die Richtung
ändern. So scheute eine hiesige, für kubanischen Salsa
bekannte, Tanzschule keine Mühen, um den pünktlich Gekommenen
erste Schritte der Bewegung, passend zum darauf folgenden
Konzert, beizubringen.
Die im Laufe des Abends leicht zum Frösteln neigende
Temperatur mag ihren gehörigen Teil dazu beigetragen haben,
dass Sonora Universal den Großteil der Anwesenden dazu bringen
konnte, ihre Sitzgelegenheiten sich selbst zu überlassen und
sich zu den Rhythmen zu bewegen.
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Die Gruppe schaffte es nämlich, ihren gefällig und routiniert
gespielten Son mit beachtlicher Resonanz bei den Zuhörern zu
platzieren. Der renommierte Leiter und Tresspieler Cesar
Hechavarría hatte seine Mitmusiker gut auf den Abend
eingestimmt. Die in respektabler Anzahl vertretene Truppe der
bereits erwähnten Tanzschule trug durch häufige Tanzeinlagen
im Laufe des Abends zu einem bunten Treiben auf der Bühne bei.
In Ermangelung einer ausreichenden Anzahl kubanischer
Landsfrauen waren sie eine angenehme und abwechslungsreiche
Ergänzung auf dem Podium. Um die Bewegung etwas zu
erleichtern, stimmte Sonora Universal gegen Ende sogar einen
Merengue an, was für eine kubanische Sonband nun durchaus
nicht als normal einzustufen ist. So konnte man am Ende das
Fazit einer gelungenen Kombination aus Ambiente, angenehmen
Rhythmen und unangenehmer Temperatur ziehen. Die Besucher
konnten, zumindest innerlich kubanisch erwärmt, zufrieden nach
Hause gehen.
Stephan
(alias
el
misionario)
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