Bericht und Fotos vom 5. Tanz Workshop  in Chemnitz.
LatinChem
2. - 5. September 2004

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5. LatinChem in Chemnitz
2. - 5. September 2004

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Bericht und Fotos von
 Rico Fabig

 

5. LatinChem


Jetzt erst Recht!

Mit dieser Herausforderung begann vor 5 Jahren der Latin-Chem. Wie uns Gerd Stiller einer der Mitbegründer des Latin-Chem in einem Interview erzählte. Von der Idee, ein Salsa Festival zu organisieren, waren Anfangs viele Begeistert. Aber in Chemnitz? Wenn schon - so zu bekamen die Gründer Dennis Pinillo, Gerd Stiller und Lorenzo Sanchez zu hören, dann in Leipzig oder in Dresden. Aber nicht in Chemnitz. Damit war der Ergeiz geweckt und die Herausforderung angenommen. Und, nachdem es in diesem Jahr bereits das 5-Jährige Bestehen zu feiern gilt, gibt Ihnen die Entscheidung für Chemnitz Recht und straft die Kritiker als Pessimisten.

In diesem Jahr sah es für den Latin-Chem anfänglich gar nicht so gut aus. Fast 50% der Sponsoren sind ausgefallen und einen Tag vor Beginn klaffte noch ein Loch von rund 12.000 € Minus in der Kasse. Viele Denke immer das die Veranstalter solcher Festivals sich damit eine goldene Nase verdienen. Leider entspricht das nicht den Tatsachen. Die meisten bedenken gar nicht was alles dahinter steckt und mit welchen Kosten so ein Event verbunden ist. Viele sehen nur das, was vor den Kulissen statt findet und denken „Wow das muss ja ein bomben Geschäft für den Veranstalter sein. Weit gefehlt!
Wir von Salsa-Munich.de wissen aus eigener Erfahrung wie aufwendig und risikoreich die Organisation eines Events ist. Nicht zuletzt deshalb, weil man als Veranstalter das Volle Risiko trägt. Keiner gibt einem eine Garantie für das Gelingen. Hier ist viel Enthusiasmus und Begeisterung von Nöten um so etwas überhaupt auf die Beine zu stellen. Ohne diese, viele unzählige unbezahlte Stunden und freiwillige Helfer wäre so etwas wohl kaum zu schaffen oder eben nicht zu bezahlen. Darum möchten wir uns an dieser Stelle bei allen die den Latin-Chem möglich gemacht haben bedanken. Vielen Dank!

Wie alle aus dem Gründer Team geht auch Gers Stiller, mit dem wir dieses Jahr gesprochen haben, einer „normalen“ Tätigkeit nach. Er selbst betreibt er eine Werbeagentur mit 6 Angestellten, die zwei Wochen vor dem Beginn nur noch für den Latin-Chem arbeiten. Zusammen mit Sira Grohmann ist er auch noch Geschäftsführer der Latin-Chem GmbH.

Er selbst ist zur Salsa über seine Tänzerischen Wurzeln, dem klassischen Turniertanz sowie dem Stepptanz, den er auch heute immer noch macht, gekommen. Seit seinem Einstieg in die Salsa Szene war er selbst auf etlichen Kongressen und hat aus diesen einiges an Erfahrungen für sein Tanzen und natürlich auch für den Latin-Chem gesammelt.

Auf die Frage, was er von den zunehmenden Salsa Tanzwettbewerben hält, antwortet Gerd kurz und knapp: „Nichts!“ Diese Tanzwettbewerbe sind nichts anderes als Turniere und Turnier sind Sport und somit losgelöst vom Ursprung der Salsa. Leute kommen zusammen und „feiern“ die Salsa. Auch, dass der ADTV (Allgemeine Deutsche Tanzlehrer Verband) versucht, die Salsa im Rahmen der TAF "The Actiondance Federation of Germany" in „Regeln“ zu packen und für sich zu vereinnahmen steht er skeptisch gegenüber. „Salsa ist ein Lebensgefühl, das man nicht messen oder bewerten kann.“
Als wir Gerd danach fragen, warum in Chemnitz überwigend Salsa Cuban Style getanzt und verberitet ist, gibt er uns ein einfache wie auch plausible Erklärung. „Das hängt ganz einfach mit der Vergangenheit zusammen. Zu DDR Zeiten gab es viele Gastarbeiter aus Kuba, die zum Teil nach der Wende geblieben sind und somit die Salsa Cubana in den Osten gebracht haben.

Als wir uns am Freitag Mittag mit ihm in seiner Funktion als Geschäftsführer der Latin-Chem GmbH unterhalten, konnte er noch nicht sagen ob sich der Latin-Chem dieses Jahr überhaupt trägt oder ob man Verlust machen wird. Da stellte sich uns natürlich zwangsweise die Frage nach dem 6. Latin-Chem. Wird es eine Fortsetzung geben? „Wir sind guter Dinge und hoffen noch auf die Parties.“ So seine Antwort. Für die Pormotion hat die Latin-Chem GmbH dieses Jahr über 5.000 Flyer für Tanzschulen in ganz Deutschland gesponsert. Darüber hinaus fand der Latin-Chem in der lokalen Presse Erwähnung. Von der Stadt Chemnitz selbst gab es leider keine Unterstützung.
Wir von Salsa-Munich.de haben uns auch für den Latin-Chem stark gemacht. Nicht zuletzt deshalb, weil wir bereits letztes Jahr die tolle Atmosphäre und 4 Tage vollgepackt mit Spaß, Tanz und Musik erleben durften.
 





Wenn es – und das hoffen wir doch mal - eine Fortsetzung geben wird, wann beginnt dann eigentlich die Organisation und Planung? „Kaum das der eine Kongress zu Ende ist geht im Prinzip sofort die Planung und Organisation für den Nächsten los.“ Es ist sozusagen ein 12 Monats Job. „Je Näher der Termin rückt, desto hektischer wird es.“
Im Zuge der Frage nach der Oragnisation wollten wir auch von ihm wissen wie es denn mit den Lehrern und DJs sei, wie diese ausgewählt werden. „Wir werden von den Lehrern und DJs angesprochen ob sie nicht unterrichten bzw. auflegen könnten“ so Gerd. -Die Lehrer werden immer wieder bewusst gewechselt. Man will dem Publikum jedes Jahr etwas Neues bieten. Quasi frisches Blut und immer wieder neue Ideen. Durchaus auch Lehrer aus Deutschland. Denn auch hier gibt es viele gute Lehrer, die vielleicht nicht so bekannt sind. Solche Lehrer werden dann gezielt vom Latin-Chem Team angesprochen. So war zum Beispiel in diesem Jahr die Salsa-Bine aus Krefeld erstmalig dabei. Mehr über sie erfahrt Ihr im Interview, das in Kürze folgen wird. Natürlich benötigt man auch immer „Stars“ wie einen Manuel Mascarel als Zugpferd.

Bei einer solchen Veranstaltung bei der so viele Akteure mitwirken, egal ob nun als Instructor oder als Artist, und so viele Kurse satt finden kommt es immer wieder vor, dass Schwierigkeiten auftreten. So eine Veranstaltung ist auch anfällig für Chaos.
Die Veranstalter haben aber versucht auf die Auftretenden Schwirikeiten möglichst flexibel zu reagieren. So kam es vor, das mal der eine oder andere Lehrer und/oder Bandmitglied nicht oder noch nicht da war. Andere sind gleich ganz woanders angekommen als geplant. Um auf solche Eventualitäten vorbereitet zu sein, hatte man extra einen Fahrdienst mit 4 Fahrzeugen organisiert und versucht, solche Dinge möglichst kurzfristig zu beheben und in den Griff zu bekommen. Leider blieb es denn noch nicht aus, das der Zeitplan aus dem einen oder andern unvorhergesehenen Grund umorganisiert werden musste. Trotzdem hatten wir nicht das Gefühl von Chaos oder das die Stimmung unter den Teilnehmern deshalb darunter gelitten hätte. Mann/Frau reagierte flexibel und ging dann statt in den ursprünglich geplanten in einen anderen Kurs. Auf Grund der Vielzahl an angeboten Workshops viel dies auch relativ leicht.

Wichtig ist für den Veranstalter auch, dass die Lehrer Spaß an den Workshops haben und sich wohlfühlen. Darüber hinaus sollen sie auch noch die Parties genießen können. Den hatte sie Alle samt wohl ohne Zweifel. Auch wenn wir nicht alle Lehrer live in den Workshops erlebt haben, so haben wir doch sehr viel mit denen gelacht, deren Kurse wir besucht haben. Und aus den Erzählungen von anderen Teilnehmern und auch der Lehrer wissen wir, das es auch in den andern Kursen so war. In den Workshops gab es immer den einen oder anderen Joke, der das ganze nicht all zu ernst werden ließ. Schließlich waren alle doch deswegen gekommen. Wir wollten Spaß, ordentlich feiern und ein paar nette Tage zusammen verbringen. Und von dem Spaß gab es reichlich. Egal ob in den Workshops oder auf den Parties. Auf letzteren konnten man dann auch lauter sichtlich gut gelaunt Lehrer sehen die kräftig mitgefeiert haben. So wünscht man sich das. Lehrer und Schüler feiern gemeinsam mit den anderen Gästen zusammen und ausgelassen. Keiner der Lehrer hatte irgendwelche Berührungsängste oder gar Starallüren. Man war einfach „Una familia grande“. Eine große Familie. Uns so fühlte man sich dann auch die ganze Zeit über. Diese sehr freundliche und familiäre Atmosphäre ist wohl auch mit das Besondere, das den Latin-Chem auszeichnet und so einmalig macht.

Auch der Service rund um die Veranstaltung war für die Veranstalter ein wichtiger Punkt, den Sie sich auf die Fahne geschrieben hatten. Man auch versucht das Rundherum für Alle so angenehm wie möglich zu gestalten. Ganz egal ob es die günstigen Zimmer im 5* Hotel oder die cubanische Küche vor Ort war. Jeder sollte die Tage in positiver Erinnerung behalten und sich wohl fühlen. Wir für unsern Teil haben uns sehr wohl gefühlt und kommen nächstes Jahr gerne wieder. Denn, so war am Sonntag kurz vor unserer Abreise zu erfahren, wird es wohl ein nächstes mal geben. Wir freuen uns schon drauf!

¡Saludos y hasta pronto!

 Rico Fabig Chico Rico

 
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2. - 5. September 2004

 
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