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Bericht Grupo Niche
in der Zenith Halle am 25.09.04
Lieber Herr Adam, schön dass Sie uns einen so angenehmen Abend
ermöglicht haben, indem Sie die Grupo Niche für uns
engagierten. So ähnlich würde ich wohl einen Dankesbrief an
den Veranstalter beginnen. Damit wäre eigentlich schon fast
alles gesagt. Eine der ganzen großen Gruppen des Salsa machte
nämlich Station bei uns: Zwischen Fukuoka und Calgary,
zwischen Hamburg und Berlin. Über zwanzig Jahre
Salsageschichte an einem Abend, wie oft hat man das schon? Im
Zenith, in der Halle in die sich bisher wohl noch nie eine
Salsaband verirrt hatte (meist treten dort Vertreter der
härteren Kategorie auf), traten schon um viertel nach neun
acht Instrumentalisten und drei Sänger auf die Bühne (Auf dem
Foto waren es doch noch 15. Wo die anderen vier wohl geblieben
waren?). Mit dieser Uhrzeit hatten wohl viele nicht gerechnet,
denn so ein bißchen verloren wie sie anfangs auf der Bühne
wirkten, so verlorener wirkten die paar hundert in der Halle.
Wer fängt denn auch so pünktlich an? Und was hatten die denn
an: Kein Glitzer, kein gar nichts, einfach Bluejeans mit einem
Sweatshirt mit dem Gruppennamen darauf. So was kauft doch der
brave Fan normalerweise am „Merchandise-Stand“. Den gab es
aber nicht. Dafür gab es jede Menge Flyer hiesiger
Latinopartyveranstalter. Die Flyer waren wenigstens günstiger,
nämlich umsonst.
Zwar füllte sich die Halle noch etwas mehr im Laufe des
Abends, aber leider war der Optimismus des Veranstalters doch
ein bißchen zu groß. Wo waren sie nur alle geblieben?
Schließlich gehört Grupo Niche zu den ganz großen der
Salsaszene.
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Seit fast 25 Jahren sind sie unter
der Leitung von Jairo Varela nun aktiv, haben den Salsa
Kolumbiens und darüber hinaus geprägt. So lief für manche eine
Zeitreise ihres Salsalebens ab an diesem Abend. Bei
durchwachsenem Sound wurde geschwelgt, kolumbianische Fahnen
wurden geschwenkt und die latinoamerikanisch-deutsche Gemeinde
war gerührt. Zwischendrin wurde mal mit einer guten halben
Stunde pausiert. Die Sänger waren so locker, dass sie während
ihrer Gesangsdarbietungen jede Menge CDs signierten. Auch das
will gelernt sein. Eine gering besetzte Halle bietet zur
Freude der Zuschauer ja immer Platz zum Tanzen. Aber noch
einen weiteren Vorteil konnte man ausmachen: Die
Getränkeversorgung und Garderobenmanagement eiferten darum,
wer hoffnungsloser unterbesetzt war. Nicht daran zu denken,
was passiert wäre, wenn die Halle voll gewesen wäre.
Um viertel vor zwölf war dann Schluß mit den Erinnerungen. Die
Sänger hatten sich aber offensichtlich so warm signiert, dass
sie am Bühnenrand noch kräftig Kugelschreiberminen
verbrauchten. So bleibt schließlich die Erinnerung an einen
schönen Abend. Und es sollen noch weitere dazukommen. Unser
lieber Herr Adam hat sich nicht unterkriegen lassen und
kündigte uns Fortsetzungen mit anderen Bands an. Nur eine
Bitte: Vielleicht tut es ja dann eine kleinere Halle. Denn
wenn Grupo Niche das Zenith schon nicht besser füllt, wer soll
es dann schaffen?
Stephan
(alias
el
misionario)
Zu den
Fotos
von el misionario
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