Bericht: Orisha Konzert – 12. Oktober 2017 – Muffathalle München

Endlich wieder Orishas – nach 10jährigem Bestehen und 5 Grammy Awards

2009 leider aufgelöst – schloss sich ein Großteil der originalen Formation vor 2 Jahren neu zusammen und tourten unter dem Namen "Cuban Beats all Stars" – und starteten jetzt wieder als kubanisches Hip-Hop-Trio mit Roldán, Yotuel und Ruzzo für ein großartiges Comeback auf Reunion-Tour quer durch Deutschland.

Mit fast 30 min Verspätung  begann endlich das Konzert in der Muffathalle (München) – die noch ziemlich leer aussah. Leider war dies erst einmal "nur" die Vorband "TACO" mit einem musikalischen Mix aus Django 3000 und modernem argentinischen Hip-Hop Cumbia – allerdings sehr gut zum Aufheizen der Leute wie auch zum Befüllen des Saales.

Kurz vor 22 Uhr kamen dann die ersehnten und auch etwas in die Jahre gekommenen ORISHAS auf die Bühne und starteten gleich mit viel Tempo mit allseits bekannten Hits "A lo Cubano" und "Hay un Son" inkl. 

tollem Posaunen-Impro aus dem Album "Antidiotico" (2007) sowie "Atrevido" (2000) vor einer mittlerweile prall gefüllten Halle – brachten gleich zu Beginn den Saal zum Kochen und verschafften so auch einen Eindruck davon, was ORISHAS zu bieten hat: Latin-Arrangements, unterlegt mit durchaus saftigen Beats – dazu traditionelle Gesangseinlagen sowie Raps, die ordentlich vorgetragen werden – und präsentieren dazu mit "El Kilo" und "Que pasa" eines ihrer größten Songs.  Als sie mit "5.3.7. Cuba" den kubanischen Klassiker „Chan Chan“ zu Ehren von Compay Segundo brachten, war schließlich auch der Letzte im Saal von der Musik und Stimmung in der Halle gefesselt.

Mit neuen Songs wie "Sastre de tu amor", "Bembe" und "Cuba Isla Bella" 

zog man eins der neuen Kaninchen aus dem Zylinder und verschaffte Einblick in ein mögliches neues Album. Insgesamt gab´s 13 Songs von den ORISHAS mit ihren kubanische Wurzeln – dabei rundet Roldán mit seinem weichen Gesang die Hip-Hop und Rap-Songs ab und ist damit die unverzichtbare Seele der Band; Yotuels Power heizt das Publikum an und Ruzzo (Hiram) schlägt und rappt auf den Punkt. Die Drei sind eine geniale Mischung – allerdings fehlten typische Klänge wie der der Gitarre und des Akkordeons und v.a. deswegen klang der gespielte Beat moderner, lauter, radiotauglicher und etwas poppiger, als man es bisher gewohnt war – teilweise auch so laut, dass man die Erinnerung an das Konzert leicht noch Stunden wach halten konnte, durch das "Klingeln im Ohr"…

Anke Velasquez für Salsa-Munich.de