Bericht: Bassekou Kouyaté & Ngoni Ba, Ampere, 02.07.2013

Bassekou-Kouyate_20130702_221839_Ampere-Munich_DSC_0006Vor ziemlich genau einem Jahr traten Bassekou Kouyaté & Ngoni Ba an gleicher Stelle im Ampere auf. Damals war das Umfeld in Mali bedrohlich. In der Zwischenzeit wurde der besetzte Teil des Landes mit ausländischer Militärhilfe weitgehend befreit. Stabil ist die Lage wohl noch nicht so bald. Aber für die Musiker Malis ist es eine große Erleichterung. Hätten sie doch bei weiterer Zuspitzung ihrem Beruf im eigenen Land nicht mehr nachgehen können. Das erweiterte Familienunternehmen Kouyaté konnte in der Zwischenzeit unter zeitweise erschwerten Bedingungen sogar das neue Album Jama ko einspielen, das sie an diesem Abend präsentierten. Der Titel heißt in etwa „große Versammlung der Leute“. Laut Kouyaté ist und war die Musik Malis nie ein Widerspruch zur Religion in seinem Land, in dem sich die große Mehrheit dem Islam zugehörig fühlt. Die Botschaft und die damit einhergehende Erleichterung des Befreitseins, bevorstehender Wahlen und Demokratie wollte er auch dem Publikum vermitteln.

Mit der bekannten Energie und Spielfreude brachte die Truppe wieder mächtig Groove ins Ampere. Das neue Album weiß zu gefallen und steht den beiden Vorgängern in nichts nach. So schön der Auftritt auch wieder war und das Publikum sich zügig so richtig darauf eingestimmt hatte, so zeitig war der Rhythmusteppich nach einer guten Stunde leider schon wieder vorbei. Das war auch der einzige Wermutstropfen. Ein Grund für die Kürze war die Vorgruppe Jagwa Music aus Dar es Salaam in Tansania. Man fühlte sich fast in die Straßen dorthin versetzt. Die sechs jungen Musiker schafften es mit einfachen Mitteln, einem kleinen Casiokeyboard, Gesang und Trommeln, worunter sich auch ein schlichter Schemel befand, eine gehörige Energie auf die Bühne zu bringen. Sie waren vielleicht die kleine Überraschung des Abends, obwohl mancher sie sich als Vorprogramm wohl geschenkt hat.    

Stephan Deisler für www.Latino-Groove.de

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