Bericht: New York Salsa All Stars mit José Alberto, Frankie Morales, Alfredo De La Fe, Jimmy Bosch, Rodry-Go, Mercado Negro im Bayerischer Hof, 18.07.13

20130718_NewYork_20130718_225713_Salsa-Allstars_DSC_0277Der jährliche Jazz Sommer im Bayerischen Hof beschert Fans der Latinmusik meist auch immer einen interessanten Vertreter aus der Salsaszene. Dies war auch schon bei der Vorgängerveranstaltung Klavier Sommer so, was durch großzügige Interpretation der Begriffe Jazz und Klavier die hiesige Szene erfreulich bereichert. Neben angestammten Gruppen tauchen immer auch wieder für das Ereignis zusammengestellte Formationen auf. Dieses Mal firmierte eine Gruppe unter New York Salsa All Stars, was zunächst zugkräftig klang, bei genauem Hinsehen bei der Besetzung sich aber zunächst fast als Mogelpackung offenbarte. Waren doch nur die als Hauptakteure angekündigten Jose Alberto ‚El Canario‘, Frankie Morales, Alfredo de la Fé und Jimmy Bosch als in New York ansässig subsumierbar. Als Begleitung firmierten die, Kennern bekannten, in der Schweiz ansässigen Mercado Negro. Nachdem diese schon einige ähnliche Einsätze hinter sich hatten und zudem für ihre hohe Qualität bekannt sind, konnte man das ganze Gemisch unter dem angekündigten Namen letztendlich durchaus durchgehen lassen.

Dramaturgisch fing es langsam an und Stück für Stück kamen die Hauptakteure auf die Bühnen bzw. wechselten sich in ihren Einsätzen ab. Alfredo de la Fé ist ja schon fast ein regelmäßiger Bekannter im Festsaal und war somit keine große Überraschung, obwohl sein Violinspiel wieder zu gefallen wusste. Jimmy Bosch zeigte, dass er neben seiner überragend treibenden Posaune auch einen recht akzeptablen Sänger abgeben kann. Die Einlage des kraftvollen Zusammenspiels mit den Bläsern von Mercado Negro durfte hierbei natürlich nicht fehlen.  Mit Frankie Morales lebte ein wenig von der Mambo Ära eines Tito Puente auf. Man merkte allerdings schon, dass diese Formation so normalerweise nicht zusammenspielt. So richtig Stimmung kam dann auch erst auf, als Jose Alberto die Bühne betrat. Er gehört zu den großen Soneros und mit einigen seiner Hits hatte er das Publikum schnell auf seiner Seite. Nach etwa eineinhalb Stunden hätte man fast meinen können, die Party wäre zu Ende. Glücklicherweise war es nur die Pause. Bei schon etwas gelichteten Reihen durften dann auch noch einige Kracher nicht fehlen. Während „Chan Chan“ mal ausnahmsweise interessant interpretiert wurde und Jose Alberto seinem ‚El Canario‘ dabei alle Ehre machte, war „La Vida es un Carnaval“ überflüssig. Es wurde trotzdem noch ein Spektakel, bei dem zum Ende hin die ganze Mannschaft zusammen auf der Bühne stand noch einmal alles gab. So konnte nach respektablen zweidreiviertel Stunden Auftritt jeder zufrieden, und wer wollte auch abgetanzt, nachhause gehen.        

Stephan Deisler für www.Latino-Groove.de

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