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Bericht Ricardo Lemvo
in der Muffathalle am 19.08.04
Wenn mich vor dem Konzert jemand nach irgend etwas gefragt
hätte, was man erfinden müßte, wenn es das nicht schon gäbe,
hätte ich spätestens nach dem Konzert eine Antwort gewußt:
Ricardo Lemvo und seine Macina Loca.
„Amame Mama...“: Kurz vor halb zehn trat er mit seiner
achtköpfigen Truppe auf die Bühne und sehr schnell hatte er
das Publikum auf seiner Seite. Wie ja häufig und leider
bedauerlich war die Muffathalle nur zu einem guten Viertel
gefüllt. Am Wetter konnte es eigentlich nicht gelegen haben.
Es war verhältnismäßig kühl und etwas regnerisch. Um so mehr
konnten sich die freuen, die gekommen waren: Sie hatten alles
richtig gemacht an diesem Abend. Die Gruppe brachte mit ihrer
Spielfreude den Saal im Nu in Bewegung. Man mußte kein geübter
Salsatänzer sein, um sich dazugehörig zu fühlen. Das weite
Spektrum des heute in Los Angeles ansässigen gebürtigen
Kongolesen, von afrikanischen Rhythmen wie Soukous angefangen,
über die ganze Karibik mit ihrer Vielfalt bis hin zu
einfühlsamen Balladen, machten es möglich. Die
unterschiedlichen Nationalitäten von Macina Loca unterstrichen
diesen Ansatz logischerweise. Auf der Bühne kooperierten
immerhin Kuba, USA, Kongo, Spanien und San Salvador. Bei den
ersten beiden ist das schließlich keine
Selbstverständlichkeit.
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Nach einer Dreiviertelstunde war eine
Verschnaufpause angesagt. Einige Musiker nutzten diese zu
einem Plausch und Tänzchen mit dem Publikum. Nach insgesamt
gut zwei Stunden Darbietung hatten Ricardo Lemvo und seine
Mannen dann mit einer Leichtigkeit ein breites und
ausgewogenes Spektrum aus den bisherigen vier CDs präsentiert.
Die letzte konnte man übrigens für € 10 kaufen. Wo gibt es
denn heute sowas noch? Eine Platitüde vielleicht, aber die
Band ist auch eine Band zum Anfassen. Nach dem Konzert wurden
in der Halle noch fleißig Autogramme verteilt und vereinzelt
CDs verschenkt, nachdem die Verkäufer schon verschwunden
waren. Da wurden die Ordner schon ärgerlich, da sie aufräumen
und nach Hause gehen wollten. Wer noch nicht genug hatte,
konnte im Muffathallencafe bei weiterhin karibischen Klängen
den Abend ausklingen lassen – bei Anwesenheit der Band
natürlich. Der Rest war schon vorher glücklich nach Hause
gegangen. Da konnte auch der Regen die Stimmung nicht drücken
und zum Glück brauchte der Schreiber über nichts mehr
nachdenken, was man noch erfinden müßte.
Stephan
(alias
el
misionario)
Zu den
Fotos
von el misionario
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