Bericht Issac Delgado im Palacio2
am 24.06.05
Wer immer schon mal eine Privatfiesta mit einer der ganz
großen kubanischen Band feiern wollte, hatte an diesem Abend
fast Gelegenheit dazu. Anscheinend beinahe unbemerkt war Issac
Delgado wieder in die Stadt und dieses Mal ins Palacio2
gekommen. Oder war es doch eher scheinbar? Mindestens genauso
intensiv wie über den Interpreten, wurde im Vorfeld über den
Auftrittsort diskutiert. War das doch Sequenz Nummer 2 in der
kubanischen Reihe des P2. Und nur wenige waren gefolgt. Selbst
kurzfristig rabattierte Eintrittskarten konnten das Ruder
nicht mehr herumreißen. Viele glaubten wohl nicht an
Verbesserungen. Sie dürften es bereut haben. Die wenigen, die
gekommen waren, hatten keinen Fehler gemacht. Auch eine
Abordnung aus der kubanischen Frauenbesucherriege ließ den
Troubadour nicht im Stich und sorgte dann doch ansatzweise für
gewohnt heimatliche Aktivitäten auf der Bühne. Vielleicht war
es gerade die schon bekannt kleine Bühne, die Issac Delgado
und seine zwölf Mann starke Truppe so druckvoll spielen
ließen.
Auch die neue, übrigens sehr gute, CD im Gepäck mag hierzu
was beigetragen haben. Da wurde nur so variiert aus der üppig
bestückten Musiktruhe. Von der 2/3 Clave auf die 3/2 und
wieder zurück. |
So ging es munter und spielfreudig voran. Eigentlich war
es eine Freude. Die Bemühungen der Palaciocrew trugen merklich
dazu bei. So konnte man ein größeres PA, auch besser
ausgesteuert, notieren. Vielleicht war es auf ein volles Haus
ausgerichtet, weshalb die Lautstärke an einigen Stellen in der
Halle an der Obergrenze war. Ein Tempel für einen akustischen
Ohrenschmaus lässt sich halt aus dieser Räumlichkeit nicht
mehr so einfach modellieren. Auch sonst war der Ablauf
weitgehend reibungslos. Ein kurzer Stromausfall vor Beginn des
Auftrittes sorgte zwar für Irritation, wurde aber an diesem
Abend verziehen. So lieferten beide Türme durchgehend Klang.
Die CDs liefen durch. Der DJ war locker. Bei kubanischen
Temperaturen konnte man danach im gerade neu
zusammengezimmerten Biergarten noch einen Cocktail einnehmen.
Da sah man es großzügig nach, dass dieser nur aus einem
nackten Bretterboden bestand. Wird es noch mal ein kubanisches
Privatfest dieser Art im P2 geben? Ist wohl schwer
vorstellbar.
Stephan
(alias
el
misionario)
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