Salsa-Konzert mit La Excelencia live im Freiheiz Munich

Ein richtig gutes „Spektakel“ hat versäumt, wer am letzten Sonntag nicht im Freiheiz war….
Durchwegs gelungen und mit einer erstklassigen Band von der noch viel zu hören sein wird war’s ein langer Abend (der schon am Nachmittag begann) mit viel guter Musik, einer erfreulich großen Menge lieber Leute und in allerbester Stimmung.
Ein dickes DANKE von mir, und sicher auch Anderen, als Geniesser jener Festivität, geht an die Veranstalterin Julia Santa Cruz, perfekt organisiert und mit Hingabe und Leidenschaft gemanagt. Ein klitzekleines Häkchen, wer eins braucht, wär höchstens das Fehlen den Beginn der Veranstaltung mitzuteilen…. was jedoch die meisten „Frühchen“ nicht schreckte und man sich, mit leckerem peruanischen Essen vom El Mirador und eventuell dem einen oder anderen Drink, in angenehmer Plauderei auf das große Ereignis einstimmte.
Gegen neun wars dann soweit, nach einer afrokubanischen Tanzshow eroberten die Jungs – und ein Mädel – von La Excelencia die Bühne wie das Publikum vom ersten Takt an.
Fetzig und mit klugen Texten gings ohne Verschnaufen bis bald gegen Mitternacht durch. Wie uns Julian Silva (timbales) und José Vazquez-Cofresi ( congas) die beiden Köpfe und Gründer von La Excelencia nach dem Konzert mit großen Augen mitteilten, ist ihre Überraschung, dass, egal wo sie hinkommen, die Leute ihre Texte mitsingen – und das in Ländern mit ganz anderen Sprachen. …Überhaupt, meinen sie, verdanken sie ihren Erfolg ihren Fans. Dass es eine so junge Band aus New York, wo an begnadeten Musikern sicher kein Mangel herrscht, in wenigen Jahren geschafft hat beinahe dauernd in den USA und Europa auf Tour zu sein, inzwischen ihre dritte CD zu produzieren und in diversen Medien lobend erwähnt zu werden, nehmen sie als gottgegebenes Wunder bescheiden hin.
Ihr Dank und Anspruch gilt dem Publikum, an dessen Wünschen und Zuspruch orientieren sie sich, sie nehmen ihre Umwelt und Gesellschaft mit offenen Augen wahr und geben ihr Bestes um Themen wie die Lebensumstände, Probleme aber auch Freuden einer jungen Immigrantengeneration anzugehen. Dabei ist ihre Musik an die wilde New Yorker Salsa der frühen 70er Jahre angelehnt, nie nur kopiert, sondern mit 100% eigenen Stücken zu einem Sound von heute gewandelt, sprechen ihre Stücke nicht nur Salsa-Fans an. So brachte La Excelencia im tiefsten Montana auf einem Festival 20.000 Rockfans zum Jammen, worüber sie sich immer noch wundern wie das möglich war.
Viel Bewegung gibt es auf der Bühne, die Bläser wechseln die Plätze und so werden die herrlich rotzigen Trompeten- und Posaunen“moños“ zu wahren Dolby Surround Erlebnissen, mitreissende Soli, jeder der Band bekommt seinen Auftritt, und die Stücke gehen alle ab.
Wie mein Kumpel Papochon immer so treffend sagt: wer hier nicht tanzt, dann nur, weil er keine Schuhe hat…
„Hits“ von den beiden bisher veröffentlichten Alben, „Salsa con Conciencia“, 2006 und „Mi Tumbao Social“, 2009 (beide Handle With Care Prod, ihr eigenes Label) zu nennen fällt schwer, denn eigentlich sind alle Stücke gut. Fragt man Julian, José und Edwin Perez, den Sänger, nach ihren „Lieblingen“ lautet die Antwort:
vom ersten Album „la Lucha“, das hab ich geschrieben kurz nachdem ich in New York angekommen war. Julian ist vor ca. 10 Jahren von Cali, Kolumbien, nach New York zu seiner Familie gekommen. In „la lucha“ beschreibt er die Probleme der Einwanderer wie er sie einerseits als Betroffener, andererseits aber auch noch mit Abstand wahrnahm.
Das „Schlüsselthema“ der zweiten CD ist laut José „unidad“, welches die Jugend zum Zusammenhalt aufruft – anstatt sich in blödsinnigen Gangs zu bekriegen.
Wenn es der momentan arg volle Zeitplan den Jungs erlaubt, gehen sie auch mal in Schulen und sprechen mit den Kids über ihre Erfahrungen und wie sie es mit viel Arbeit, Selbstvertrauen und Zuversicht geschafft haben ihre Sache im Griff und damit Erfolg zu haben. Nur Texte bringen ist nicht genug, man muss etwas tun.
Man glaubt es ihnen, was da rüberkommt ist echt und nicht nur Message weils gerade „in“ ist.
Warten wir gespannt auf Album Nummer 3 und ein Wiedersehen, wenns nach Julian, José und Co geht gerne für die nächsten 20 Jahre, weiter so!

Erfreuliche Details zum Schluss, die die ganze Sache abrunden: das Freiheiz hat eine sehr gute, saubere Akkustik und mit 10.- € Eintritt für so einen Event – es gab zuguterletzt noch eine Extra Rumbazugabe der Band mitten im Publikum und eine heisse Tanzshow – wirklich top.
Echt schade für jeden der’s verpasst hat…

von Evelyn Rätz