Bericht vom Panteon Rococo Konzert – in der Muffahalle München – am 28.Mai 2007

Zum Bericht von Rubén

Ska. Diese Musikrichtung, hat ihre Wurzeln im kleinen und sonnigen Jamaika und ist inzwischen leider bei den meisten Leuten schon in Vergessenheit geraten. Die ursprünglich Jamaikanische Tanzmusik (die etwa 1960 entstand) entwickelte sich zunächst zum Reggae und vermischte sich durch jamaikanische Auswanderer im Laufe der Jahre mit sämtlichen andern Musik-Szenen, sodass eine Reihe neuer Musikrichtungen entstand. Die Reise dieser Musik ging von ihrem Ursprungs Land über Britannien nach Europa und verteilte sich dann weltweit, vor allem in Lateinamerika. Die Grundelemente wie zum Beispiel die typischen Blechbläser und der Offbeat in dem die Taktschläge zwischen den Beats betont werden blieben allerdings erhalten Das diese unbeschwerte und doch von den gesellschaftlichen Umständen und oft Missständen geprägte Musik, auch teil der vor allem jüngeren Kultur in der Karibik, Süd und Mittelamerika ist, wird inzwischen auch oft vergessen. Meistens sogar. Doch wer daran interessiert ist, diese weitere Facette lateinamerikanischer Musik und eine neue Art des Tanzens kennen zu lernen kann dies auch hier in Deutschland tun. Von Lateinamerikanischem schwingendem Latin und Salsa Ska über Reggae bis zu Britischem Oi, Punk Ska haben wir hier ein relativ reiches Angebot an Konzerten. Ich selber besuche Hauptsächlich Indy-Ska Konzerte (Indy = Independent, also eher junge und unbekannte Bands) und war vor zwei Wochen dann doch auf einem einer etwas größeren Veranstaltung im Muffatwerk dabei:

Gegen acht Uhr am 5. Mai in der Muffathalle: Draußen nieselte es leicht, doch ansonsten hatten wir einen sonnigen Tag hinter uns. Schon seit langem freute ich mich und mein Begleiter auf dieses Konzert. Die Mexikanische Ska Band Panteón Rocócó war gerade unterwegs in Deutschland, und endlich durften wir unsre Helden aus der Stereoanlage mal Live erleben. Langsam füllte sich die Halle mit jungendlichen sowie auch Erwachsenen, Deutschen wie Latinos bis sie voll war, und die diesmal 10 Companeros auf einmal auf der Bühne standen und zu spielen anfingen. Eine Ansage gab es erst nachdem dritten Lied, als wir schon längst am Pogen waren. Wir sind oft die ersten die tanzen, doch es macht Spaß zu sehen wie sich das auf die Masse auswirkt und es am Schluss jeden Mitreißt der Beine hat.
Dieser Tanz besteht eigentlich hauptsächlich aus frei gewählten rhythmischen Bewegungen aller Körperteile, Rumgehüpfe und leichten schupsen und rempeln, ohne das es ernsthafte Verletzungen gibt, den Sozial bleibt jeder: wenn mal jemand stolpert oder gar Hinfällt wird er sofort wieder aufgehoben gefragt ob alles klar ist und es kann weiter gehen. Pogo eben. Und eben so war es auch wieder an diesem Tag, schon bald bebte der Boden vor der Bühne, zu den Mexikanischen Skabeats, vermischt mit ein bisschen Merengue Salsa. Das war genau das was wir uns erwartet hatten, beste Musik, begeistertes Publikum und die Band nur ein paar Meter von uns entfernt. Lange Bläser Solos und und fetzige Drum und Percussion Beats. Für ein Solo kletterte der Saxophonist sogar von der Bühne und spielte es während er sich durch die Menge schlug. Wer wollte konnte auch wiederum auf die Bühne klettern dort kurz ein Solo tanzen und zurück in die Menge springen um sich ein wenig tragen zu lassen (Stagediving).
Als das ganze etwa 1 1/2 Stunden so lief gab es eine weitere Ansage. Ich habe sie leider nicht so genau verstanden obwohl sie auf Spanisch und auf Deutsch gesprochen wurde, doch es soweit ich es verstanden habe ging um drei Bekannte der Band, die in El Salvador prozesslos wohl auf Lebenszeit ins Gefängnis mussten, weil sie sich einer ?Staatsfeindlich? Partei bekannten. Was jedoch klar wird, ist dass auch diese Band wirklich aus Lateinamerika kommt und mit den Zuständen dort konfrontiert ist. Wer die Texte in den Liedern versteht hätte das schon vorher gemerkt. Doch ich hoffe es geht aufwärts!
Wie auch immer. Irgendwann geht eigentlich (fast) jedes Konzert zu ende und so war es auch mit diesem. Als die Mexikaner ihr letzten Lieder gespielt hatten, bei denen sich inzwischen wirklich jeder bis in die vorletzte bewegt hat, verlangten wir (natürlich) wie auch der Rest der Menge eine Zugabe. Trotz der zwei Stunden die wir nun durchgepogt hatten. Doch nach der zweiten oder dritten Zugabe muss ich selber zugeben, dass ich restlos ausgepowert war und noch ein Lied wohl nicht vertragen hätte, und so endete das treffen.
Timo kaufte sich noch ein T-Shirt und wir konnten gehen.

Weblinks: http://www.allska.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Ska http://www.panteonrococo.de