Bericht La 33 am 17. Juli 2009 im Ampere

Einer von denen, die nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen ist, ist der Chuck Herrmann. So lange wie der schon in der Szene ist, ist das kein Wunder. Er bestritt an diesem Abend mal wieder das Rahmenprogramm als DJ. Das Hauptprogramm aber bestritten La 33. Die waren wahrscheinlich erst mal enttäuscht. Wurden sie doch von der Muffathalle ins kleinere Ampere beordert. Doch zeigte sich darin einmal mehr zweierlei: Wohl dem der Auftrittsräume verschiedener Größen sein eigen nennen kann. Das half einer respektablen Gruppe ein angemessenes Publikum-/ Veranstaltungsraumverhältnis entgegenzustellen. Zudem hatte es eine gewisse erzieherische Wirkung. Aufgrund reichlichen Platzes in der Halle wären die so genannten Sofortschrauber und Linienposer voll auf ihre Kosten gekommen.

Die so Genannten sind Tänzer und Tänzerinnen, die sobald der erste Takt ertönt, wie programmiert in Tanzschemata verfallen, wobei es völlig gleichgültig erscheint, aus welcher Quelle die Taktgeber kommen. Das aufgrund des Saalwechsels gut gefüllte Ampere führte zu einer gewissen Beengtheit insoweit, als die meisten gezwungen waren, ihre Aufmerksamkeit auch der Bühne zuzuwenden. Dass sich so was auch mal lohnt, werden sie schnell festgestellt haben. La 33 aus Bogota in Kolumbien spielen einen frischen Salsa in einer Mischung von Salsa Dura, Jazz und Charanga mit drei Sängern, wie man ihn von Gruppen aus der New Yorker Szene kennt. Durchlaufende ansprechende Videos, die an die Webseite der Gruppe denken ließen, untermalten einen flott witzigen Auftritt. Als Bezeichnung für den Stil von La33 konnte man im Vorfeld den Begriff „Cabaret-Salsa“ lesen. Vielleicht trägt die betont legere Kleidung einiger Bandmitglieder zu dieser Bezeichnung bei. Ein kurzes einmaliges Innehalten in der Bewegung eines Liedes allein, wie an diesem Abend praktiziert, mag ihnen diese Bezeichnung kaum eingebracht haben. Einzig kleiner Fehlgriff war die Adaption von „Roxanne“, eines der Lieder, von dem man die Finger lassen sollte. Dass ihnen die Interpretation anderer Komponisten gut gelingen kann, zeigten sie mit ihrem in Tanzlokalen rauf und runter gespielten „La Pantera Mambo“. Einem zeitweise heftig mitwippenden Chuck blieb am Ende nur noch der Kommentar: „Was soll ich denn jetzt noch auflegen?“ Ein klassischer Cumbia folgte und alle, deren Bewegungsdrang unterdrückt worden war, konnten die Tanzbeine noch ausgiebig ausklingen lassen.

Bericht von Stephan

 

Loyda Hagen (latinaevent.de) Interview/Gespräch mit dem Sänger David Cantillo (Malpelo):

Loyda Hagen (latinaevent.de) Interview/Gespräch mit dem Sänger PABLO MARTINEZ:

Hier sind die Fotos des Abends im Ampere vom LA 33 Konzert:

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