Eva Ayllón live in der Freiheizhalle München am 29. Juli 2012

Der 29. Juli scheint für sie ein angenehmer Tag zu sein, um in München aufzutreten. Die Rede ist von Eva Ayllón, neben Susana Baca die wohl prominenteste Vertreterin afro-peruanischer Musik. Nun vor drei Jahren war sie schon mal an diesem Datum für ein Konzert in der Theaterfabrik. Dieser 29. Juli ist auch der Nationalfeiertag Perus. Diese „Koinzidenz“ hätte  man vielleicht mit einem Besuch des Konzertes würdigen können, das dieses Mal im Freiheiz stattfand. Die Auftritte ähneln eigentlich meist einer peruanischen Privatfete. Peruaner waren auch dieses Mal stark in der Überzahl, aber der Saal hätte insgesamt gut noch ein paar Besucher mehr vertragen können. Eigentlich ist diese „einseitige“ Konzentration schade. Nicht nur würde sich durch mehr Vertreter anderer Nationen die Zusammensetzung des Publikums etwas auflockern.

Würden mehr „Hiesige“ den Weg in den Konzertsaal finden, könnte es doch auch dazu führen, dass übliche Stereotypen peruanischer Kultur, aufgebrochen und einer wohlverdienten Erweiterung zugeführt werden könnten. Oft verbindet man damit leider ja nur auf Panflöten „El Condor Pasa“ spielende Indios. Eva Ayllón bewies bei ihrer Präsentation einmal mehr, dass sie eine Meisterin ihres Faches ist. Zusammen mit ihrer siebenköpfigen Truppe variierte sie gekonnt den Lando. Sie ließ ihre Stimme spielen, wechselte zwischen langsameren und flotteren Rhythmen. Ihre Landsleute lagen ihr eh zu Füßen und sangen fast wie von einem unsichtbaren Uhrwerk aufgezogen mit. Um die Botschaften der Musica Negra, wie sie ihre Musik selbst bezeichnend betonte, plastischer zu machen, hatte sie eine vierköpfige Gruppe von Tänzerinnen mitgebracht, die elegant und mit wechselnder, farbig dezenter, aber auch betonter Bekleidung, zu einzelnen Stücken die Darbietungen immer wieder merklich bereicherten. Oft reihte sich Eva Ayllón ein und ließ routiniert das Tanzbein schwingen. Das Publikum honorierte dies dadurch, dass bei jedem der Tanzauftritte die Anzahl hochgehaltener filmender Handys merklich zunahm. Nach immerhin zwei Stunden war das kulturelle Spektakel vorbei und es lässt sich nur hoffen, dass es wieder eine Gelegenheit zur Erweiterung des musikalisch-kulturellen Horizonts von Peru geben wird. Es muss ja nicht zwingend der 29. Juli sein.      

Stephan Deisler für www.Latino-Groove.de

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