Neulich in der Lisboa Bar München – Laye Mansa Sunugal live

Am Sonntag den 30. Oktober war ich mit einigen Freunden nach langer Zeit wieder mal in der Lisboa Bar. Laye Mansa sollte da mit seiner Band „Sunugal“ spielen. Laye Mansa ist in der Münchner Afro-Kunst-Szene seit über 20 Jahren bekannt. Als Musiker, auch als Schauspieler. 2009 hatte er in seinem Land Senegal einen Hit gelandet, der sich mit der Verschmutzung durch Plastikabfälle überall im Lande auseinander setzte.

Im Lokal war es gegen 20:00 Uhr bereits gut besucht mit gemischtem Publikum. Von der Familie mit Kind, über Studenten bis zu einigen Latinos oder Brasilianern war alles vorhanden. Die supersympathische Bedienung, eine gut aussehende junge Latina, war mit gutem Erfolg sehr darum bemüht, dass es uns an nichts fehlte. Mir gefiel besonders die Aufmerksamkeit und der legere und familiäre Umgangston.

Laye Mansa hatte ich lange nicht mehr gehört und seine Band war mit 4 zusätzlichen Musikern fast komplett neu besetzt. Die Ausnahme war Baba, an den ich mich von früheren Auftritten her zu erinnern glaubte.

An Layes Mansas Seite stand Wolfgang Göhringer mit der Lead Gitarre unter dem Arm. Aus der zauberte er einen sehr harmonischen, dichten, anspruchsvollen und recht komplexen Sound, den ich die ersten Lieder noch nicht richtig wahrgenommen hatte. Er trug aber erheblich zum sehr positiven Klangbild bei. Erst später fiel mir sein technisch anspruchsvoller Spielstil richtig auf.

Hinter ihm Sergio Mondlane, der an Cajón und sonstiger Percussion aber auch mit Gesang unterstützte und sich mit gutem Erfolg hinter den beiden Frontmans versteckte. Auf Baba Diop an der Djembé und Sabar-Trommel blieb mein Blick recht schnell hängen. Recht souverän bearbeitete er seine Schlaginstrumente inklusiv einer kleinen hellklingenden Metallglocke. Er schaffte mit seinem Schlagwerk den Grundgroove, den Herzschlag der Band. "Der Fels in der Brandung".

Neben ihm Remigius Drechsler, der sowohl Bass, eine kleine Flöte, als auch eine „elektrifizierte“ Kalimba spielte. Eine Kalimba besteht aus mehreren gestimmten, nebeneinander angeordneten Metallstreifen, die mit dem Daumen oder Finger angezupft werden. Er erzeugte mit seiner „Elektro-Kalimba“ einen sehr freundlichen, klaren und positiven Sound. Beeindruckend! Manchmal mantra-artig, manchmal virtuos, je nach Lied.

Dann noch der Bandleader Laye Mansa, der seine Lieder recht bedächtig, fast zärtlich vortrug. Er begleitete sich selber mit der Gitarre, oder mit dem afrikanische Bongo.

Die einzelnen Klangkomponenten der Band fügten sich zu einem faszinierenden, komplexen und doch ganz einfach klingenden Soundteppich zusammen, der das Herz erwärmte.

Ich war an diesem Abend sehr angenehm überrascht über die unerwartete Klangfülle und die schöne Atmosphäre. Auch war ich sehr froh, dass ich meine Kamera dabei hatte, um ein paar Fotos des schönen Abends einzufangen.

Einen schmachtenden Fanclub schien die Band augenscheinlich bereits zu haben 😉
Schön, dass es Lokale gibt, die Musikern solche Auftrittsmöglichkeiten bieten. Auch wenn ich einigen wenigen der Gäste unterstelle, dass sie sich von dem „merkwürdigen afrikanischen Geklimpere“ eher gestört fühlten beim Essen… Den anwesenden Kindern hat es jedenfalls sehr gut gefallen, die haben fast die ganze Zeit vor der Band zur Musik getanzt. Das wiederum war nicht so leicht für die ständig vorbeilaufende Bedienungen, aber, die fanden das augenscheinlich auch in Ordnung und freuten sich an der Freude der Kinder.

 

Baba Diop, Percussion
Laye Mansa, afrikanische Bongo, Mundharmonika, Gitarre, Gesang
Remigius Drechsler, Flöte, Bass, Kalimba
Sergio Mondlane, Percussion und Gesang
Wolfgang Göhringer, Lead Gitarre

Berni Hanus für www.Latino-Groove.de

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