|
Bericht Musica Cubana Party im Palacio
2 in München am 24.09.04
Musica Cubana, die Party zum gleichnamigen Film war
angekündigt im Palacio2. Würde das zusammenpassen? Eine ganze
Menge an Zutaten sollte das normale Freitagsprogramm
garnieren. Tatsächlich erwartete die „early birds“ ein
Cubalibre gleich am Eingang. Die Stimmung hob sich schon mal
in die richtige Richtung. Auch Mimo spulte seinen
Einführungskurs mit üblichem Engagement und all seine Routine
ab. Leider schwenkte er für diesen Abend nicht auf Salsa
Cubana um, obwohl er das doch auch könnte. Aber schließlich
sind ja noch Vakanzen für den Kongress im November
aufzufüllen. So langsam wurde auch die Halle voller und
irgendwann machte sich Freddy ans Werk. Hör, hör! Da waren
doch zu Anfang gleich Adalberto Alvarez und Manolito zu hören.
Sollte das etwa ein wirklich kubanischer Abend werden? Leider
war das aber nur ein Strohfeuer und schnell war die Ohren des
Besuchers auf das übliche Palaciopotpurri eingepegelt. Haben
ja auch was für sich, die bekannten Klänge, dann ist es nicht
so anstrengend. Aber es sollten ja noch Höhepunkte ausstehen.
Da wartete doch der mit rotem Tuch bespannte leere Tisch, auf
dem das kubanische Buffett serviert werden sollte. Gegen 23
Uhr war es dann soweit. Gesittet stellten sich die hungrigen
Mäuler an und es reichte für alle. Es war auch gut: „cerdo“, „arroz
con gris“, „tostones“, „yucca“, „ensalada“. Alles war da. Und
unser Duni aus dem La Cumbia hat anscheinend schon einen neuen
Arbeitsplatz gefunden: Er war engagiert und mit kubanischem
Schwung bei der Essensausgabe.
Aber: der eigentliche Höhepunkt des Abends, der Trailer zum
von Wim Wenders produzierten Film. Er lief parallel zur
Essensausgabe. Kaum jemand schien richtig Notiz zu nehmen. Wie
konnte man auch. Der Ton war abgestellt. Man ließ lieber
Merengue dazu laufen.
|
Gab es etwa technische Probleme? Oder hatte man etwa
Angst, es könnte den Leuten gefallen? Es hätte ja sein können,
dass die Palacioherde plötzlich vermehrt nach kubanischer
Musik fragt. Wie hätte man darauf reagiert? So ging also
dieser „Höhepunkt“ seinen Weg. Die Spannung mußte sich nun auf
die Band verlagern: Das Orchestra La Real. Keiner kannte sie
vorher. Dann allerdings, immerhin dreizehn Mann und zwei
Frauen stark, kamen sie gegen viertel vor zwölf auf die Bühne.
Die Spannung war schnell weg, die meisten Gesichter waren
durchaus bekannt. Die hatten wir doch schon mal woanders
gesehen. Also auch hier Bewährtes: Man werfe alle im Raum
München ansässigen der Latinomusik mächtigen Musiker in einen
Lostopf und ziehe solange, bis die Band komplett ist. Auch
hier: Stücke von kubanischen Gruppen waren nur eine
Randerscheinung. Der Sound war durchgängig etwas brummig in
den Bässen, aber es war akzeptabel. Und es wurde getanzt..
Was gibt es sonst noch zu berichten? Der Herr Nöth schaute mal
rein, um nach dem Rechten zu sehen. Kaum einer bemerkte es.
Schließlich scheint auch die Landhausmode in der Salsaszene
Eingang gefunden zu haben. Jedenfalls war eine kleine Fraktion
dieser Spezies vertreten. Oder hatten sich die nur in der
Richtung vertan und waren statt am Hauptbahnhof aus Versehen
am Ostbahnhof ausgestiegen? Spätestens bei der Band und beim
Essen hätte man doch merken können, dass die Bläserfraktion
unterrepräsentiert war und es eine keine Brezen zu kaufen gab.
Um zur eingangs gestellten Frage zurückzukommen: Es paßte
leider nicht. Das Motto hatte zwar doch ein paar Leute mehr
angelockt, so dass fast Samstagsstärke erreicht wurde. Aber
liebe Leute vom Palacio: Wenn Ihr schon keinen Bezug zur
kubanischen Musik habt oder haben wollt, bleibt halt bei dem,
was Ihr immer macht. Die Leute kommen doch auch so. Das haben
die Kubaner schlichtweg nicht verdient.
Stephan
(alias
el
misionario)
Zu den
Fotos
von el misionario
|