Bericht Soy de Cuba, 7./8. April 2015, Zirkus Krone

soy-de-cuba-gross-1240x504Seit zwischen den USA und Kuba die Phase des Tauwetters eingeleitet wurde, ist die große Karibikinsel noch einmal ganz anders in den Fokus besonderer Aufmerksamkeit gerückt. Viele waren schon dort. Aber die, die sich bisher nicht aufraffen konnten, möchten Kuba vielleicht gerne einmal im jetzigen Zustand kennenlernen. Wer weiß, welche Entwicklung das Land nimmt. Was liegt da näher, als Erinnerungen aufzufrischen, für die einen, und sich ein erstes Gefühl zu holen für das Flair, für die anderen. Das Tanzmusical Soy de Cuba, das gegenwärtig durch die Lande zieht, bot dafür eine gute Gelegenheit. Immer wieder konnte man schon in den vergangenen Jahren einen Querschnitt kubanischer Tanz- und Musikkultur bei ähnlichen Veranstaltungen erleben. Trotzdem zeigte ein gemischtes Publikum im gut gefüllten Kronebau ein bemerkenswertes Interesse für die Show. Die Handlung ist meist nur Aufhänger für attraktive, schön anzusehende Tanzdarbietungen, unterlegt mit einem Querschnitt von kubanischen Rhythmen. So war es auch an diesem Abend. Das einfache Mädchen vom Land träumt von der Tanzkarriere in der Stadt, was ihr letztlich auch gelingt.

Die Zuschauer sahen ein gut aufgelegtes Ensemble von Tänzerinnen und Tänzern aus dem scheinbar unerschöpflichen Fundus kubanischer Schulen. Die musikalische Begleitung lieferte eine vergleichsweise kleine Combo unter der Leitung von Rembert Egües. Dieser, Sohn des berühmten Vaters und Musikers Richard Egües, musste sich mit einer vergleichsweise kleinen Gruppe an Musikern begnügen. Etwas mehr instrumentale Dichte hätte der Aufführung hier gut getan. Aber hier hat der Veranstalter wohl etwas gespart. Es war nicht das erste Mal, dass ein Sohn eines bekannteren Vaters für die Musik einer Tanzshow zuständig war. Allerdings hatte es Pachito Alonso, seinerseits Sohn des berühmten Pacho Alonso,  vor fast zehn Jahren bei „Viva Cuba!“ einfacher. Er durfte mit seiner eigenen, wesentlich größeren Combo Kini Kini auftreten. Trotzdem waren dieses Mal alle Rhythmen vertreten. Auch vergleichsweise Moderneres wie Cubaton fehlte nicht. Obwohl ein Sprecher als Teil des Ensembles begleitend durch das Programm führte, mussten die Zuschauer am ersten Abend auch eine gehörige Portion Phantasie mitbringen. Aufgrund technischer Probleme konnten die Projektionen nicht an die Leinwand gespielt werden, was einem Ausfall des Bühnenbilds gleichkam. Denjenigen, die schon auf Kuba waren, ist das vermutlich leichter gefallen, als denen, die diesen Trip noch vor sich hatten. Nichtsdestotrotz, ein kurzweiliger Abend war es allemal.