Bericht vom Konzert der kolumbianischen Band LA-33 am 13.07.2017 Ampere München

Wer häufig auf Latinkonzerte geht, findet sich meist in vertrautem Kreise wieder. Die Zahl der Besucher bleibt oft überschaubar und viele Gesichter kommen einem bekannt vor. Das soll heißen, Anhänger von anderen Musikrichtungen wie zum Beispiel Pop, Rock oder Jazz findet man eher weniger. Eine Band, die Fans anderer Genres eigentlich eine Tür öffnen könnte, ist LA-33. Bei ihren Anfängen in den frühen 2000er Jahren ließen sie aufhorchen, da sie es verstanden, verschiedene Stile, wie Jazz, Rock, Reggae oder andere zu einer Art eigener urbaner Salsa zu verschmelzen. Das entstandene Gebräu blieb trotz der vielen Facetten eingängig, verbindlich und nicht polarisierend. Im Ohr blieb insbesondere eine eigene, von ihnen kreierte Fassung des Titelsongs zum Rosaroten Panther. Eigentlich wäre damit alles gegeben, um eine noch breitere Resonanz auch in andern Musiklagern zu finden.

Im Lauf der Jahre haben sie sich, wen wundert’s, Routine angeeignet. Die großen Überraschungsmomente der frühen Jahre und wie man sie von früheren Auftritten kannte, sind vielleicht verflogen, aber sie legten einen engagierten Auftritt hin, der das Publikum im zwar gut besuchten, aber auch nicht richtig vollen Ampere in Bewegung und gute Stimmung versetzte. Der Zwölf Mann Combo in klassischer Besetzung gehören auch die drei Sänger Edgardo Garces, David Cantillo und Guillermo Celis an, die jeder für sich ganz unterschiedliche Stimmen beisteuern und damit die Stile mitvariieren. Bei Garces kamen sogar Erinnerungen an den großen Hector Lavoe auf. Der sich abwechselnde Lead der Sänger in Kombination mit unterschiedlichen Rhythmen trugen in erheblichem Maße dazu bei, die Aufmerksamkeit hoch zu halten und die Gekommenen kontinuierlich zum Hüftschwung zu animieren. Es bleibt nun noch die Hoffnung, dass einige musikalische Quereinsteiger das Ampere beim nächsten Mal noch etwas mehr auffüllen.

Stephan Deisler