|
Bericht Johnny Clegg in der
Muffathalle am 22. Juli 2005
Damals noch in den Achtziger Jahren
bewegte er sich auf einem schmalen Grad. Er wagte es als
weißer Südafrikaner mit schwarzen Musikern zusammenzuspielen.
Die Rede ist von Johnny Clegg. Sein frühes Interesse über
seinerzeit verbotene Barrieren zu steigen, brachte ihm bald
den Namen der „weiße Zulu“ ein. Viele seiner Erlebnisse aus
dieser und der früheren, bewegten Zeit hat er aufgeschrieben
und zu Liedern verarbeitet. Zuluka und Savuka hießen seine
Bands. Einmal gesehen und gehört, konnte man sich schon in der
Vergangenheit dieser Mischung aus verschiedenen Rhythmen, die
er zu einem eigenen Sound kreierte, nicht entziehen. Wurde es
in der zweiten Hälfte der Neunziger Jahre etwas ruhiger um
ihn, so ist er seit einiger Zeit wieder auf Tour.
|
Mit einer kleinen, aber feinen Musikerschar lieferte er an
diesem Abend seiner doch beachtlichen Anhängerschar einen
schönen Abriss seines bisherigen Musikerlebens. Ein bisschen
runder um die Hüften ist er geworden. Auch bewegte er sich
nicht mehr ganz so oft über die Bühne. Wenn er es aber tat,
flammte in seinem weitgreifenden Zuluschritt doch noch viel
Energie auf. Jedes seiner Stücke leitete er mit einer kleinen
Geschichte über dessen Entstehung ein. Seinerzeit waren diese
Geschichten brisant. Jetzt sind sie Historie, aber nicht
weniger interessant und erinnern mahnend an bewegte Zeiten.
Die, die sie schon kannten, hörten sie sich gerne noch mal an.
Für andere waren sie neu, dafür vielleicht umso spannender.
Gleichzeitig blieb die Botschaft, dass auch ein relativ
stabiles Fundament, wie es in seinem Heimatland mittlerweile
besteht, leicht wieder Risse bekommen kann.
Stephan
(alias
el
misionario)
Zu den Fotos
|