Persönliche Salsa-Eindrücke eines Jahreswechsels in Mailand

Wenn Frau es zeitlich nicht nach NY schafft, wohin kann sie dann fahren? Mailand soll gut für Salsa sein, vor allem das Tropicana…
Angeblich herrscht in Mailand eine fast strikte Trennung der Latino – und der italienischen Salsaszene; das Tropicana soll eine Italiener-Salsatheka sein. Das konnte ich nicht verifizieren, denn das Tropicana hatte vom 26.12. bis einschl. 02.01. zu. Schade, vor allem da ich das im Vorfeld nicht erkennen konnte und vor verschlossener Tür stand. www.tropicanaclublatino.it

Das Mangos findet sich in der via Valleambrosia 5, noch innerhalb der Stadtgrenze Mailands. In einem Ambiente wie im MaxE, aber ein bisschen größer, mit rund um die Tanzfläche angesiedelten Sitzmöglichkeiten (mal mit, mal ohne Tisch) und einem stark strapazierten Parkettboden versehen, fühlte ich mich fast wie zuhause. Vom Tanzniveau war ich allerdings richtig enttäuscht. Zwei wirklich gute Pärchen waren da, der Rest war eher untere Mittelklasse. Die Rhythmen wechselten zwischen Salsa, viel Merengue und ein bisschen Bachata, der in Mailand vorzugsweise mit einem Cha-Cha-Hüpferchen getanzt wird. In Italien darf ja bereits seit längerem nicht mehr in Lokalen geraucht werden. Da Italiener aber eigentlich immer essen (siehe unten) kann man sich auch im Mangos verköstigen lassen. Was dazu führt, dann die Kleidung nicht nach Rauch, sondern nach Fett stinkt…. super!

www.zythum.it
Ein Hinweis auf dieses Lokal findet sich auf der Homepage von Tropical Jam. Man kann bereits zur Happy Hour kommen, was in Italien bedeutet, dass im Eintrittspreis ein Buffet inbegriffen ist. Also erst den Bauch voll schlagen, und dann tanzen – puhhh…. Das Zythum ist eine renovierte Brauerei und hat mir sehr gut gefallen. Hier war auch das Tanzniveau deutlich höher; von Tropical Jam war aber leider niemand anwesend – die mussten anderswo auftreten. Der sehr nette und begnadete Tänzer und „Insignante“ Chiquito von der Konkurrenz „Latin Jam“, bereicherte den Abend; er war sich auch nicht zu schade, Anfängerinnen aufzufordern,. Außerdem hatte ich dort das Vergnügen meinen ersten Bachata-Tango zu tanzen. Was Frau nicht alles kann, wenn die richtigen Impulse kommen…

Den Jahreswechsel verbrachte ich auch im Zythum, allerdings im großen Saal. Man konnte sich zwischen zwei Varianten entscheiden – mit oder ohne Buffet 😉
Nach Mitternacht durfte ich erleben, was bei den Italienern „grande spettacolo“ und „animazione“ heißt… Drei eher mittelmäßige Shows, eine Polonaise und einen Vorhüpfer, der bereits in der dritten Reihe nicht mehr zu sehen war, rundeten den Salsa-Abend, der mit viel Bachata gespickt war, ab. Nicht ganz angemessen fand ich die Plastikgläser, in denen der Prosecco serviert wurde. Prosit Neujahr !

Angebliche Alternativen, aber eher weiter von meinem Standort weg und daher diesmal nicht besucht:
www.lelebahia.com
www.lunarossaonweb.it

Tja, vielleicht war der Reisezeitpunkt der falsche – war mir so prophezeit worden, denn ca. 100 km entfernt fand zeitgleich ein Salsafestival statt und die meisten Stars hatten Verpflichtungen außer Landes…
Jedenfalls kann ich nicht bestätigen, dass Mailand salsatechnisch eine Reise wert ist. Und die Sehenswürdigkeiten halten sich ebenfalls in Grenzen: Natürlich der Dom, ein paar weitere Kirchen, das Sforza-Kastell und der Friedhof der Monumente; außerdem ist das „Abendmahl“ (Cenacolo) zu bewundern, eines der berühmtesten Bilder der Welt. Und natürlich kann man in Mailand ausgiebig shoppen, wenn der Geldbeutel genügend groß ist.
MiVida