Bericht und Fotos vom Festival de Ritmos,
Muffathalle München 15. - 16.  Juli 2005

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Festival de Ritmos
in der Muffathalle 15./16.07.05

von Stephan
(alias el misionario)

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Festival de Ritmos
in der Muffathalle 15./16.07.05



Alle Jahre wieder lädt die Muffathalle zum Festival de Ritmos und kaum einer geht hin. So oder so ähnlich könnte man einen Bericht beginnen. Dabei war wieder ein kompaktes Programm geboten – und das bei fast karibischen Temperaturen. Das mag aber gerade die Krux sein in den Sommermonaten. Ganz so schlimm war es nun nicht. Tatsächlich aber war die Halle am ersten Tag nur bescheiden gefüllt. Und das Häuflein der Gekommenen musste auch einiges an Geduld aufbringen, bis die erste Band auf die Bühne kam Der Sound war schon verbesserungsbedürftig als die Brasilianer von Berimbrown mit ihrer „Hardfunksoulsambareggaemischung“ den Auftakt machten. Da mischten sich Perkussion und Bläser dominierte Rhythmen mit brasilianischen Kampftänzen. Eine Besonderheit in ihrer Instrumentierung ist sicher die Verwendung des Berimbau, eines Seiteninstrumentes mit nur einer Seite, das äußerst intensiv bearbeitet wurde. Auch Carlinhos Brown ließ an einigen Ecken grüssen.
Dem gut aufgewärmten Publikum lieferten anschließend die Trommler der Renegades Steel Band ein Schmankerl der besonderen Sorte ab. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Klänge und Harmonien den originalen und nachgebauten Ölfässern entlockt werden können. Natürlich fehlte das karibische Ambiente einer Fiesta im Freien. Mit etwas Phantasie konnte man sich aber auch hier darüber hinweghelfen. Leider war der Mixer auch hier nicht ganz auf der Höhe, was die Ausgewogenheit der einzelnen Fässerreihen anbelangt. Sonst wäre das Hörvergnügen perfekt gewesen.


 

 

 

Wesentlich mehr Zulauf fand der zweite Tag. Da war ja einiges zu erwarten. Orchestra Baobab, die mittlerweile schon zu afrikanischen Superstars hochstilisierten Herren aus dem Senegal mit ihren kubanischen Antennen gaben sich die Ehre. Obendrein war man gespannt auf die Afrosalseros, die den Auftakt machten. Wer würde sich dahinter verbergen? Wer gekommen war, brauchte es nicht zu bereuen. Erstmalig konnte man die drei schon legendären Sänger James Gadiaga, Omar Seck und Camou Yandé zusammen auf der Bühne erleben. Der Klang deren früherer Gruppen wie Super Cayor de Dakar, Salsa 2000, Star Band de Dakar, Dakar Salsa Nacional, Super Sabador konnten einem fast das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Den Saxophonisten Issa Cissokho lieh man sich kurzerhand von Baobab aus. Die Halle wippte erheblich und man durfte gespannt sein, ob Baobab das noch toppen würde. Wäre übrigens nicht eine Pause gewesen, man hätte den Übergang kaum bemerkt. Schließlich kommen beide Gruppen ja aus der gleichen Ecke. Baobab schaffte es aber dann doch noch, einen darauf zu setzen. Da stand wirklich eine Gruppe älterer Herren auf der Bühne, in sich ruhend und mit der ganzen Routine ihrer an die dreißig Jahre Musikerfahrung. Es war unschwer zu erkennen, dass sie großen Spaß dabei hatten. Sie fahren nun den späten Ruhm ihrer früh entstandenen Klänge ein. Selten konnte man einen so kompakten Abend erleben, bei dem praktisch kein Unterschied zwischen Vor- und Hauptgruppe zu erkennen war.

Wer die zwei Tage auf sich genommen hatte, konnte mit einem kompakt gefüllten Korb an latinokaribischafrikanischen Klängen nach Hause schwelgen. So bleibt der etwas ketzerische Wunsch, dass im nächsten Jahr für die zwei Tage das Wetter schlecht sein möge, wenn uns hoffentlich wieder ein Festival de Ritmos präsentiert wird.

 

Stephan
(alias el misionario)
 

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Muffathalle München 15. - 16.  Juli 2005

 
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