Bericht The Sons of Cuba auf der BuGa am 24. Juli 2005
Mit einer im Vorfeld gespannt gespaltenen Erwartung konnte man
diesem Abend entgegenblicken. Gespalten deshalb, weil ein paar
Dinge kombiniert wurden, die man sich so nicht ohne weiteres
vorstellen konnte. Sollte es doch auf der Seebühne der
Bundesgartenschau einen kubanischen Abend geben. Aufhänger war
der schon vor fast einem Jahr bei uns in die Kinos gekommene
Film „Musica Cubana“, der den Besuchern präsentiert werden
sollte. Über den Film wurde seinerzeit schon ausreichend
kontrovers diskutiert. Er allein wäre an dieser Stelle wohl
kaum einer Zeile wert gewesen, sollte nicht anschließend ein
Großteil der Musiker, die in dem Film auftraten, zusammen ein
Konzert geben. Möglich wurde das Ganze Vorhaben durch die
Unterstützung einer Bank. Obwohl man den Tag aufgrund des zu
erwartenden Wetters anders hätte planen können, fand sich eine
größere Anzahl „BuGartler“ und eine kleinere an Salseros
frühzeitig an der Schräge vor der Seebühne ein, um sich einen
sicheren Platz unter dem Zeltdach zu ergattern. Der Wettergott
dachte zumindest an diesem Abend ein wenig kubanisch. So war
es zwar kühl, schien aber regenfrei zu bleiben. Die Lust zu
tanzen dagegen, war trotz Animation des DJs und breiter
Musikauswahl gering, war doch außer der Bühne kaum ebene
Fläche vorhanden.
Zur Freude der Anhänger der Livemusik wurde die Reihenfolge
kurzfristig getauscht, sodass „The Sons of Cuba“ den Anfang
machen durften. Nun handelt es sich ja um eine Retortenband.
Musiker, die, was das Zusammenspiel anbelangt, sonst kaum
miteinander zu tun haben, wurden für den bereits genannten
Film zusammengetrommelt.
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Nun, alle Musiker aus dem Film durfte man an diesem Abend sicher nicht
erwarten. Bei genauerem Hinschauen waren dann aber nur die
beiden Sänger Luis Frank und „El Nene“, sowie der Tresspieler
„Cotó“ übrig geblieben. Letztlich hatten die eigenen
Aktivitäten für die meisten Musiker wohl doch Vorrang. Für
viele war es sicher enttäuschend, dass der Sänger und
Hauptdarsteller des Films, Pío Leyva, nicht gekommen war. Er
war erkrankt. Mayito Rivera zog es dagegen anscheinend vor,
doch gleich nach Mailand zu fahren, wo am nächsten Abend ein
Auftritt von Los Van Van angekündigt war. Die Gekommenen
legten dafür umso fulminanter los. An der Lautstärke wollte
man dabei auch nicht sparen: Der Mixer hatte wohl die
Intention auch den Westteil der BuGa nicht zu kurz kommen zu
lassen. Leicht deplatziert wirkte die Rapperin. Sie saß einen
großen Teil der Zeit auf einem Stuhl an der Seite und
betrachtete das Geschehen mit besonnenem Blick. Insgesamt
schien die Truppe aber an dem Retortendasein Gefallen gefunden
zu haben. So „rockten“ sie sich mit einem kubanischen
„Standardrepertoire“ über Höhen und Tiefen munter durch den
Abend. Wer gehofft hatte, mehr aus dem eigenen, feinen Fundus
von „El Nene“ zu hören, sah sich enttäuscht. Zu mehr als einer
Nummer, die zudem ziemlich hingefetzt wurde, reichte es nicht.
Fast pünktlich zum Ende setzte der Regen wieder ein. Einige
ließen sich dadurch nicht die Laune verderben und wer noch
Platz fand, machte es sich unter dem Zeltdach gemütlich, um
sich den Film anzuschauen. So blieb die Bestätigung, dass sich
auch in Kuba das Zusammenwürfeln einer Hand voll guter Musiker
nicht automatisch im Ergebnis potenziert. Trotz gebliebener
Gespaltenheit tat dies dem vergnüglichen Abend allerdings
keinen Abbruch.
Stephan
(alias
el
misionario)
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