Bericht zur „Crystal-Salsa-Party“ das Festival in Wieliczka (bei Krakau) in Polen – 21. – 23.09.2007

Zum Bericht von Johannes

Hola Gente!

Bisher (fast) unentdeckt vom Salsa-Mainstream startete am Freitag, 21.09.2007 eine "Perle" von Festival, das im Nachhinein betrachtet eigentlich nur aus Topics, Highlights und Superlativen bestand und ich jetzt nach -zig bisherigen Kongressbesuchen sagen kann, dass für mich dieses Festival ein absolutes Novum darstellt, das so schnell bestimmt nicht mehr zu toppen ist: die "Crystal-Salsa-Party" in Wieliczka/Polen, ca. 10 km ausserhalb Krakaus. Guggst Du auch:
http://crystal.ulalasalsa.pl

Die Topics der Veranstaltung:
1. Sämtliche Kongresstickets gabs 4free (sprich kostenlos) 2. Der Veranstaltungsort war 125m TIEF gelegen (in einer seit 1360 bestehenden Salzmine) 3. 0% Korbquote während des gesamten Festivals 4. Leichter Frauenüberschuss

Doch alles schön der Reihe nach.
Aufmerksam geworden durch diverse Plakate, die im Anfang Juli dieses Jahres auf dem "Carnaval de Salsa" in Breslau ausgehängt waren, bin ich auf dieses Event erstmalig neugierig geworden. Allerdings machte ich mir zunächst kaum Gedanken darüber, da mir dort gesagt wurde, dass schon sämtliche Tickets ausgegeben wurden und dieses Event schon komplett "ausverkauft" wäre (so man bei kostenlosen Tickets überhaupt von "ausverkauft" sprechen kann). 🙂 Ich war extrem erstaunt, wie es organisatorisch gelingen kann einen kompletten Kongress für lau anzubieten, zudem auch noch viele des "who is who" der Szene aufgelistet waren, wie z.B. Luiz Vasquez & Melissa Fernandez, Mambo Mike, Tamambo, Neeraj Mascara, Amy, Jazzy usw.. Insofern war es auch nicht verwunderlich, dass für besagtes Event keine Karten mehr zu bekommen waren. Stutzig wurde ich dann aber, als auf dem Hamburger Salsafestival wiederum Flyer dieses Events verteilt wurden. Auf Nachfrage wurde mir dann erklärt, dass der Ausverkauf nur für die inländischen (polnischen) Tickets gülte. 20% der insgesamt zu vergeben Tickets wären für ausländische Gäste reserviert und da würden noch kleine Kontingente zur Verfügung stehen. Meine Order für ein Ticket erfolgte prompt, ebenso wie ich die Bestätigung vom Ulalasalsa-Team bekam, incl. des Angebots für diverse, direkt vor Ort gelegene günstige Übernachtungsmöglichkeiten.
So gerüstet, war dann auch noch die Buchung für einen Flug mit Lufthansa nach Krakau für 149,- Oironen schnell erledigt. Waldemar und Ingo die mitkamen, orderten alles in gleicher Weise, ohne Probleme.

Los gings am besagten Freitag schon um 4:00, da unser Flieger bereits um 6:35 von München abhob.
Am Krakauer Flughafen sorgte ein kostenloser Shuttlebus für die Weiterfahrt zur nahegelegenen "S-Bahn", die einen im 30-minütigen Turnus direkt zu Krakaus Hauptbahnhof bringt. Das ganze kostet dann umgerechnet so ca. 1,50 Oiro, incl. eines handgeschriebenen Tickets -JA, dort gibt es noch so richtige Schaffner! Nostalgie kommt bei uns auf.

Bereits um 8:30 waren wir dann im Zentrum Krakaus angelangt. Sightseeing war angesagt und wir bestaunten die extrem gut hergerichtete Altstadt, die durch eine Parkanlage mit Stadtmauer umgeben, eindeutig zu identifizieren war. Die erste Latte Macciato und ein dunkles Bierchen (eigentlich waren es ja zwei) 😉 schmeckten danach umso besser. Ein schönes Restaurant mit riesen Portionen beendete unseren ersten Part.
Da wir alle vor der Eröffnungsparty noch eine Mütze Schlaf nehmen wollten, beschlossen wir, rechtzeitig unser Hotel "Salin" in Wieliczka, einem 10km entfernten Vorort Krakaus, aufzusuchen.

Da uns der Zug dorthin so knapp vor der Nase wegfuhr, beschlossen wir, nach Nachfrage mit dem Bus zu fahren.
Die reinste Abenteuerfahrt, wie sich sogleich herausstellte! :-O Besagter Bus war ein Minibus, ein "Transporter" ausgebaut mit 20 Sitzplätzen. "Lustig" mit Aha-Effekt wird's dann aber, wenn im besagten knapp 40 Leute (incl. Gepäck versteht sich) transportiert werden, so nach dem Motto des japanischen U-Bahnsystems, gibts genug Druck von draussen, lassen sich drinnen die Leute gut zusammenstauchen! 🙂 Interessant wurde es dann an jeder kommenden Haltestelle, besonders wenn ein Gast von hinten aussteigen wollte, da das Gefährt nur vorne eine Türe hatte! 🙂 Ich denke, dass für die Beschreibung dieses Ausstiegvorgangs, "Tortour" durchaus zutreffend ist. 😉

Da man sich ja anfangs noch nicht so auskannte trennte uns dann noch ein ca. 20-minütiger Fussmarsch zum Hotel zu unserem wohlverdientem, knapp 3 stündigem Schlaf.
Gut erholt und frisch geduscht ging's dann abends im bereitgestellten Shuttlebus direkt in "medias res", zur Eröffnungsparty in den Krakauer Club "Kameleon".
Die Fullpässe wurden schnell organisiert und ab gings hinein in den riesigen Diskobereich, der deutsche Standards nicht im gringsten zu scheuen braucht.
Die ersten tanzwütigen waren schon auf der Tanzfläche und bedingt durch den stets vorhandenen leichten Frauenüberschuss, war eine tanzwillige Salsera schnell gefunden. Da dies dann doch nicht so schnell ging wie erwartet war nur dem Umstand zu verdanken, die Qual der Wahl zu haben und seine Stielaugen wieder unter Kontrolle zu bringen! :o) Soooo viele extrem gutaussehende und guttanzende Salseras auf einem Fleck zu Gesicht zu bekommen, ergibt sich nicht alle Tage, wobei zweiteres Attribut (guttanzend) erst auf den zweiten Blick festgestellt werden konnte! :o) WOW!!
Das Tanzniveau durchweg SEHR bis EXTREM HOCH.
Es wurde sowohl LA/NY als auch Cubana getanzt -Respekt!

Wie wir in Gesprächen erfahren haben gilt es in Polen als unhöflich und respektlos Körbe zu verteilen, insofern bekommt man(n) da auch (fast) keine.
(Also ich habe das ganze Wochenende über keinen bekommen!) :-)) Hierzulande wird das zwar auch so empfunden, nur interssiert es hier niemanden.
Andere Länder, andere Sitten und diese ist ganz bestimmt nicht die schlechteste! :o)

Highlights des Abends waren natürlich die Shows, durchweg nur von polnischen Gruppen inszeniert und vorgetragen und die Geburtstagsparade von Jazzy, die Melissa und Luiz kurzfristig organisierten. Es gab viel zu lachen und zu schmunzeln besonders die immerwährende Selbstdarstellung unseres Jazzys -aber so kennt man Ihn eben.
Müde, ausgepowert aber zufrieden brachte uns um 3:30 der Shuttlebus wieder direkt in unser Hotel "Salin".

 

Der Samstag Morgen begann prächtig mit einem Frühstücksbuffet, das keine Wünsche offen lies. Anschliessend trennten sich unsere Wege, da die Workshops in unterschiedlichen Lokations ausgerichtet wurden. Die "Advancler" durften schon mal ganztägig in das Salzbergwerk zu den Workshops "abtauchen", die "Pre-Intermediats" und "Intermediats" mussten sich oberirdisch begnügen, sie waren erst sonntags an der Reihe die Workshops unten geniessen zu können.
Nach ca. 10 minütigem Fussweg vom Hotel aus erreichte ich auch schon den Eingangsberich zum Schacht. Ich musste knapp 10 Minuten warten, bis auch ich an der Reihe war, 125m in die Salzsole hinunterzuschiessen. Das ganze Einstiegssystem bestand aus drei Aufzügen, die einen in ca. 30 Sekunden magenmerklich spürend, rasend in die Tiefe brachten, wobei ein Aufzug auschliesslich für das Salsavolk reserviert war, die beiden anderen waren auch weiterhin für das "gemeine Touri-Fussvolk" da. 😉 Jeweils immer zu neunt ging es ein einer extrem engen Kabine gen unten. Was mich unten dann erwartete war schlicht "DER HAMMER"!! Durch ein ausgeklügeltes Gangsytem, mal mehr, mal weniger breit und hell, gelang ich schliesslich über eine breite noble Holztreppe in den Veranstaltungsraum. WOW, was für eine Größe! :-O Das hätte ich so nicht gedacht, einen langen riesigen Saal mit Kronleuchtern, Bühne, Sitzgelegenheiten und einer Musikanlage vom feinsten. Beste Voraussetzungen also, die Workshops zumindest optisch und platzmässig gut verfolgen zu können. Stirnseitig war unser Tanzbereich durch eine Kordel vom Durchgangstouriverkehr getrennt, die durch den Saal und einen kurzen Gang in ein schnuffiges Restaurant mit moderaten Preisen gelangten. Interessiert und mit Videokameras im Anschlag vervolgten viele staunend unsere Trainingseinheiten. Hie und da sah man sogar schmunzelnderweise ein paar Leute fröhlich im Takt mitschwingen, da war bestimmt eine(r) dabei die vom Salsavirus infiziert wurde! 🙂 Organisatorisch bedingt, konnte man leider nicht während der Workshops wechseln. Insofern beäugte ich während der ON2-Workshops und des Ladystylings die ganze Anlage. Leider war auch die Museumsbesichtigung immer schon ausgebucht, so dass ich diesen Part leider nicht "mitnehmen" konnte, aber auch so sah ich schon genug.
Um 15:00 beschloss ich vorzeitig nach oben zu gehen, um noch eine Portion Schlaf zu nehmen, um an der abendlichen Party ausreichend fit zu sein -ich bin eben nicht mehr der Jüngste! 😉 Mit dem Salsa-Festivals-Bändel am Handgelenk hatte unten so jeder quasi VIP-Status und ich wurde an den Massen von Touris vorbei, direkt und persönlich an dem für uns reservierten Aufzug begleitet. Zu sechst schossen wir wieder nach oben und ich genoss bei einem Schoko-Eis den lauen sonnigen Spätnachmittag, da unten, zumindest in den Gängen nur knapp 14°C vorherrschten (im "Saal" waren es aber immer so um die 18-20°C).
Im Hotel dann schlief ich auch sofort ein, nur um dann um 19:15 jäh von meinem Wecker geweckt zu werden. 😉 Da Waldemar und Ingo ja ganztägig "oben" waren, konnten Sie sich schon mal Wieliczka ansehen und hatten ein nettes Restaurant ausfindig gemacht, das wir nun aufsuchen wollten. Dumm nur, wenn man vorher nicht reserviert hatte! Der Laden war zum bersten mit einer "Rentnergang" voll, wie auch das zweite Restaurant. :-O Hungrig zogen wir also gen Stadtmitte. Keine 100m weiter sahen wir da eine kleine Pizzeria. Vom Design her war das Teil wohl nur als "take-away" gedacht, trotzdem gab's drei kleine Tische, einer davon noch unbesetzt. Die Speisekarte war einfach, es gab ausschliesslich nur Pizza, dafür in jedweder Kombination. Also Bestellung kurz aufgegeben (der Pizzabäcker hinter dem Tresen war gleichzeitig Kellner), die Getränke entgegengenommen und 10 Minuten später bereits hielten wir unsere Pizza im wahrsten Sinne des Wortes "in Händen", da die Pizzateller viel zu klein für die Monsterteile gewesen sind und der Rand der Pizza weit über den Tellerrand hinausragte -"Wagenrad" anstatt Pizza wäre hier weitaus angebrachter gewesen -und das ganze für knapp 4,- Oironen! 🙂 Pappsatt hatten wir so wenigstens die Grundlage für einen ausgiebigen Partyabend. 🙂 Um größere Staus an den Aufzügen zu vermeiden, hatte jedes Level sein eigenes Zeitfenster für die Abfahrt. Um 20:50 waren wir an der Reihe und unten angelangt konnte ich die staunenden Gesichter meiner Freunde beobachten, die das Bergwerk ja noch nicht kannten. Schon beim Ausstieg aus dem Fahrstuhl schlug uns die 3-2 Clave in die Gehörgänge und so wuchs auch unsere Vorfreude auf die schon beginnende Party. Als wir den Saal erreichten, waren schon ein paar tanzwütige auf der Tanzfläche. Jeder Quadratmeter des Raumes konnte genutzt werden, da durchgehend bester Parkettboden vorhanden war, der sofort auch von uns in Beschlag genommen wurde! 🙂 Nach ausgiebigen salsen mit den anwesenden Schönheiten war ich doch sehr froh, dass ich um 0:30 etwas Pause bekam, da nun die Shows angesagt waren. Diesmal kan die ganze internationale Salsaelite mit auf die Bühne. Mambomike, Jazzy, Luiz&Melissa, die "Latin Lovers" usw., gaben Ihr bestes, wobei mir persönlich die Show von Neeraj + Partnerin diesmal am besten gefallen hat.
Danach gings wieder weiter mit der Sucht fröhnen und um ca. 5:00 Uhr hies es dann auch für mich "Schicht im Schacht" (im wahrsten Sinne des Wortes!) 😉 Total kaputt sank ich gg. 5:30 ins Bett.
Mein Wecker klingelte Sonntag morgen dann schon um 8:30, da ich mich für die Heimreise rüsten musste. Eine Dusche brachte mich vollends in den Wachzustand, anschliessend wieder ein gewohnt üppiges Frühstück und letztlich ein Taxi brachte mich dann zum Bahnhof von Wieliczka um dort den Anschlusszug nach Krakau, sukzessive zum Flughafen zu bekommen. Die Heimreise gestaltete sich als absolut problemlos und so konnte ich die ganze Zeit sorglos das ganze Wochenende Revue passieren lassen.

Fazit:
Definitiv mein bisherig ungewöhnlichstes und schönstes Salsafestival das ich bisher erlebt habe. Bis auf unsere kl. "Buseskapade" und die fehlende Möglichkeit des wechselns der einzelnen Workshops war das ein Top-Event der Superlative.
Wie ich heute erfahren habe gibt's am 3-5.10.2008 eine Fortsetzung! 3x dürft ihr raten, wo ich da wieder sein werde! 😉

Hasta luego

Johannes

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Festival in Wieliczka (Polen)