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Bericht Dominican Music Factory und Los Hermanos Latinos
im Musikpalast am 25.02.05
Für die einen sind sie eher unliebsame, wenn auch geduldete,
Unterbrechungen ihrer Salsakreise, für die anderen willkommene
Abwechslung, auf gleichmäßige Schritte umzusteigen. Die Rede
ist von Bachata und Merengue. An diesem Abend aber war sicher,
dass sie die Hauptrolle spielen würden. Nur das Wie war noch
unbekannt und dies galt es herauszufinden. Dazu machte sich
der Schreiber in klirrender Kälte auf den Weg in die
Wilhelm-Hale-Straße in den Musikpalast.
Anlässlich des dominikanischen Nationalfeiertages sollten
Dominican Music Factory (mit Los Hermanos Latinos im
Vorprogramm) aufspielen. Wie zu erwarten war die
Anwesenheitsquote kurz nach zehn noch eher mau. Dies sollte
aber überraschenderweise auch zu vorgerückter Stunde nicht
viel besser werden. Bestenfalls um die 100 Versprengte mögen
es wohl gewesen sein, die sich insgesamt einfanden. Woran mag
es gelegen haben? Wussten zu viele Leute zu spät oder gar
nicht Bescheid? Waren es nicht allzu gute Erinnerungen an eine
Veranstaltung in noch nicht allzu lange zurückliegender
Vergangenheit? Oder lag der Ort des Geschehens doch zu weit
abseits der frequentierten „Salsaachse“ Ostbahnhof-Münchener
Freiheit? Vielleicht war es auch schlicht und einfach die
„antikaribische“ Wetterlage, die manche zuhause hielt.
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Die Lokalmatadoren Los Hermanos Latinos mühten sich bei ihrem
Kurzauftritt kurz vor Mitternacht redlich. Jedes Lied
offerierte einen anderen Rhythmus. Stimmung wollte aber nicht
so recht aufkommen. Zudem hatten sie mit der typischen
Vorgruppensoundeinstellung zu kämpfen. Damit tat sich
letztlich niemand einen Gefallen. Umso mehr blieb wenigstens
die Spannung auf die Hauptattraktion erhalten. Wer waren diese
Dominican Music Factory eigentlich? Niemand hatte schon so
recht von ihnen gehört, obwohl einige Mitglieder sogar in
München ansässig sein sollen. Das Plakat zur Veranstaltung mit
einer zehn Mann starken Truppe hatte auf alle Fälle ordentlich
Appetit gemacht. Nach lautstarker Ankündigung sorgte ein
Reggaetonpärchen für die Einleitung. Gehörten die nun schon
zur Gruppe? Wie auch immer, schließlich kamen sie endlich.
Vier Musiker enterten die Bühne. Bei einzelnen Liedern
gesellte sich noch einer dazu. Aber waren sie das auch
wirklich? Wo blieb denn der Rest? Eine Erklärung zur
wundersamen Verkleinerung gab es keine. Schale Verwunderung
blieb. Die Rumpftruppe versuchte mit der erwarteten Mischung
aus Merengue- und Bachatapotpourris das versprengte Häuflein
von Anwesenden in Stimmung zu bringen. Wie schon zu Anfang
wollte sie sich aber nicht so recht einstellen.
Einigen Tanzpaaren schien es zu genügen. Sie machten das Beste
daraus. Letztlich kam keine allzu große Traurigkeit auf, als
die Gruppe abtrat. War das nur eine Pause? Da war doch noch
die Feier zum dominikanischen Unabhängigkeitstag. Zumindest
war sie angekündigt. Leider war nichts zu sehen. So überwog
schließlich das indifferente Gefühl im Bauch, dass hier eine
Chance verpasst wurde, Livemerengue und -bachata besser zu
etablieren. So werden sich gestörte Salsapuristen auch bis auf
weiteres nicht von ihrer Meinung abbringen lassen – schade
eigentlich.
Stephan
(alias
el
misionario)
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