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Castro sagt Teilnahme an EU-Lateinamerika-Gipfel ab
Havanna/Guadalajara (AFP) - Der kubanische Staats- und Parteichef Fidel Castro hat seine Teilnahme am EU-Lateinamerika-Gipfel im mexikanischen Guadalajara abgesagt. In einer Botschaft an das mexikanische Volk verwies Castro zur Begründung seiner Absage unter anderem auf die "Komplizenschaft der EU mit den Verbrechen und Aggressionen der US gegen Kuba". Zu dem Treffen wird auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) erwartet.
Von der Konferenz sei keine wirkliche inhaltliche Debatte über die grundlegenden Themen des lateinamerikanischen Kontinents und der Welt zu erwarten, erklärte Castro. Es handele sich um eine rein "rein zeremonielle" Veranstaltung, in deren Verlauf sich die EU zu nichts verpflichten werde.
Der kubanische Außenminister Felipe Perez Roque sagte kurz nach seiner Ankunft in Guadalajara, eine strategische Allianz zwischen der EU und Lateinamerika sei "praktisch unmöglich", weil beide "unterschiedliche und sogar entgegengesetzte Interessen" hätten. Die EU sei Nutznießerin der "gegenwärtigen, ungerechten Weltordnung", während Lateinamerika ihr Opfer sei.
Lateinamerika, dessen Bevölkerung zur Hälfte in Armut lebe, sei im Ausland mit 700 Milliarden Dollar (576 Milliarden Euro) verschuldet, während die EU Gläubiger sei. Im laufenden Jahr investiere die EU nur noch 13 Milliarden Dollar in Lateinamerika gegenüber 47 Milliarden Dollar 1999, weil es "nur noch wenig zu privatisieren" gebe.
Zu dem eintägigen Gipfel in Guadalajara wird unter anderem Bundeskanzler Schröder erwartet, der in Mexiko-Stadt zunächst mit Präsident Vicente Fox zusammentreffen und eine Veranstaltung zum 75-jährigen Bestehen der deutsch-mexikanischen Handelskammer besuchen will. Hauptthemen des dritten EU-Lateinamerika-Gipfels sind die Reform der Vereinten Nationen sowie der Freihandel. Es ist die erste internationale Konferenz auf Ebene der Staats- und Regierungschefs, bei der die erweiterte EU mit ihren zehn neuen Mitgliedern vertreten ist. Schröder will am Rande des Gipfels eine Reihe von Gesprächen mit Staatsoberhäuptern lateinamerikanischer Staaten führen.
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