Bericht Charanga Habanera
im Festsaal, Bayerischer Hof,
am 21. Juli 2005
Den Platz im Festsaal durfte in diesem Jahr einer der immer
noch heißesten Acts aus Kuba einnehmen: Charanga Habanera, die
vielleicht letzte Bastion gegen die Wucht des Reggaeton.
Vielleicht um gerade diese Bastion zu verstärken, wurde
schwergewichtige Unterstützung angesagt: Pedrito Calvo, der
langjährige Sänger von Los Van Van, und Haila, schon mit Celia
Cruz verglichen, und früher bei Bamboleo und Azucar Negra,
sollten sich die Ehre geben. Für Spannung war also gesorgt.
Nun sind Charanga Habanera über Jahre durch zwei feste
Konstanten geprägt: ein unumstößlicher Chef David Calzado und
ein erheblicher Verschleiß an Sängern. Letzterer sichert der
Gruppe aber die ständige Aufmerksamkeit ihrer weiblichen
Anhänger und bringt andere Musiker in Sold und Brot, wenn die
Ex-Sänger neue Formationen zusammenstellen.
Seit dem letzten Besuch im Skyline mussten wir nur ein gutes
Jahr auf Charanga warten, sodass die Zusammensetzung der
Gruppe ohne größere Überraschungen blieb.
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Vielleicht war das auch mit der Grund, dass Charanga
Habanera langsam immer mehr in Routine zu erstarren und primär
ihr Image einer Boygroup zu pflegen scheint. Den im Ballsaal
nicht leicht in den Griff zu bekommenden Sound hatte man ihnen
sowieso schon nachgesehen. So war man umso mehr auf die
Auftritte der mitgebrachten Größen gespannt. Ziemlich groß war
dann die Enttäuschung, als beide nur für jeweils ein Lied auf
die Bühne kamen. Wofür trieb man diesen Aufwand? Oder wollte
man sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen? Wer die
Auftritte von Pedrito und Haila kennt, der weiß, da wäre
erheblich mehr darin gewesen. Glücklicherweise sorgte die um
ein paar Zugereiste verstärkte Kubanerinnenfraktion für die
übliche Präsenz auf der Bühne. So kam dann doch einigermaßen
kubanisches Ambiente in den Ballsaal und man konnte letztlich
noch zufrieden, aber mit einem „es hätte besser sein können“
Gefühl den Ort des Geschehens verlassen.
Stephan
(alias
el
misionario)
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