Bericht und Fotos vom Manolito y su Trabuco Konzert,
Salsa Cubana im Palacio2 München 29. April  2005

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Manolito y su Trabuco  im Palacio2 München
Salsa Cubana Konzert am 29. April 2005

von Stephan
(alias el misionario)

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Bericht Manolito y su Trabuco am
29. April 2005 im Palacio2



Es ist ja durchaus nicht ungewöhnlich, dass der Mensch im Zuge seines Daseins immer wieder mit seinen Fähigkeiten, Begabungen und seinem Können konfrontiert wird. Dabei lernt er oft diese zu erweitern, stößt aber auch häufig an seine Grenzen. Das äußert sich in vielerlei Hinsicht. Meist handelt es sich um eigene Erfahrungen. Unangenehmer sind oft Rückmeldungen von Dritten. Gemein ist ihnen jedoch, dass sie nicht immer richtig erkannt und so zum eigenen Nutzen umgesetzt werden. Schon als Kind kommt man frühzeitig in Berührung mit Sprüchen, die zum Beispiel lauten: „Schuster bleib bei deinen Leisten.“ Im Berufsleben erfährt man dann in Fortbildungsveranstaltungen unterschiedlichen Couleurs von seinen Stärken und Schwächen. Während man an der Verbesserung letzterer mit wechselndem Erfolg arbeiten kann, erweist es sich letztlich oft als Erfolg versprechender bei ersteren zu bleiben. Die Konzentration nur auf seine Stärken ist aber gar nichts Negatives und kann genauso zum Erfolg führen. Was hat das nun mit dem Auftritt von Manolito y su Trabuco im Palacio2 zu tun? Nun, solche Gedanken waren durchaus nicht abwegig bei der Betrachtung des Geschehens, das sich an diesem Abend bot. Man sollte nicht verhehlen, dass eine gewisse Mischung aus gespannter Erwartung und nicht zu verleugnender leichter Skepsis beim Schreiber vorhanden war, als er sich auf den Weg ins Münchner „Latinmekka“ machte. Hatten doch die Macher des Palacio, die doch zumindest bisher mit der kubanischen Variante der Vielfalt rhythmischer Latinoklänge wenig am Hut hatten, einen Coup gelandet und für Diskussionen in der hiesigen Salsaszene gesorgt. Schließlich gehören Manolito Simonet und seine Mannen mit ihrer Kreativität zu den Topcombos der Zuckerinsel. Dagegen ist das Palacio nicht gerade als Tempel akustischen Hörgenusses bekannt.
 

So war der Raum zwar gut gefüllt, aber nicht überfüllt, was man vielleicht hätte erwarten dürfen angesichts der Prominenz des angesagten Besuches. Das übliche Freitagspublikum war spärlich vertreten, manches bekannte Gesicht fand sich überhaupt nicht ein. Dafür hatte sich ein Reisebus unserer unmittelbaren Nachbarn aus der Alpenregion auf den Weg gemacht. Auch sonst schien der eine oder andere einen weiten Weg auf sich genommen zu haben. So war mein Gesprächspartner in der Schlange zum kubanischen Buffett extra aus Spanien angereist. Am Essen gab es übrigens nichts auszusetzen. Es war ziemlich authentisch und hielt gutem kubanischem Standard statt. Leider lässt sich das vom Rest des Abends nicht so einfach sagen. So war abzusehen, dass PA Boxen, die kaum höher als mannshoch auf der Bühne standen, wenig Klang in den Saal transportieren konnten. Das erinnerte doch stark an Kellerparties zu Teenagerzeiten, als man im Freundeskreis versuchte, eine brauchbare Anlage zusammenzubasteln. Zudem war eine geraume Zeit aus dem, vom Publikum aus gesehen, rechten Türmchen gar nichts zu hören. Der Mixer stand ja auch links und schien so gebannt mit dem Geschehen auf der Bühne befasst zu sein, dass er ohne verbalen Rempler von außen gar nichts merken konnte. Manolito und seinen 15 Mannen konnte man nichts anlasten. Sie mühten sich mit kräftigem Einsatz für gut eineinhalb Stunden durch ihr Repertoire, als sie kurz vor Mitternacht vorsichtig auf die Bühne traten. Schließlich hatte man nicht nur mit Klangwidrigkeiten zu tun, man musste auch aufpassen, sich auf der Bühne nicht gegenseitig auf die Füße zu steigen.

 

 


Für einen wirklich authentischen Kubaabend hatte man für die Zeiten vor und nach dem Auftritt der Band Claudio Pacheco für die Arbeit an den CD Spielern engagiert. Als DJ im Palacio ist er eher eine Ausnahmeerscheinung. Normalerweise agiert dort ja das allbekannte Hausquartett. Ausgerechnet an diesem Abend schienen ihm jedoch die Tücken der Technik einen gehörigen Streich zu spielen. Da aber nur wenige seiner Stammgäste aus dem Buena Vista im Publikum waren, hatte er einen nicht ganz leichten, nicht beneidenswerten Stand.

So mögen manche, die in Gruppen gekommen waren, einen ganz vergnüglichen Abend gehabt haben. Letztlich blieb aber das Gefühl, dass hier versucht wurde, mit wenig Aufwand einen großen Wurf zu landen. Nachdem München ja erst kürzlich, mit recht achtbarem Erfolg, den ersten rein kubanischen Salsakongress erleben durfte, entstand beim Palacioteam vielleicht der Eindruck, der kubanische Salsazug würde ohne sie abfahren. So was geht aber meistens schief. Wer für einen für Livekonzerte ungeeigneten Raum Bands engagiert, sollte sich halt um eine angemessene Anlage kümmern. Was bei einer Hauscombo vielleicht noch durchgeht, verzeiht man nicht so leicht bei einer Spitzengruppe. Da sind die Erwartungen einfach höher. Sonst wäre es für alle Beteiligten zufrieden stellender, bei den bekannten Parties mit Musik aus der Konserve zu bleiben. So kennen wir schließlich das Palacio2 und wären wieder bei den Stärken. Wir bleiben neugierig. Für Ende Juni wurde übrigens am selben Abend Isaac Delgado angekündigt.

Stephan
(alias el misionario)
 

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Bericht und Fotos vom Manolito y su Trabuco Konzert,
im Palacio2 München 29. April  2005

 
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