Bericht La Tropicana München, Eröffnungsfiesta am 30.04.09

Ob man ihn nun besonders mochte oder nicht, eine Lücke hatte er schon hinterlassen, der Palacio2, als er vor doch schon geraumer Zeit zumachte, mitten auf dem Optimolgelände. Die Neugierde, die bei der Eröffnung eines neuen Latinolokals sowieso da ist, war bei der Eröffnung des La Tropicana noch etwas größer, befindet es sich doch in der Kultfabrik, also in allernächster Nähe zum früheren Palacio2. Auch einige der dort Arbeitenden kennt man vom anderen Lokal. Wem zudem das Prozedere mit der Gästeliste nicht unbekannt war, konnte sich am Eröffnungsabend schon fast wieder heimisch fühlen. Dort wo früher mal das Matador war, gleich neben der Cohibar hat man sich eingerichtet. Man tritt ein und ist schon auf der Tanzfläche. Lichteffekte vermitteln eine kleine Tanzpalastatmosphäre. Auch mit der Lautstärke geizt man nicht. Nun, wer ein neues Lokal inspiziert, vergleicht unweigerlich mit anderen Etablissements. Dies passiert umso mehr, wenn eine bestimmte Konkurrenz im Fokus steht. Hier ist es offensichtlich die Schwabinger Alternative, die gemeint ist. Die Musik ist ähnlich gemischt, querbeet durch alle Latinorichtungen. Mainstream ist hierbei angesagt. Es ist offensichtlich, dass sich der primär an der sportlichen Betätigung des Tanzens ausgerichtete Ausgehende im La Tropicana nicht sehr wohl fühlen wird. Auch Anhänger der Salsa Cubana konnten zumindest an diesem Abend nicht viel Spaß haben. Klar im Vordergrund steht Party. Zudem ist schlicht kein Platz zum Tanzen mehr vorhanden, wenn es voll wird. Dann wird die Kapazität weitgehend durch die Stehenden aufgebraucht. Inspiriert von der nachbarlichen Tabledancebar, lässt es sich zumindest teilweise auf dafür vorgesehene Tische ausweichen, womit sich das Platzproblem etwas entspannt. In Zukunft wird sich der Latinopartygänger am Wochenende entscheiden können zwischen Ostbahnhof oder Leopoldstraße, zwischen erst ein paar Treppen rauf oder runter, Versorgung von der Kantine/Ostbahnhofnachtgastronomie oder Holzofenpizza, beste Latin DJs hier oder dort, Kultfabrik-/Optimolpublikum oder Schwabingerpublikum. Vielleicht ist auch genug Platz für beide. Die nächsten Wochen werden es zeigen. In einer Sache scheinen die Würfel allerdings gefallen zu sein. Das ganze Gelände im Geviert Friedens-/Grafingerstraße soll Ende 2010 nun endgültig dicht machen. Die Leopoldstraße wird dagegen noch länger stehen. Aber wer weiß, das Ende dort ist in der Vergangenheit schon öfter angekündigt worden.

el_misionario

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